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ARCHITEKTURFUNK Archiv

223 Episoden
20 Minuten
Das Duo von Nidus lebt den Traum vieler Architekt*innen, sich selbst frei Aufgaben zu stellen oder die Bauaufgaben aussuchen zu dürfen. Die Architektin Annelen Schmidt-Vollenbroich und ihre Partnerin Ana Vollenbroich haben ein Geschäftsmodell entwickelt, das die Zwänge des architektonischen Schaffens enorm reduziert und den eigenen Handlungsspielraum erweitert. Sie verbinden Projektentwicklung, Architektur, Marketing und Kultur. Letzteres in Form einer Architekturgalerie. Wie das funktioniert, was die Vor- und Nachteile dieser Arbeitsweise sind, erfahrt Ihr in dieser Episode.
21 Minuten
Christian Heuchel, Architekt und Honorarprofessor an der Kunstakademie Düsseldorf, beschäftigt sich mit der Frage "Wann ist ein Bauwerk Kunst?" Ikonische, skulpturale Bauten, die Formen annehmen, die es vorher noch nicht gab, seien interessant. Aber noch interessanter seien die ruhigeren Projekte. In der Architektur, so Heuchel, stehe heute wie in der Kunst vor allem das Prozesshafte im Vordergrund. Was er damit meint und warum es für ihn ein "Horrortrip" ist, wenn die Gemeinschaft ihre Räume gestaltet und nicht der Gestaltungsprofi, erzählt er in dieser Episode.
35 Minuten
Sebastian Schöll, Geschäftsführer und Partner bei KSP, über seinen Führungsstil als Mentor und wie er seine Schwäche, nicht delegieren zu können, im Laufe seiner Karriere überwinden konnte. Ein persönliches Gespräch, das auch Einblicke in die Arbeit eines sehr erfolgreichen Büros gibt, das sehr unterschiedlich wahrgenommen wird: In Deutschland als klassisches Planungsbüro mit eher sachlicher, rationalistischer Architektur, im Ausland als Büro, das kühne Bauskulpturen realisiert: Wie die Meixi Urban Helix in Changsha, einer Stadt im Südosten Chinas. Die fliegende Nationalbibliothek in Peking oder die Große Moschee, Algier, samt neuem Stadtquartier mit einer Bruttogeschossfläche von 360.000 Quadratmetern. Woher die unterschiedliche Architektursprache kommt und wie er dazu kam, die höchsten Hochhäuser zu bauen, erzählt Schöll in dieser Episode.
34 Minuten
Wenn wir an Wachstum festhalten wollen, sollten wir uns überlegen, was es wert ist, wachsen zu lassen. Wie wäre es mit mehr Gemeinwohl? Bernhard Kurz und sein Team schlagen vor, Unternehmen nicht nur nach ihren Finanzen, sondern auch nach ihrem Einfluss auf das Gemeinwohl zu bewerten und zu besteuern. Im Vordergrund stünden dann die positiven Aspekte des Wirtschaftens: zum Beispiel die faire Behandlung und Entlohnung aller Beteiligten oder umwelt- und sozialverträgliches Handeln. IFUB hat sich bereits einem Gemeinwohl-Check unterzogen. Was dabei herausgekommen ist, erzählt Kurz in dieser Episode. Außerdem: Inwieweit eine Abkehr vom kapitalwachstumsgetriebenen Wirtschaftsmodell und eine neue Vision abseits von Kapitalismus vs. Kommunismus unsere scheinbar unlösbaren Probleme gut lösen würde.
31 Minuten
Wie steht es um die Baukultur? Manchmal sei es regelrecht nicht auszuhalten, so Reiner Nagel, wenn man ein „lieblos gemachtes Baugebiet aufsucht und merkt, hier ist keine Seele.“ Mit der Initiative "Kodex für Baukultur“ versuchen BSBK und ICG (Institut for Corporate Governance) gemeinsam, Immobilienentwickler*innen zu überzeugen, den Anspruch an gebauter Qualität über das Renditeziel zu stellen. „Wenn Du investierst, denke an die Gesellschaft“, zitiert Reiner Nagel frei nach Luigi Snozzi, der formulierte, man solle an die Stadt denken, wenn man ein Haus baut. Und die BSBK macht noch viel mehr: Sie kommuniziert über Baukultur mit Politik und Bürger*innen, und sie bringt alle Akteur*innen der Baubranche zusammen, um die Baukultur zu stärken. Alle zwei Jahre legt sie einen Bericht zur Lage der Baukultur in Deutschland dem Bundeskabinett vor. Und sie engagiert sich auf dem Gebiet des Klimagerechten Bauens. Was Baukultur genau ist, wie sie entsteht und was der Unterschied zwischen Baukultur und „Bauerei“ ist, erfahrt Ihr in dieser Episode. Die BSBK ist übrigens Initiativpartner des Heinze Klimafestivals am 23./24.November.
25 Minuten
Architektur aus dem 3D-Drucker kennen wir bisher nur als Schichtung von Materialwürsten. Eine neue interressante Idee gesellt sich dazu: Der Druck kleiner Bau- und Verbindungsteile, um gebrauchte Materialien perfekt miteinander zu verbinden. Der Vorteil: Im Gegensatz zum gedruckten Haus, kann man dieses System auch wieder abbauen. Im kooperativen Forschungsprojekt "Fertigteil 2.0" untersucht Oliver Tessmann mit anderen Forschenden, wie es gelingen kann, Stützen, Träger und andere Bauteile aus Häusern, die dem Abbruch geweiht sind, „zu ernten“. Die alte Bauteile werden erstmal digitalisiert, um dann in der 3D-Ansicht festzustellen, was man für die „Veredelung" mit ihnen machen muss. Was das genau heißt, welche Rolle der 3D-Druck dabei spielt und welche Wechselwirkungen Entwurf und Einsatz gebrauchter Materialien haben, erklärt Tessmann in dieser Episode.
30 Minuten
"Kreislaufgerechtes Bauen heißt, ständig neue Lösungen zu entwickeln." Heute sprechen die beiden Gäste Dirk Hebel und Wolfgang Schwarzmann über die derzeit brennendsten Themen der Bauwende: Kreislaufgerechtigkeit, Sortenreinheit, Upcycling, Urban Mining, Forschung und Fortschritt im Bau und im Handwerk. Schwarzmann, der das "Werkraumhäuschen" leitet, forscht unter anderem über das "wahre" Handwerk und was die stetige Veränderung durch Maschinen für das Handwerk bedeutet. Hebel zeigt auf, wie die außerordentlich große Flächenressource Dach innerhalb unserer Städte genutzt werden kann, sodass nicht nur ressourcenschonende, sondern auch baukulturell hochwertige Architektur entsteht: Das "RoofKIT-Team" gewann unter Hebels Leitung den Solar Decathlon 21/22 in Wuppertal. Was der kollaborative Thinktank RoofKIT sonst so macht und was es mit Nougat-, Mandel- oder Pistazienziegelsteinen auf sich hat, erfahrt Ihr in dieser Episode.
37 Minuten
Jan Fischer vom Wiener Büro AllesWirdGut, ist Büroleiter am Standort in München. Das Büro arbeitet in einem Team von 90 „Freund*innen“ mit 18 Nationalitäten. Fischer verrät, wie Teams im Büro am besten zusammen arbeiten, wie man in der "Phase 0“ Projekt-Prämissen mitbestimmt und wie die deutsche Denkweise die Entwicklung funktionierender Gemeinden bremst. Der Fokus von AWG liegt auf dem Wohnungsbau. Und da gibt es gewaltige Unterschieden zwischen Wien und München. Welche das sind, erfahrt Ihr in dieser Episode.
29 Minuten
Der BDB hat das Project: Unity! ins Leben gerufen, um den Menschen im Ukrainekrieg zu helfen. Unter dem Motto "Students! Drop your pencils! Unite! And Re-Build!" hat der Bund gemeinsam mit Hochschulen modulare Unterkünfte für Geflüchtete gebaut. Alles nach der Idee und den Plänen des ukrainischen Planungsbüros Balbek aus Kiew. Klaus Füner spricht in dieser Episode mit drei Protagonisten des Projekts.
25 Minuten
Was heißt eigentlich klimaneutral bauen? Welchen Parametern gegenüber gilt dieses Label? Thomas Eckert demontiert den Begriff der Klimaneutralität mit dem Beispiel des Neubaus auf der grünen Wiese, der gegenüber selbst das CO2-reduzierteste Haus nicht als neutral angesehen werden kann. Wenn wir wirklich umweltfreundlich bauen wollen, helfen Label also nicht einfach weiter. Wichtiger ist, dass man immer mitdenkt und und dass sich Planende auch politisch einmischen. Eckert ermutigt, sich ohne Scheu an die Politik zu wenden. Wie er es geschafft hat, bis zum Bundeswirtschaftsminister mit seinen Inhalten zu kommen, verrät er in dieser Episode.
25 Minuten
Warum sind die Bedenken groß beim Einsatz gebrauchter Materialien beim Bauen? Es hat mit der Angst zu tun, dass etwas schief laufen könnte. Matthias Haber meint dazu: „Wir müssen aufhören, Angst zu haben, stattdessen sollten wir zusammenarbeiten, gut abwägen und etwas Sinnvolles machen. Haber ist Partner bei Hild und K, ist spezialisiert auf das Bauen im Bestand und mit gebrauchten Materialien und engagiert sich in der Verbesserung der Rahmenbedingungen für ebendies als Mitglied in verschiedenen Gremien der Bundesarchitektenkammer und der Bayrischen Architektenkammer. Im Gespräch kommt es zu einem Vergleich zwischen dem Ensemble Bikini-Berlin mit dem Kölner Dom. Wie das möglich ist, erfahrt Ihr in dieser Episode.
24 Minuten
„Keine Einzelkämpfer, alle zusammen.“ Katrin Hauth und Juliane Zopfy sprechen über echte Teamarbeit und gemeinschaftliches Entwickeln von Projekten in bogevischs buero. Das Architekturbüro ist das Wagnis baugenossenschaftlicher Projekte schon mehrmals eingegangen und nur Gutes ist dabei herausgekommen, sowohl für die Architekt*innen als auch die Bewohner*innen. Besondere Aufmerksamkeit hat das in der Presse hoch gelobte Projekt „Wagnis Art“ bekommen. Das Schöne an solchen Projekten sei der Kontakt zu den Menschen die einzögen und deren Feedback. Das mache den Spaß des Berufs aus, betont Hauth. Wie eine architektonisch hochwertige Antwort auf die Frage des guten Wohnens aussieht, erzählen die beiden in dieser Episode.
24 Minuten
Ein Haus aus Papier. Möchte man so etwas? Warum nicht. Seit Shigeru Ban ist Papier salonfähig, aber selten als Baustoff eingesetzt. Prof. Ulrich Knaack forscht mit hörbarem Vergnügen an der Lösungsfindung, wie man Papier sinnvoll einsetzen kann. Es ist nicht schwer zu erraten, dass der Brandschutz eine Herausforderung ist. Aber es gibt auch echte Vorteile gegenüber den gängigen Baustoffen, wie Beton, Ziegel und auch Holz: Papier lässt sich excellent recyceln und das ohne an Qualität zu verlieren (für einige Recyclinggänge jedenfalls) und ohne CO2 freizusetzen. Und wie kriegt man Papier feuerfest? Genauso wie Holz: Mit konstruktiven Methoden. Wie die aussehen und wann die ersten Papierhäuser entstehen, erfahrt Ihr in dieser Episode.
36 Minuten
Veronika Kammerer ist ein rares Exemplar. Mit ihrer Professur für Innenarchitektur an der IU lehrt sie bei den ArchitektInnen in München. Tatsächlich ist es normalerweise umgekehrt: ArchitektInnen lehren Innenarchitektur mit, als wäre es eine Unterkategorie und kein eigenständiges Fachgebiet. Dabei sind InnenarchitektInnen auf das Bauen im Bestand spezialisiert. Eine essentielle Fähigkeit in Zeiten der Bauwende. studio lot zeigen mit preisgekrönten Projekten, wie man alte Bausubstanz auch mit geringem Budget neu interpretieren und mit einen Coolness-Faktor versehen kann. Was Raumfunktionslehre ist und wie man Trends überspringen kann, erläutert Kammerer in der Episode.
31 Minuten
Christian Eichinger, bei KSP Engel Leiter des Standortes München, sieht ein Stück harter Arbeit vor uns allen liegen. Die Transformation erfordere, dass wir erst nachdenken und neue Regeln aufstellen, bevor wir handeln. Die Zeiten des schnellen Abarbeitens seien vorbei. Eichinger hat fünf Jahre in China gelebt und gearbeitet und wundert sich über den deutschen Pessimismus in Sachen Transformation und die Angst hierzulande, etwas zu verlieren. Bevor wir also auf andere Nationen zeigen, sollten wir uns selber fragen, was für uns eigentlich der richtige Weg ist. Wie wir das schaffen können, und wie unsere Lösungen doch einen globalen Impact haben können, erzählt Eichinger in dieser Episode.