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100 Episoden
56 Minuten
Books like "The friend" and "Sempre Susan“ have made Sigrid Nunez an internationally famous writer. Now her debut from 1995, "A feather on the breath of god" has been translated again into german. A book about Nunez own background and growing up with a silent chinese-panamanian father and a homesick german mother in housing projects in Brooklyn and on Staten Island. Anne-Dore Krohn met the author in New York City. English version.
51 Minuten
Mit Büchern über wie „Sempre Susan“ und „Der Freund“ wurde Sigrid Nunez international bekannt. Ihr Debut, „Eine Feder auf dem Atem Gottes“ (1995) wurde nun erneut ins Deutsche übertragen – es ist eine kluge literarische Spurensuche über Sprechen und Schweigen, Sprache und Schreiben. Anne-Dore Krohn hat die Autorin in New York City getroffen, wo Nunez 1951 geboren wurde und seither lebt, und mit ihr gesprochen: über den schweigenden chinesisch-panamaischen Vater und die heimwehgeplagte deutsche Mutter, den „deutschen Haushalt“, in dem Nunez in New York aufwuchs, ohne Deutsch zu lernen - und über die Verbindungen zwischen dem Balletttanzen und dem Schreiben.
44 Minuten
Da fliegen Buchstaben durch die Luft, Dinge und Menschen aus dem Fenster, der Vater stirbt einen spektakulären Tod und die Hinterbliebenen - Mutter und Tochter - verstehen sich nicht.„Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron“ ist Familienroman und Bulimie-Erzählung, Identitätssuche und Gewalt-Untersuchung, vor allem aber ist es ein sprachliches Feuerwerk, das in Fragmenten, Listen, Szenen, Reimen und Wiederholungen seinen Themen auf die Spur zu kommen versucht. Yade Yasemin Önder wurde 1985 in Wiesbaden geboren und gewann 2018 den Open Mike Wettbewerb mit Auszügen aus ihrem Roman, der ihr Prosa-Debüt ist. Bisher hat sie vor allem Theaterstücke veröffentlicht. In "weiter lesen" spricht Yade Yasemin Önder darüber, warum sie eigentlich gar keine Prosa schreiben wollte, wie Rassismus innerhalb binationaler Familien funktioniert und wie Klang und Rhythmus ihr Schreiben bestimmen. Am Mikrofon: Nadine Kreuzahler und Thorsten Dönges
40 Minuten
Mit seinen "Journalgedichten" hat der Lyriker Jürgen Becker eine Lyrikform etabliert, die den flüchtigen Alltagsmoment und die fortwirkende Vergangenheit verbindet. "Vom Mitschreiben der Wirklichkeit" hat er diese Methode in seiner Dankesrede für den Büchnerpreis 2014 genannt. In seinem neuen Gedichtband "Die Rückkehr der Gewohnheiten" nimmt der akribische Beobachter Becker die besonderen Pandemiejahre 2020/2021 in den Blick. Gleichzeitig erscheint der Sammelband "Wie es weiterging", der Prosa aus fünf Jahrzehnten versammelt. Am 10 Juli 2022 wird Jürgen Becker "der Chronist der Befindlichkeiten der Nachkriegsjahrzehnte" (Suhrkamp Verlag) 90 Jahre alt. Franziska Walser und Thomas Geiger (LCB) treffen Jürgen Becker zu einem Gespräch darüber, wie es ihm in all den Jahren immer wieder gelungen ist, neue Ausdrucksformen für die stetig dahinschreitende Zeit zu finden.
48 Minuten
Wie viel Idealismus ist lebbar, wie kommt man mit der Einsamkeit zurecht, und was ist ein gelungenes Leben? Das sind Fragen, um die Lucy Frickes neuer Roman „Die Diplomatin“ kreist. Im Zentrum: eine Frau, die keine Zeit hat, über sich selbst nachzudenken, weil sie sich der Diplomatie verschrieben hat. Doch sie stößt an Grenzen und beschließt irgendwann, nach eigenen Regeln zu spielen. Lucy Fricke hat für den Roman mit zahlreichen Diplomat:innen gesprochen und tiefe Einblicke in den Alltag an Botschaften bekommen. Über ihren neuen Roman spricht sie mit Anne-Dore Krohn von rbb kultur und Thorsten Dönges vom LCB.
49 Minuten
Sharon Dodua Otoo hat sich Heinrich Bölls berühmte Erzählung "Dr. Murkes gesammeltes Schweigen" vorgeknöpft - entstanden ist eine sehr besondere, moderne, mutige und unterhaltsame Wiederbegegnung . Otoo, geboren 1972 in London, hat sich die Erzählung mit eigenen Anmerkungen und Kommentaren versehen, und die Herausgeber:innen Katharina Mevissen und Simon Wahlers haben das Ganze graphisch gestaltet. "Eine längst überfällige Begegnung", heißt es so schön im Buch, zwischen dem Nobelpreisträger Böll und der Schriftstellerin und Aktivistin Sharon Dodua Otoo. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thorsten Dönges
50 Minuten
Gabriele Riedle ist In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg unterwegs, als Reporterin und Berichterstatterin. Sie war in Afghanistan, im Jemen, in Libyen und Liberia, Papua Neuguinea und in der Mongolei und hat hat dort Rebellenkämpfe und Bürgerkriege versucht zu verstehen, Machtübernahmen und Diktatorenstürze, Verteilungskämpfe um Land und Bodenschätze. In ihrem Roman lässt sie die Ich-Erzählerin als Kriegs- und Krisenreporterin über ihren Beruf, ihre Einsätze und ihre "Spezies" reflektieren, die sich "immer wieder über den Weg laufen, in Absteigen und in Nobelherbergen, in Flüchtlingslagern und in den marmorglatten Hotelfoyers diktatorischer Regime". Gabriele Riedle nennt ihren Beruf eine Lebensweise, ihre Erzählerin spricht von einem „Abenteuerroman, den wir unser Leben nennen durften“. "Eine Art Abenteuerroman", so ist das Buch in der Anderen Bibliothek auch noch betitelt. Unter welchen Bedingungen arbeiten Kriegs- und Krisenreporter*innen und wie lässt sich davon literarisch erzählen - das ist Thema dieser Folge von "weiter lesen". Am Mikrofon: Nadine Kreuzahler und Thomas Geiger
49 Minuten
Teresa Präauer beginnt ihr neues Buch mit der Beschreibung eines kleinen Jungen - doch er ist nur das Gegenbild: Denn die österreichische Schriftstellerin, geboren 1979 in Wien, widmet ihr Buch einer Figur, die bisher zu kurz gekommen ist, dem „Mädchen“. Was heißt es eigentlich, ein „Mädchen“ zu sein, wie wachsen sie auf? Wie steht es um die glitzernd rosa Mädchenwelt? Teresa Präauer erzählt aus ihrer eigenen Kindheit, hinterfragt eigene Rollenbilder und -klischees und überlegt, ob Mädchen heutzutage wirklich mehr Freiheiten haben als früher. Eine persönlich-verspielte Selbstbefragung und ein kluger, persönlicher Essay über Geschlechterbilder.
1 Stunde 10 Minuten
Nicole Krauss im Gespräch mit Natascha Freundel --- Buchpremiere im LCB vom 30.5.2022 (Englische Originalfassung, ohne Übersetzung) --- "Wie viel Zeit, fragte sie, hätten wir damit verschwendet zu glauben, die Dinge würden uns auf wundersame Weise als Geschenke zuteil, in Form von Zeichen, der Liebe von Männern, im Namen Gottes, statt sie als das zu sehen, was sie waren: Stärken, die wir aus dem Nichts unserer eigenen Tiefen bezogen." -- Die vielfach preisgekrönte New Yorker Schriftstellerin Nicole Krauss ("Waldes Dunkel", "Die Geschichte der Liebe") stellt erstmals ihren Erzählungsband "Ein Mann sein" (Rowohlt) in der deutschen Übersetzung von Grete Osterwald vor. -- Das Buch versammelt zehn Stories aus den vergangenen zwanzig Jahren - dicht komponierte Erzählungen, die in die Schweiz und nach Japan führen, nach Tel Aviv, Kalifornien und Berlin. Krauss erkundet Begegnungen zwischen den Geschlechtern in einer gewaltvollen Welt, vom ersten Begehren bis zur Mutterschaft, vom "Hohelied" bis zur Einsamkeit. "To Be a Man" ist untrennbar von "To Be a Woman". --- Nicole Krauss: "Ein Mann sein", Storys, Aus dem Englischen von Grete Osterwald, Rowohlt 2022, 356 S., 24 Euro, E-Book 19,99 Euro --- Im Podcast "weiter lesen" finden Sie auch eine übersetzte Fassung der Buchpremiere mit deutschem Overvoice und den deutschen Lesepassagen. --- Mehr Infos hier: https://www.rbb-online.de/rbbkultur/radio/programm/schema/sendungen/weiter_lesen/archiv/20220604_1700.html
1 Stunde 8 Minuten
Nicole Krauss im Gespräch mit Natascha Freundel --- Buchpremiere im LCB vom 30.5.2022 (mit deutscher Übersetzung) --- "Wie viel Zeit, fragte sie, hätten wir damit verschwendet zu glauben, die Dinge würden uns auf wundersame Weise als Geschenke zuteil, in Form von Zeichen, der Liebe von Männern, im Namen Gottes, statt sie als das zu sehen, was sie waren: Stärken, die wir aus dem Nichts unserer eigenen Tiefen bezogen." -- Die vielfach preisgekrönte New Yorker Schriftstellerin Nicole Krauss ("Waldes Dunkel", "Die Geschichte der Liebe") stellt erstmals ihren Erzählungsband "Ein Mann sein" (Rowohlt) in der deutschen Übersetzung von Grete Osterwald vor. -- Das Buch versammelt zehn Stories aus den vergangenen zwanzig Jahren - dicht komponierte Erzählungen, die in die Schweiz und nach Japan führen, nach Tel Aviv, Kalifornien und Berlin. Krauss erkundet Begegnungen zwischen den Geschlechtern in einer gewaltvollen Welt, vom ersten Begehren bis zur Mutterschaft, vom "Hohelied" bis zur Einsamkeit. "To Be a Man" ist untrennbar von "To Be a Woman". --- Nicole Krauss: "Ein Mann sein", Storys, Aus dem Englischen von Grete Osterwald, Rowohlt 2022, 356 S., 24 Euro, E-Book 19,99 Euro --- Im Podcast "weiter lesen" finden Sie auch den Originalmitschnitt der Buchpremiere in englischer Sprache mit den deutschen Lesepassagen. --- Mehr Infos hier: https://www.rbb-online.de/rbbkultur/radio/programm/schema/sendungen/weiter_lesen/archiv/20220604_1700.html
50 Minuten
Stefan Hertmans, geboren 1951 in Gent, rekonstruiert in „Der Aufgang“ die Biographie des flämischen Nationalsozialisten Willem Verhulst, der während der Besetzung Belgiens mit den Nazis kollaborierte. Ausgangspunkt war, dass Hertmans viele Jahre in einem Haus wohnte, in dem einst eben jener Verhulst gelebt hatte. Beim Schreiben, so Hertmans, lote er immer auch das Gleichgewicht aus – zwischen dem, was wirklich passiert sei und dem, was man sich ausmale. Den Figuren habe er sich wie mit einem imaginären Mikrofon genähert, und dafür in Briefen, Archiven und Gesprächen mit Familienangehörigen Informationen zusammengesucht. Für ihn stand eine große Frage im Zentrum: An welcher Stelle hat sich die Biographie von Verhulst - der als junger Mann mutig und unkonventionell war - so verschoben, dass das Böse überwog? Im Gespräch mit Anne-Dore Krohn und Thomas Geiger spricht Hertmans über menschliche Ambivalenzen, das Verhältnis von Fiktion und Dokumentation und die Grenzen des Idealismus.
45 Minuten
DIe Hamburgerin Birgit Weyhe gehört zu den starken Erzählerinnen unserer Zeit: Mit ihren Bildgeschichten greift sie wichtige aktuelle Themen auf und entfaltet deren narrative Kraft zwischen Wort und Text. In „Rude Girl“ schildert Birgit Weyhe den Werdegang von Priscilla Lane, einer afroamerikanische Germanistik-Professorin mit karibischen Wurzeln. Aber darf sie als weiße Autorin und Zeichnerin eigentlich über Schwarze schreiben? Welche Fehler kann sie dabei machen, in welche Fettnäpfchen treten? Ein Gespräch über Grenzgänge und Grenzbereiche, über den Vorwurf der "kulturellen Aneignung", über die Kraft von Farben, Strichen und Stiften. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thorsten Dönges
44 Minuten
Eine Bar ist das Herz des Romans "Tanz der Teufel". Zu kongolesischer Rumba geraten hier Glücksritter, Minenarbeiter, Straßenkinder, Prostituierte und Geheimdienstspitzel, Nacht für Nacht in Ekstase und Euphorie. Sie schütteln sich die Auswirkungen der Kolonialisierung, der Bürgerkriege, von Armut, Ausbeutung und Diktaturen aus dem Leib. Wie schon in seinem vielfach ausgezeichneten ersten Roman "Tram 83" verdichtet Fiston Mwanza Mujila auch jetzt wieder Einflüsse aus der Musik, dem Theater, der kongolesischen Tradition und Moderne zu einem ganz eigenen Rhythmus der Sprache, und stellt Fragen zum Umgang mit der Kolonialzeit, zu Macht und modernen und alten Mythen. 2021 wurde "Tanz der Teufel" mit dem Prix Les Afriques ausgezeichnet. Fiston Mwanza Mujila schreibt auf Französisch, die Sprache der ehemaligen Kolonialherren, eine Sprache, mit der er neben drei anderen kongolesischen Sprachen aufgewachsen ist. Fiston Mwanza Mujila spricht sechs Sprachen und ist in vielen Welten zu Hause, isti genauso österreichischer wie Schwarzer Schriftsteller, europäischer wie kongolesischer. 1981 wurde er in Lubumbashi im damaligen Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, geboren und lebt seit 2009 in Graz. Er ist Dichter, Romancier, schreibt Theaterstücke und lehrt afrikanische Literatur. Wie man eine Sprache de-kolonisiert, warum Wörter die Performance brauchen, um frei zu werden, und warum das Schreiben für ihn nur funktioniert, wenn er glücklich ist, davon erzählt Fiston Mwanza Mujila in dieser Folge von "weiter lesen". Am Mikrofon: Nadine Kreuzahler (rbb) und Thomas Geiger (LCB). Das Buch: Fiston Mwanza Mujila "Tanz der Teufel", übersetzt aus dem Französischen von Katharina Meyer und Lena Müller, Zsolnay, 288 Seiten, 25 Euro.
51 Minuten
In „Nevermore” reist eine Frau nach Dresden, um dort den Tod einer Freundin zu betrauern und um Virginia Woolfs Roman „To the Lighthouse“ ins Französische zu übersetzen. Cécile Wajsbrots neues Buch kreist um Vergänglichkeit und Vergangenheit und stellt die Frage, was privat ist und was man teilen kann. Das Übersetzen an sich wird dabei zum Kernthema, diese „ungenaue Wissenschaft, ein immer neu, nicht zum Scheitern, aber zur Unvollkommenheit verdammter Versuch“. Im Gespräch mit Thorsten Dönges und Anne-Dore Krohn spricht Cécile Wajsbrot über den Umgang mit Erinnerung, ihre Erfahrungen als Übersetzerin und ihre Freundschaft zu Anne Weber, deren Übersetzung von "Nevermore" dieses Jahr den Preis der Leipziger Buchmesse gewann.
51 Minuten
Das literarische Frühjahr 2022 hat den Leser:innen viele hervorragende Bücher zu bieten. Ihre persönlichen Favoriten der Saison stellen die Kritikerinnen und Kritiker unserer Literatursendung "weiter lesen" in ihrer Frühjahrsrunde vor. Mit Anne-Dore Krohn, Nadine Kreuzahler, Thorsten Dönges und Thomas Geiger
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Am 22.04 startet der neue Bücherpodcast vom rbb "Orte und Worte". Hier https://www.ardaudiothek.de/sendung/orte-und-worte/12605283/ geht es ab sofort weiter … "Orte und Worte" geht raus: Wir sprechen...