Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche

hr2 Camino - Religionen auf dem Weg Archiv

100 Episoden
26 Minuten
Wenn autoritäre und populistische Parolen immer mehr Anhänger finden, welche Möglichkeiten haben die christlichen Gemeinden noch, dem Hass etwas entgegenzusetzen? Bettina Schlauraff ist Regionalbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und zuständig für die ländliche Region nördlich von Magdeburg, zwischen Halberstadt, Salzwedel und Stendal. Sie erlebt, wie rechtsextreme Haltungen und Narrative im Alltag zur Normalität werden, wie Sprache sich verschiebt. Sie ist Mitherausgeberin eines neuen Buches mit dem Titel „Kirche gegen den Hass“. Es enthält theologische Reflexionen und zahlreiche Praxisbeispiele. Im zweiten Teil unserer Gesprächsreihe „Liebe braucht Klarheit“ spricht hr-Kirchenredakteur Lothar Bauerochse mit Bettina Schlauraff darüber, wie eine kirchliche Positionierung gegen Rechts aussehen kann.
27 Minuten
Rechtsextreme Positionen fordern Kirchen und christliche Gruppierungen heraus. Die großen Kirchen und auch die Evangelische Allianz haben sich zwar klar gegen einen „völkischen Nationalismus“ ausgesprochen, wie er von rechtsextremen Parteien formuliert wird. Aber auch Christen wählen rechtsextreme Parteien. Und manche christliche Gruppierungen zeigen sich insgesamt anfällig für rechtsextremes Gedankengut. In den USA gehören solche Kirchen sogar zu den gesellschaftlichen Stützen dieses Denkens. Um das zu verstehen, lohnt sich ein Blick in die Geschichte, sagt der deutsche Theologe Thorsten Dietz. Was hat damals die „Deutschen Christen“ zu so radikalen Anhängern der Nazi-Ideologie gemacht? Und warum unterstützen bis heute manche Christen illiberale und antipluralistische Ideen - oft sogar mit theologischen Begründungen? Darüber spricht Konstantin Sacher mit Thorsten Dietz, er ist Systematischer Theologe und arbeitet in Zürich.
24 Minuten
“Ich glaube nichts, mir fehlt nichts.” Unter diesem provokativen Titel gab es schon in früheren Jahren einzelne Veranstaltungen bei Kirchentagen. In der Zwischenzeit aber haben religionssoziologische Untersuchungen gezeigt, dass so eine religiöse Gleichgültigkeit zu einem Megatrend geworden ist. Die aktuellen Kirchenaustrittszahlen belegen das auf ihre Weise. Die Überzeugung, dass alle Menschen „irgendwie” religiös sind, stimmt offenbar nicht mehr. Der in den Niederlanden lehrende katholische Pastoraltheologe Jan Loffeld rückt in seinem Buch “Wenn nichts fehlt, wo Gott fehlt” die größer werdende Zahl der Menschen in den Blick, die existentiell völlig unberührt sind von religiösen Fragen. Die christliche Botschaft werde heute nicht mehr “gebraucht”, um ein irdisches Leben in Freude und Fülle zu leben, schreibt Loffeld. Welche Zukunft das Christentum dann noch haben könnte, erläutert Jan Loffeld im Gespräch mit den hr-Kirchenredakteuren Lothar Bauerochse und Klaus Hofmeister.
25 Minuten
Wenn die Tage heller werden und es wärmer wird, spüren wir: Der Frühling kündigt sich an - eine Zeit, die vieles in Bewegung bringt und neue Energie freisetzt. Für viele steht sie auch für Aufbruch, für Hoffnung und einen frischen Blick auf das, was vor uns liegt. Rita Homfeldt geht in Camino dieser besonderen Stimmung nach und fragt, was uns inspiriert und stärkt für das Neue, das ins Leben tritt.
32 Minuten
Wien gilt als Stadt des Kaffees, der Musik und der großen Gesten. Wer verstehen will, wie ihre Bewohner über Leben, Glauben und Vergänglichkeit denken, muss einen besonderen Ort aufsuchen: dorthin, wo Erinnerung, Religion und Alltag aufeinandertreffen, den Wiener Zentralfriedhof. Er ist Ort der Trauer und des Gedenkens, zugleich aber auch öffentlicher Raum, Park, Naherholungsgebiet und kulturelles Gedächtnis. Hier liegen Komponisten und Politiker, Künstlerinnen, Stadtlegenden und Namenlose. Hier zeigt sich, wie sich Begräbniskultur wandelt - zwischen katholischer Tradition, religiöser Vielfalt, zunehmender Säkularisierung und neuen Formen des Abschieds. Michael Marek hat den Wiener Zentralfriedhof besucht und einen Ort entdeckt, an dem der Tod nicht ausgeklammert wird, sondern mitten im Leben steht.
27 Minuten
Junge jüdische Podcaster und Influencer zeigen online ihre vielfältige religiöse und kulturelle Identität und wollen sich nicht auf Holocaust oder Israel reduzieren lassen. In Podcasts und Videos diskutieren sie Themen wie Religion, Geschlecht und Migration. Zugleich reagieren sie auf politische Krisen und thematisieren verstärkt Antisemitismus - besonders seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023. Jens Rosbach schildert in Camino, wie ihre Aktivitäten den Zusammenhalt der jüdischen Gemeinschaft stärken, die in Deutschland oft verstreut lebt.
26 Minuten
Soziologen sagen, der Verlust sei ein Grundproblem unserer Zeit. Zu den Verlusterfahrungen zählt auch die Religion. Immer mehr Menschen verlassen die Kirchen und verlieren ihren christlichen Glauben. Michael Hollenbach fragt in Camino, was da verloren geht und ob das alles durch etwas anderes ersetzt wird.
26 Minuten
Die Lüge gehört zum menschlichen Alltag. Manchmal ist sie groß und skandal-umwittert, manchmal ist es die kleine unvermeidbare Notlüge. Wir pflegen die Kunst der Lüge geradezu, gleichzeitig lehnen wir sie entschieden ab. Gegen sie scheint kein Kraut gewachsen - weder moralisch noch religiös. Ulrich Land geht in Camino den Spannungen zwischen Wahrheit, Selbstschutz und Verantwortung nach.
25 Minuten
Am vergangenen Sonntag endete der sogenannte “Synodale Weg” mit einer letzten, sechsten Vollversammlung in Stuttgart. Dort trafen sich katholische Bischöfe und Laien sowie Experten, um Bilanz zu ziehen. Was hat das sechsjährige Reformprojekt gebracht? Die Liste der Reformwünsche war lang: Mehr Mitbestimmung von Laien, mehr Transparenz, eine erneuerte Sexualmoral, Segnungen von Homosexuellen und ein Arbeitsrecht ohne Diskriminierung. Außerdem Zugang für Frauen zu den Weiheämtern. Claudia Lücking-Michel war als damalige Vizepräsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken von Anfang an eine treibende Kraft beim Synodalen Weg. Welche Bilanz zieht sie? Welche Aussichten gibt es für spürbare Reformen in der Katholischen Kirche. Darüber haben die hr-Kirchenredakteure Lothar Bauerochse und Klaus Hofmeister mit Claudia Lücking-Michel gesprochen.
27 Minuten
Jenische sind heute eine anerkannte Minderheit in der Schweiz. In den 1920er-Jahren jedoch wurden die Mitglieder dieser Gemeinschaft von Fahrenden als unerwünscht betrachtet und gedrängt, sesshaft zu werden. Das Projekt „Kinder der Landstraße“ zielte auf die Beseitigung der jenischen Minderheit: Kinder wurden ihren Familien entrissen und wuchsen in Heimen oder Pflegefamilien auf, entwurzelt von ihrer Kultur. Viele Eltern sahen ihre Kinder nie wieder. Das brachte der Schweiz den Vorwurf des kulturellen Genozids ein. Dorothea Brummerloh erzählt in Camino vom Lebensschicksal einiger dieser Kinder.
26 Minuten
Als 12-Jährige flüchtet Erika Freeman allein aus Wien vor den Nationalsozialisten zu Verwandten nach New York. Niemand glaubt ihr dort, was sie erlebt hat. Erika kommt in ein Waisenhaus. Als promovierte Psychoanalytikerin macht sie später Karriere, berät Politikerinnen und berühmte Künstler. Mit 98 Jahren lebt sie heute wieder in Wien und gibt jungen Menschen mit, mutig zu sein und Gutes zu schaffen.
25 Minuten
Auch in Italien haben katholische Geistliche in unzähligen Fällen Kinder sexuell missbraucht. Die Betroffenen verlangen Gerechtigkeit, doch der Wille zur Aufklärung ist bei Kirche und staatlichen Stellen nur schwach ausgeprägt. Wie kann das sein? Lisa Weiß ist in Camino auf Spurensuche gegangen.
25 Minuten
Endlich ist sie da: die Rente. Zeit für die schönen Dinge - doch ob der Traum sich erfüllt, bleibt offen. Mit dem Abschied vom Arbeitsleben stellt sich die Frage: Was bedeutet das in einer Gesellschaft, die Leistung ins Zentrum rückt? Damit der Übergang gelingt, sollte er aktiv gestaltet werden. Rita Homfeldt fragt in Camino: Wie gelingt das? Welche Herausforderungen warten? Und hilft der Glaube, im Fluss des Lebens mitzugehen?
27 Minuten
Afrikas Gesundheitssysteme sind vielerorts extrem schwach. Kirchennahe Dienste schließen die Lücke - unterstützt von Hilfsorganisationen und Entwicklungshilfe. Doch den wichtigsten Geber, US-AID, hat Donald Trump zerschlagen. Nun droht die größte Gesundheitskrise der jüngeren Geschichte. Wie kirchliche Arbeit in Kenia in dieser Situation versucht, den Menschen beizustehen, schildert Thomas Kruchem in der nachfolgenden Sendung Camino.
27 Minuten
Die “Church of Interbeing” in der Berliner Genezareth-Kirche verzichtet auf Altar, Kreuz und Kirchenbänke - stattdessen gibt es Kissen, Gesänge an die Erde und Rituale für das Netz des Lebens. Seit 2022 will sie heilige Räume schaffen, um sich mit allem Leben zu verbinden. “Interbeing” - ein Begriff, der von dem Zen-Mönch Thich Nhat Hanh geprägt und als “Verbundenes Sein” verstanden wird - beschreibt die Erde als lebendes System. Geseko von Lüpke berichtet in Camino über die “Church of Interbeing” und die Hintergründe ihres spirituellen Weltbildes.