Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche

Ned Wuascht Archiv

50 Episoden
1 Stunde 7 Minuten
#11 Michael Haneke & VALIE EXPORT on Power, Violence and Intimacy in German-Austrian Cinema How do you introduce two of Austria's most internationally successful filmmakers and artists to an international audience and how do you grapple with them yourself? That was our starting point for this episode, in which we take on Michael Haneke's The White Ribbon (2009) and VALIE EXPORT's The Practice of Love (1985). Both films also connect to a central thread of Season IV and our research project ReFraming Masculinities: how cinema represents masculinity, here as authoritarian fatherhood and the "soldier male" in Haneke's village, and as networks of male power in EXPORT's political thriller. At first glance, the two films could hardly be more different. Made more than twenty years apart and rooted in very different cinematic traditions, they nevertheless ask surprisingly similar questions: Who has power? How is violence produced and passed on? What happens when political and social structures enter private life, the family, the relationship, the body? And how can films so deeply rooted in a specific Austrian or German context become internationally relevant?
51 Minuten
Sandra Wollners dritter Spielfilm "Everytime" feiert seine Österreichpremiere auf der Viennale 2026 und startet Ende November in den Kinos. Wir haben Birgit Minichmayr getroffen, um mit ihr über ihre Rolle der alleinerziehenden Mutter Ella und die Zusammenarbeit mit Sandra Wollner zu sprechen. Dieser zarte und berührende Film beobachtet Ella und ihre zehnjährige Tochter Melli (Lotte Shirin Keiling) im Umgang mit der Trauer um die ältere Schwester Jessie (Carla Hüttermann), die nach einer Partynacht mit Freund Lux (Tristàn López) einen tödlichen Unfall hat. Ein Jahr später – die Trauer und Abwesenheit von Jessie begleiten sanft den Alltag – treffen Mutter und Tochter erneut auf Lux, unternehmen jene Reise nach Teneriffa, zu der Jessie nicht mehr aufbrechen konnte. Realitätsebenen verschieben sich, der Sonnenuntergang bleibt stehen, verschmilzt quadratisch mit dem Horizont und jenem Computerspiel, das die Verstorbene in eine Parallelwelt führte. Birgit erzählt uns über ihre Vorbereitung auf die Figur (ihre Lektüre findet ihr in den Shownotes), was sie von anderen Rollen unterscheidet und wie die besondere Feinfühligkeit von Sandra diesen Film überhaupt erst ermöglichte. Auch Gregory Okes Kamera (auch DoP von Charlotte Wells „Aftersun“) nimmt dabei einen besonderen Stellenwert ein. Wir thematisieren auch Ellas alleinige Sorgearbeit, den abwesenden Vater und Vorstellungen von einer feministischen, „modernen“ Welt. Zudem sprechen wir etwas allgemeiner über Besetzungen und die Frage, ob Genderswaps feministisch wirken und ob sich sexistische Darstellungen, die vielleicht noch nicht im Drehbuch zu lesen aber durch filmische Mittel provoziert werden, sich im vorbereitenden Austausch abzeichnen können. Auch diesmal empfehlen wir den Film anzuschauen, bevor ihr die Folge hört!
45 Minuten
#9 Filmgespräche – Jola Wieczorek über „Die noch unbekannten Tage“ Ned Wuascht zum ersten Mal live im Admiral Kino! Am 9. Oktober 2026 fand endlich unser erster Live-Podcast statt! Im Rahmen der Feminist Fridays im Admiral Kino haben wir nach der Vorführung von „Die noch unbekannten Tage“ mit Regisseurin Jola Wieczorek über ihren zweiten langen Dokumentarfilm gesprochen, über das Erinnern, das Erzählen der eigenen Familiengeschichte und darüber, wie man Vergangenheit filmisch sichtbar macht. Zum Schluss hat auch das Publikum Fragen gestellt. Im März 1989 flieht Jolas Familie in einem vollgepackten Fiat 126, dem „Maluch“, aus Polen. Jola ist damals sechs, ihr Bruder drei. Österreich ist nur als Zwischenstation geplant, das eigentliche Ziel sind Kanada oder Australien. Doch der Asylantrag in Traiskirchen wird abgelehnt, weil sich die Lage in Polen bereits gelockert hat. Als „Wirtschaftsflüchtlinge“ landet die Familie in Bad Goisern im Salzkammergut und bleibt dort. Jahrzehnte später fährt Jola mit Mutter, Vater und Bruder in einem gelben Polski Fiat die Route rückwärts ab, vom Hochhaus in Posen bis ins Salzkammergut. Weil die Mutter an einer seltenen neurodegenerativen Erkrankung leidet und ihre Erinnerungen zunehmend verliert, wird der Dreh zum Wettlauf mit der Zeit. Gleichzeitig ist Jola selbst schwanger und fragt sich, was sie ihrem Sohn einmal von dieser Geschichte erzählen wird. Der Film verbindet Super-8-Aufnahmen, dokumentarische Szenen und Archivmaterial mit Briefen der Eltern aus der Zeit der Flucht, einem Interview mit der Mutter von 2006 und nachgebauten Räumen. Das Lager Traiskirchen wurde bewusst als Set gebaut und nicht am Originalort gedreht. Wir haben mit Jola darüber gesprochen, wie ihr Film mit Erinnern umgeht und dieses formal einfängt, wie es ist, die eigene Familie vor die Kamera zu holen, warum sie lange gezweifelt hat, ob die Geschichte von „nur“ Wirtschaftsflüchtlingen erzählenswert ist, und was das Kino vom autosoziobiografischen Schreiben von Annie Ernaux und Édouard Louis lernen kann. Und wir haben darüber gesprochen, was fehlende Willkommenskultur und gelebte Zivilcourage damals mit Österreich heute zu tun haben.
1 Stunde 32 Minuten
#8 Representing Fatherhood in Film - Presence, Absence and Perspectives For our new episode, we talk about fatherhood. We ask how fatherhood is constructed on screen: Whose perspective do we inhabit? What kinds of masculinity are attached to being a father? And what happens when love, responsibility, work, money and social expectations pull in different directions? We discuss three films from different contexts: Adrian Goiginger’s Rickerl - Musik is höchstens a Hobby (AT/DE 2023), Barbara Wolfram & Paulus Wagner’s short film Walter L. (AT 2025), and Akinola Davies Jr.’s My Father’s Shadow (UK/Nigeria 2025). Across the three films, we ask: Is “being there” a privilege? Who can actually choose presence when work, money and social expectations intervene? What kinds of fatherhood are rewarded, forgiven or punished? And are fathers allowed a kind of narrative forgiveness that mothers are not? We also look at the relationship between fatherhood and masculinity. Are contemporary films really expanding the possibilities of being a man and a father or are they simply offering different ways for men to prove their worth?
1 Stunde 19 Minuten
Warum haben wir immer zu wenig Zeit? Wessen Zeit wird eigentlich gesehen und wertgeschätzt? Simon Nagy spricht mit Bianca über seinen Essay „Zeit abschaffen. Ein hauntologischer Essay gegen die Arbeit, die Familie und die Herrschaft der Zeit" (2025 in der zweiten Auflage bei Unrast erschienen), seine mit Lia Sudermann realisierten Filme „Kein Wunder“ (AT 2024) und „Invisible Hands“ (AT 2021) und über Ratchapoom Boonbunchachokes schwarze Komödie "A Useful Ghost“ (TH/FR/SG/DE 2025). Simon arbeitet u.a. als Autor, Vermittler, Wissensproduzent und setzt sich dabei mit queer-feministischer, linker Theorie und erinnerungspolitischen Themen auseinander. In „Zeit abschaffen“ begibt er sich auf die Suche nach den Gespenstern vergangener, revolutionärer Ideen von Zukunft. Visionen, die der Optimierung des Neoliberalismus und dem patriarchalen Kapitalismus alternative Ideen der Lebensgestaltung entgegensetzten. Sind wir heute wirklich ausweglos dem Kapitalismus ausgeliefert? Die queer-feministische Theoretikerin Silvia Federici schreibt, dass der Kapitalismus von Anfang an eine Konterrevolution war, die Kollektives, Emanzipationsbestrebungen und Formen des sozialen Zusammenleben jenseits der Kleinfamilie zerschlägt. „Was fortlebt, nämlich für uns im Alltag erfahrbar fortlebt, sind nicht die irgendwann einmal aufgesprossenen Keime von alternativen Lebensweisen, sondern die Gewalt, mit der diese erstickt wurden“, schreibt Simon. In seinem Essay bezieht er sich u.a. auf Ansätze von Silvia Federici, Sophie Lewis und Shulamith Firestone (neben jenen von Karl Marx, Mark Fisher und Herbert Marcuse), stellt Verbindungen zu Filmen wie „Parasite" (KR 2019), „Ruins In Reverse" (UA/AT 2020) und „Unruh" (CH 2022) her. Wie das alles mit Sorgearbeit, und Liebe zusammenhängt - darüber reflektieren Simon und Lia in ihren beiden Filmen, in denen sie mit Amateurfilmmaterial und Sprachnachrichten arbeiteten (online frei verfügbar). Was sehen wir in den Homevideoaufnahmen: Liebe oder Arbeit? Widerständige – und brave – Gespenster tauchen auch in Ratchapoom Boonbunchachokes „A Useful Ghost“ auf, was Simon und Bianca dazu anregte, sie ins Gespräch miteinzubringen. Ein Hit auf der Semaine de la Critique in Cannes 2025, erreichter er jetzt unsere Kinos. Schwules Begehren, Aufstände gegen schlechte Arbeitsbedingungen, die Wiederkehr von Verstorbenen in Staubsaugern, der Staub der Geschichte – Anspielungen auf die Massaker in Thailand 2010 und den Putsch 2014 – vermischen sich in dieser Komödie zu einem reichhaltigen Plot.
1 Stunde 18 Minuten
#6 Filmgespräche Nachwuchs - Reza Rasouli über Menschen verstehen, Geschichten erzählen und sich immer wieder neu herausfordern Nach den mehrfach ausgezeichneten Kurzfilmen Night of Passage, Found&Lost und Stück für Stück zählt Reza Rasouli zu den spannendsten Nachwuchsregisseuren des österreichischen Films. Seine Arbeiten liefen auf zahlreichen internationalen Festivals und wurden unter anderem mit dem First Steps Award, dem Diagonale-Preis für den besten Kurzspielfilm, dem Österreichischen Filmpreis sowie dem Student Visionary Award beim Tribeca Film Festival ausgezeichnet. Gleichzeitig arbeitet er an seinem ersten Langspielfilm Wurzel & Wind, dessen Drehbuch bereits mit dem Carl-Mayer-Drehbuchförderpreis ausgezeichnet wurde und der von Mo Harawe produziert wird. In unserem Filmgespräch spricht Reza Rasouli offen über seinen außergewöhnlichen Weg vom Iran nach Österreich, über das Ankommen in einer neuen Heimat und darüber, wie diese Erfahrungen seinen Blick auf Menschen und Geschichten geprägt haben. Nach ersten filmischen Arbeiten in Teheran führte ihn sein Weg an die Filmakademie Wien, wo er unter Regieprofessor Michael Haneke studierte, eine prägende, aber nie bestimmende Erfahrung. Viel wichtiger sei es, erzählt Rasouli, den eigenen Blick auf die Welt zu entwickeln.
1 Stunde 12 Minuten
#3 Podiumsdiskussion Female Tracks 2026 - Bruchpunkte der Geschichte: Bild, Stimme und das Unsagbare Mit dem diesjährigen Schwerpunkt „Bröckelnde Fassaden, tiefe Risse“ widmeten sich die von Bianca Jasmina Rauch kuratierten Female Tracks 2026 den sichtbaren und verborgenen Brüchen unserer Gegenwart. Das vielseitige Festivalprogramm vereinte Filme, Gespräche und Diskussionsformate, die sich mit Fragilität, Widerstand und den Spuren gesellschaftlicher wie persönlicher Umbrüche auseinandersetzten. Als Teil des Programms konzipierte und moderierte Barbara Wolfram die Podiumsdiskussion „Bruchpunkte der Geschichte: Bild, Stimme und das Unsagbare“. Gemeinsam mit der Filmwissenschaftlerin Asja Makarević und der Filmemacherin Cordula Rieger entstand ein vielschichtiges Gespräch über das Spannungsfeld zwischen persönlicher Erinnerung und kollektiver Geschichte. Im Mittelpunkt standen filmische Formen des Erzählens, die sich bewusst gegen lineare Narrative stellen und stattdessen mit Fragmenten, Leerstellen und Brüchen arbeiten.
53 Minuten
Schon seit Erscheinen des Sammelbandes "Rassismus im Film" (kostenlos zum Download verfügbar - alle Links auf unserer Website), den sie 2024 gemeinsam mit Ömer Alkin herausgegeben hat, hatten wir vor mit Dr. Alena Stromaier zu sprechen. Nun ist es soweit: von der Philipps-Universität Marburg zugeschaltet, gibt Alena im Dialog mit Bianca Einblicke in Inhalte, Ansätze und Entstehung dieser Publikation. Die Autor*innen weisen ein breites Spektrum an interdisziplinären Ansätzen und Expert*innenfeldern auf. Gemeinsam ist ihnen das Ziel, rassistischen Wissensanordnungen, die Filme und Serien (re)produzieren zu analysieren, zu dekonstruieren und postkoloniale Theorien stärker in der deutschsprachigen Forschung zu verankern. Alena erklärt wie z.B. die Serie "Queen Charlotte – A Bridgerton Story" (Idee: Shonda Rhymes, USA seit 2023) sich eignet, die mediale Herstellung von Race und kolonialen Kontinuitäten zu verstehen. "Bridgerton" lädt dazu ein, über die Verstrickung von Race, Genre, Massenphänomenen und politischer Realität nachzudenken: „A problem is only a problem if the palace says it is a problem“, zitiert Alena aus der Serie. Über Critical Whiteness und der unsichtbaren Normierung von Weißsein kommen auch die Texte “When we Are Capable of Stopping, We Begin to See. Being White, Seeing Whiteness“ von Ruth Frankenberg und „White“ von Richard Dyer zur Sprache. Zuletzt erzählt uns Alena noch über ihre Forschung zu iranischen Diasporafilmen und die Auffassung eines Medienraums als sozialen, affektiven und kulturellen Raums, in dem sich Bedeutung konstituiert.
1 Stunde 17 Minuten
#4 Filmgespräche Nachwuchs - Helen Esther Aschauer über Tanz, Intuition und vielfältiges Filmemachen Mit unserer neuen Reihe "Filmgespräche Nachwuchs" richten wir den Blick auf die spannende nächste Generation österreichischer Filmschaffender und möchte junge Filmschaffende auf ihrem Weg vom Kurzfilm zum ersten Langfilm begleiten. Barbara spricht mit Nachwuchsregisseur*innen über ihren Werdegang, ihre bisherigen Kurzfilme und ihre ersten Langfilmprojekte, die sich noch in Entwicklung befinden. Den Auftakt macht die kubanisch-österreichische Regisseurin, Autorin und Choreografin Helen Esther Aschauer. Helen Esther Aschauer ist in Linz aufgewachsen und bewegt sich mit Leichtigkeit zwischen Film, Tanz, Werbung, Musikvideo und Kunstfilm. Ihre tänzerische Ausbildung und ihr außergewöhnliches Gespür für Bewegung, Rhythmus und Bildsprache prägen ihre Arbeiten ebenso wie ihr Interesse an gesellschaftlichen Themen und vielfältigen Perspektiven. Diese Verbindung aus intuitivem Erzählen und visueller Präzision macht ihre Handschrift unverwechselbar.
1 Stunde 1 Minute
#2 Wessen Körper, wessen Traum? Wir starten den deutschen Part der neuen Staffel mit einer Paarung, die auf den ersten Blick unwahrscheinlich wirkt und auf den zweiten Blick interessante Verbindungen hervorbringt: Euphoria Staffel 3 (US/HBO, 2026) und Vorstadtweiber Staffel 1 (AT/ORF, 2015). Hier die HBO-Megaproduktion mit Glitter, Neonlicht und einer Million-Dollar pro Folge für Zendaya. Dort die ORF-Dramedyserie über gelangweilte Ehefrauen in der Wiener Nobelvorstadt. Was haben sie miteinander zu tun? Mehr als der erste Blick verspricht. Denn beide Serien drehen sich um die Fragen: Was passiert mit Frauen in Systemen, die ihren Körper, ihre Jugend, ihre Sichtbarkeit als handelbare Güter behandeln? Und was passiert mit ihnen, wenn dieses Kapital aufgebraucht ist? Welche Loyalitäten gibt es und welche bleiben unter Druck bestehen?
1 Stunde 8 Minuten
#1 The Sound of Music meets Elfriede Jelinek (Season 4) We start our new season with the all-time classic „The Sound of Music“ (US 1965), an escapist dream set in the Austrian landscape of Salzburg. The musical is based on the true lives of the Family von Trapp who could flee the Nazi terror and make a career as musicians in the States. Being one of the highest grossing films in history it stirs a longing for harmony in its audience that seems to last till this day. But which values does the story pursue and naturalize? We analyze the protagonist Maria (Julie Andrews), her roles as a nun, a governess, a wive and potenzial mother – and as a queer icon. We analyze how traditional gender roles and nature oppose the evil - the threat by the Nazis. We also take a close look the narrative of „Austrianness“ that the film creates. Additionally we are asking which role the landscape takes in „The Sound of Music" and how the Trapp Family received the film. With our second film we deepen the critical look on the questions posed. „Ramsau am Dachstein“ (AT 1976), a TV film that Elfriede Jelinek wrote and realized with director Claus Homschak questions the romanticized depiction of Austrian landscapes in media. Made available with Englisch subtitles by the distributor sixpackfilm we seized the occasion for a comparison. With Jelinek we ask: Who do we see as working in and on this landscape? Who does profit from it? And why is a film like „Ramsau am Dachstein“ and it’s scandalous reception so telling for a discourse on what Austria is, could and should be after 1945?
33 Minuten
#6 Pink Power at Harvard? Feminism, Ambition, and Cultural Legacy in "Legally Blonde" For our sixth English episode, we take a fresh look at "Legally Blonde" (US 2001, Robert Luketic), this time in a faster, focused format: one film, one conversation, directly after the screening. We recommend (re)watching Legally Blonde before listening to our episode - just right in time for the 2026 premiere of the prequel series "Elle". We watched the film together in Cambridge, Massachusetts, so this episode is tied to place and context. While Barbara is spending the fall and spring semester as a visiting scholar at Harvard and Bianca is conducting research at the Schlesinger Library/ Harvard, it felt only fitting to revisit a film so deeply entangled with Harvard’s cultural imagination and representation. "Legally Blonde" is often dismissed as serving only as light entertainment, yet its influence is anything but superficial. From Elle Woods’ unapologetic femininity to her navigation of elite academic spaces, the film raises many questions about gender, ambition, social class and belonging. We discuss how the movie plays with stereotypes, sometimes reinforcing them, sometimes strategically subverting them, and why its vision of feminist success continues to resonate more than twenty years later. The film’s lasting cultural power was palpable at the beginning of the fall term, when "Legally Blonde" was screened outdoors in front of Harvard’s Widener library for incoming students. The collective movie-going experience, complete with quoted lines and audience interaction, made clear how deeply the film is embedded in popular memory. Adding to this, Reese Witherspoon herself visited Harvard Business School this semester to discuss her production company Hello Sunshine, the business side of female-lead storytelling and the long-term impact of "Legally Blonde" on her approach to storytelling. In this episode, we ask: What kind of feminism does "Legally Blonde" offer? How performative is its feminism? How does it imagine access to elite institutions and at what cost? Why does its depiction of sexual harassment at the workplace feel right? And why does Elle Woods remain such a powerful figure for conversations about women, work and visibility up to today?
1 Stunde 14 Minuten
#9 Episode: Conversation with Inna Shevchenko on “Girls and Gods” This film talk was recorded in English. On the occasion of the Austrian premiere of Girls and Gods, we met with filmmaker and activist Inna Shevchenko to talk about her first work as a filmmaker/screenwriter - behind and in front of the camera. The film is directed by Arash T. Riahi and Verena Soltiz. It follows Inna while she meets with different women and their spiritual, political, and bodily quests for freedom, intertwining activism, trauma, and transcendence in a cinematic discussion on what it means to live and resist in a patriarchal world in the context of the three monotheistic religions. In our conversation, Inna speaks about her approach to filmmaking and her process of shaping a constructive dialogue even when opinions were opposing each other, she also talks about the process of selecting the women and initiatives who appear in Girls and Gods. Inna also reflects on the difficult task of shaping the film’s many-hours raw version into its final, concentrated form and how editing became an act of both letting go and sharpening political meaning to find the right balance. We also discuss what her wishes for activism are and why she feels the discussion of religious tradition and practices is essential to feminism. Inna also reflects on the role of cinema and how it can become a tool for collective empowerment and spiritual rebellion. Girls and Gods is a radical and challenging exploration of womanhood, belief, and liberation. It invites viewers to witness moments of vulnerability and strength, difficult discussions and it leads to questioning systems of domination, and to imagine, alongside its protagonists, a world grounded in equality and freedom. Before listening to this episode, we recommend watching Girls and Gods currently showing in Austrian cinemas and at selected festivals.
1 Stunde 16 Minuten
#8 Folge: Filmgespräche - Marie Luise Lehner über „Wenn du Angst hast, nimmst du dein Herz in den Mund und lächelst“ Anlässlich des Kinostarts ihres Langfilmdebüts "Wenn du Angst hast, nimmst du dein Herz in den Mund und lächelst" am 26. September in Österreich haben wir Regisseurin und Autorin Marie Luise Lehner getroffen. Wir sprechen mit ihr über den Entstehungsprozess des Films, über die Figuren Anna und Isolde, über Fragen der sozialen Zugehörigkeit, Scham und Solidarität – und darüber, was es bedeutet, das eigene Herz in den Mund zu nehmen und loszulächeln. Marie erzählt außerdem, wie sie mit ihrem Film etablierte Formen, wie das klassischen Aufstiegsnarrativ ("Vom Tellerwächer zum Millionär") aufbrechen möchte, was es bedeutet von innen zu schauen, wie Musik (Marie spielt auch in der Punkband Schapka) im Film die Funktion eines poetischen Kommentars einnimmt, wie Watermelon Woman sie inspiriert hat und dass das Nachdenken über Queerness und Klasse in der österreichischen Filmlandschaft bisher eindeutig zu kurz kommt. Welche strukturellen und inhaltlichen Aufbrüche würden der öst. Filmlandschaft gut tun? Wie kann man sich durch die Förderstrukturen durcharbeiten und sich dabei selbst treu bleiben? Im Zentrum des Films steht die zwölfjährige Anna, die gemeinsam mit ihrer gehörlosen Mutter Isolde in einfachen Verhältnissen lebt. Mit dem Wechsel ins Gymnasium in einem Wiener Innenstadtbezirk prallen für sie unterschiedliche soziale Welten aufeinander – und die Frage, wie viel Raum Scham und Stolz im eigenen Leben einnehmen dürfen, wird immer drängender. Auf der Skiwoche muss Anna sich krankstellen, da das dafür gesparte Geld stattdessen in ein Schlafsofa floss, das ihrer Mutter eine Liebesbeziehung ermöglicht und Anna jedoch auch mehr Privatsphäre verschafft. Eine besondere Verbindung entsteht zu Mara, einer Klassenkameradin. In ihrer Freundschaft erproben die Beiden neue Formen von Nähe und Solidarität und loten zugleich Grenzen und Möglichkeiten von Genderrollen aus. "Wenn du Angst hast, nimmst du dein Herz in den Mund und lächelst" ist ein Film über den Weg von Scham zu Stolz, über Zuneigung, Fürsorge und Solidarität – und ein Narrativ der Hoffnung.
1 Stunde 5 Minuten
#7 Folge: Vor der Premiere – Gespräch mit Olga Kosanović über „Noch lange keine Lipizzaner“ Anlässlich des Kinostarts ihres Debütfilms "Noch lange keine Lipizzaner" am 12. September in Österreich haben wir Regisseurin und Drehbuchautorin Olga Kosanović getroffen, um über den Ursprung der Filmidee, ihre Arbeit am Film, das österreichische „Wir“ und Identität, die verschiedenen filmischen Formen im Film, sowie ihre Perspektive und Hoffnungen als Filmemacherin zu sprechen. Ausgangspunkt ist Kosanović’ eigene Geschichte: Obwohl in Österreich geboren und aufgewachsen, blieb ihr die Staatsbürgerschaft lange verwehrt. Ein Online-Kommentar zu ihrem Fall in einer Tageszeitung brachte den Satz hervor: „Wenn eine Katze in der Hofreitschule Junge wirft, sind das noch lange keine Lipizzaner.“ Der Film nimmt diesen Moment der Abgrenzung als Ausgangspunkt für eine vielschichtige Reflexion über Zugehörigkeit, Identität und das „Wir“ einer Gesellschaft, die trennt zwischen „drinnen“ und „draußen“.
Ned Wuascht

Ned Wuascht

NED WUASCHT – WIR GEH’N FISCH’N der Podcast fürs …