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  4. Jola Wieczorek und "Die noch unbekannten Tage"
#9 Filmgespräche – Jola Wieczorek über „Die noch unbekannten Tage“
Ned Wuascht zum ersten Mal live im Admiral Kino! Am 9. Oktober 2026
fand endlich unser erster Live-Podcast statt! Im Rahmen der
Feminist Fridays im Admiral Kino haben wir nach der Vorführung von
„Die noch unbekannten Tage“ mit Regisseurin Jola Wieczorek über
ihren zweiten langen Dokumentarfilm gesprochen, über das Erinnern,
das Erzählen der eigenen Familiengeschichte und darüber, wie man
Vergangenheit filmisch sichtbar macht. Zum Schluss hat auch das
Publikum Fragen gestellt. Im März 1989 flieht Jolas Familie in
einem vollgepackten Fiat 126, dem „Maluch“, aus Polen. Jola ist
damals sechs, ihr Bruder drei. Österreich ist nur als
Zwischenstation geplant, das eigentliche Ziel sind Kanada oder
Australien. Doch der Asylantrag in Traiskirchen wird abgelehnt,
weil sich die Lage in Polen bereits gelockert hat. Als
„Wirtschaftsflüchtlinge“ landet die Familie in Bad Goisern im
Salzkammergut und bleibt dort. Jahrzehnte später fährt Jola mit
Mutter, Vater und Bruder in einem gelben Polski Fiat die Route
rückwärts ab, vom Hochhaus in Posen bis ins Salzkammergut. Weil die
Mutter an einer seltenen neurodegenerativen Erkrankung leidet und
ihre Erinnerungen zunehmend verliert, wird der Dreh zum Wettlauf
mit der Zeit. Gleichzeitig ist Jola selbst schwanger und fragt
sich, was sie ihrem Sohn einmal von dieser Geschichte erzählen
wird. Der Film verbindet Super-8-Aufnahmen, dokumentarische Szenen
und Archivmaterial mit Briefen der Eltern aus der Zeit der Flucht,
einem Interview mit der Mutter von 2006 und nachgebauten Räumen.
Das Lager Traiskirchen wurde bewusst als Set gebaut und nicht am
Originalort gedreht. Wir haben mit Jola darüber gesprochen, wie ihr
Film mit Erinnern umgeht und dieses formal einfängt, wie es ist,
die eigene Familie vor die Kamera zu holen, warum sie lange
gezweifelt hat, ob die Geschichte von „nur“ Wirtschaftsflüchtlingen
erzählenswert ist, und was das Kino vom autosoziobiografischen
Schreiben von Annie Ernaux und Édouard Louis lernen kann. Und wir
haben darüber gesprochen, was fehlende Willkommenskultur und
gelebte Zivilcourage damals mit Österreich heute zu tun haben.
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„Jola Wieczorek und "Die noch unbekannten Tage"“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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