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100 Episoden
52 Minuten
"Under Milk Wood" des walisischen Autors Dylan Thomas über die Bewohner des kleinen Fischerdorfes Llareggub gehört wohl zu den berühmtesten Hörspielen der Rundfunkgeschichte. 1954 wurde es in der BBC das erste Mal gesendet, im selben Jahr schon in der Übersetzung von Erich Fried auch im NWDR. Jetzt hat sich der Dichter und Essayist Jan Wagner, geboren 1971 in Hamburg, an eine neue Übersetzung gemacht. Unter dem Titel "Unterm Milchwald. Ein Stück für Stimmen" ist eine zweisprachige Ausgabe bei Hanser erschienen. Mit Nadine Kreuzahler und Thomas Geiger spricht der Büchnerpreisträger Jan Wagner über seine Motivation für die Neuübersetzung, die besonderen Herausforderungen der Übertragung und sein Verhältnis zu Dylan Thomas.
44 Minuten
In ihrem dritten Gedichtband „Pandoras Playbox“ zeigt die Berliner Lyrikerin Anna Hetzer, dass man Traditionsbewusstsein mit Witz und neuen Narrativen verknüpfen kann: Aus lesbischer Sicht erkundet sie tradierte Mythen und arrangiert sie kritisch neu. Hymen und Hymnen, hysterische Krisen und historische Krisen liegen in diesen Gedichten nah beieinander - und vor ihrem sezierenden Blick ist niemand sicher, weder Aphrodite noch Dornröschen und Jean d’Arc. Und schon gar nicht die heiligen drei Könige: „sind die drei könige mit goldener saugglocke angereist / haben sie eine myrrhetinktur zur wundheilung angerührt / ihre nerven mit weihrauch betäubt?“.
51 Minuten
Die Literatur war eine Männerdomäne, aber nach 1900 veränderte sich das künstlerische Selbstverständnis von Frauen überall auf der Welt von Grund auf. Sie eroberten sich kreative Freiräume, brachten weibliches Denken und Fühlen in die Literatur ein und schufen große Erzählkunst. Die renommierte Literaturkritikerin Sandra Kegel widmet ihnen den Band „Prosaische Passionen“. Insgesamt 101 Erzählungen hat Sandra Kegel zusammengetragen von Selma Lagerlöf, Else Lasker-Schüler, Eileen Chang, Djuna Barnes, Marina Zwetajewa und vielen mehr. Der Band wirft dabei auch einen Blick hinaus über den westlich geprägten Tellerrand nach Asien, Afrika und Südamerika. Einige der Short Stories erscheinen erstmals in deutscher Übersetzung. Ein Mammut-Projekt. Der Manesse-Verlag nennt es einen „repräsentativen Gegenkanon zur patriarchalen Dominanz“. Am Mikrofon: Nadine Kreuzahler und Thomas Geiger
41 Minuten
English Version An interview with the US-american writer Jennifer Egan about her new novel "Candy House". Interview: Anne-Dore Krohn
39 Minuten
In ihrem neuen Roman „Candy House“ erzählt Jennifer Egan von den Folgen der digitalen Revolution und der Sozialen Medien. Egan, 1962 in Illinois geboren, ist bekannt dafür, sich in verschiedensten Erzählformen intensiv mit den Veränderungen unserer Gesellschaft zu beschäftigen. Im Zentrum von "Candy House" steht eine Erfindung, ein Kubus namens „Besitze Dein Unterbewusstes“ , in den man alle seine Erinnerungen – die bewussten und die unbewussten – hochladen und teilen kann. Eine Art digitaler Zauberapparat, der gleichzeitig eine große Chance ist - aber mit der Aufhebung von jeglicher Privatsphäre auch ein bedrohliches Szenario. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn.
54 Minuten
Gespräch und Lesung mit Juri Andruchowytsch, Thomas Geiger (LCB) und Natascha Freundel (Moderation) --- Es ist ein alter Traum von Juri Andruchowytsch: als Moderator einer nächtlichen Radiosendung seine Lieblingsgeschichten zu erzählen und dazwischen seine Lieblingsmusik zu spielen. Genau das tut der Held seines neuen Romans, ein gewisser Josip Rotsky. Zu Rotskys Playlist führt ein QR Code im Buch: „Sie hören RADIO NACHT… Heute ist Freitag, der 13. Dezember.“ - Andruchowytsch spricht über Joseph Roth und Joseph Brodsky, an die der Name des Romanhelden erinnert; über die Playlist seines Lebens und die Ukrainer als "singendes Volk"; über Fantasy und Flucht; und darüber, was der große Krieg Russlands gegen sein Land für die ukrainische Literatur bedeutet. --- Juri Andruchowytsch: "Radio Nacht". Aus dem Ukrainischen von Sabine Stöhr. Suhrkamp 2022, 472 S., 26 Euro. --- Mehr Infos unter www.rbbkultur.de/weiterlesen
50 Minuten
Peter Nadas ist gerade 80 Jahre alt geworden. Der große europäische Erzähler hat vor kurzem sein Archiv an die Berliner Akademie der Künste gegeben und zwei Bücher veröffentlicht: Den Roman „Schauergeschichten“ und den Essayband „Schreiben als Beruf“. In "Schauergeschichten" läßt Nadas ein ganzes Dorf zu Wort kommen, ein ungarisches Dorf an der Donau in den 60er Jahren in Ungarn. Interessiert habe ihn, was in kleinen Laboratorien entstehe, und wie man in eine Katastrophe einfahre, ohne sie zu wollen. In "weiter lesen" spricht er über seine neuen Bücher, über Dörfer, Fotografie und Figuren und sein erstes Prosastück, das er als 11-Jähriger geschrieben hat. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thorsten Dönges
54 Minuten
Welche Bücher sind in diesem Herbst wichtig und was für Themen bringt die Gegenwartsliteratur mit sich? Wie wirkt sich der Krieg in der Ukraine auf den Literaturbetrieb aus, und wie machen sich die steigenden Kosten bei den Verlagsprogrammen bemerkbar? Anne-Dore Krohn von rbbKultur, Thorsten Dönges und Thomas Geiger vom Literarischen Colloquium Berlin und die Autorin Mercedes Spannagel, momentan Hausautorin am LCB, tauschen sich über Themen und Tendenzen des Bücherherbstes 2022 aus, blicken gemeinsam auf die Buchmesse in Frankfurt zurück und verraten ihre persönlichen Lieblingslektüren.
51 Minuten
Am Mikrophon: Natascha Freundel und Thomas Geiger -- Übersetzung: Claudia Dathe --- Der Sänger, Dichter und Romanautor Serhij Zhadan wird am 23. Oktober 2022 in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Der Friedenspreis für einen Autor im Krieg? Das neue Buch „Himmel über Charkiw“ (Suhrkamp) versammelt Zhadans Texte in den sozialen Medien: Sie bilden eine ganz eigene Chronik des Widerstands gegen den russischen Zerstörungskrieg, der seine Stadt - die große moderne Metropole Charkiw - so hart trifft. Am Vortag der Preisverleihung spricht Natascha Freundel mit Serhij Zhadan auf der Frankfurter Buchmesse – über das Schreiben im Krieg, über die Kraft der Lyrik gegen mörderische Propaganda, über Freundschaft und Solidarität gegen blanke Vernichtungswut. --- Serhij Zhadan: "Himmel über Charkiw. Nachrichten vom Überleben im Krieg", Suhrkamp 2022 --- Mehr Infos unter www.rbbkultur.de/weiterlesen
47 Minuten
Eine junge Autorin erforscht das Adoptivverfahren eines Säuglings in den USA der 50er Jahre: Damals vermutete das Jugendamt, dass der Vater des unehelichen Kindes ein "nicht-Weißer" sein könnte und setzte eine Untersuchung in Gang, deren rassistische Mechanismen die Autorin Jahrzehnte später offenlegen will. In "Geschichte eines Kindes" verwebt Anna Kim Persönliches und Politisches auf zwei verschiedenen Zeitebenen. Das verbindende Element ist dabei die Frage, wie Stereotype die Leben derer prägen, die mit ihnen leben müssen. Eine Frage, die die 1977 in Südkorea geborene und in Deutschland und Österreich aufgewachsene Autorin Anna Kim, die mit "Geschichte eines Kindes" für den Deutschen Buchpreis nominiert ist (Longlist), auch in Bezug auf sich selbst stellt.
49 Minuten
„Die Kriegerin“ handelt von einer besonderen Freundschaft zwischen zwei Frauen, die sich bei der Grundausbildung der Bundeswehr kennenlernen. Nach außen wirken Lisbeth und Florentine stark, innen aber sind sie porös und verwundet – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Sie wollen ihre Körper stählen und sich unverletzbar machen. Nach einer Vergewaltigung bricht Lisbeth ihre Grundausbildung ab, Florentine - "die Kriegerin" - absolviert Auslandseinsätze in Afghanistan, Mali, im Kosovo. Nach vielen Jahren der Funkstille treffen sich die beiden Frauen an der Ostsee wieder und können sich langsam und zaghaft ihre Wunden offenbaren – alte und neue Traumata werden freigelegt. "Die Kriegerin" erzählt von Soldatinnen, von posttraumatischen Belastungsstörungen, von Frauen- und Männerrollen und der Flucht vor sich selbst. Helene Bukowski erzählt von ihrer Recherche bei der Bundeswehr, von Bildern als Inspiration für ihr Schreiben und einer Hautkrankheit als Metapher. "Die Kriegerin" ist ihr zweiter Roman. Helene Bukowski, geboren 1993 in Berlin, hat am Literaturinstitut Hildesheim studiert. 2019 erschien ihr Debütroman "Milchzähne", für den sie für mehrere bedeutende Literaturpreise nominiert war und der gerade fürs Kino verfilmt wird. Am Mikrofon: Nadine Kreuzahler und Thorsten Dönges
55 Minuten
Viele kennen Ernest Wichner aus dem Berliner Literaturhaus in der Fasanenstr., bis 2017 war er dort Leiter. Aber Wichner war schon immer ein breit aufgestellter Literaturvermittler: Als Übersetzer, als Ausstellungsmacher, als Herausgeber und als Lyriker. Sein Debut kam 1988 heraus, „Steinsuppe“. Jetzt gibt es einen neuen Gedichtband „Heute Mai und morgen Du“, der Gedichte aus mehreren Jahrzehnten und viele neue Texte versammelt. Ernest Wichner wurde 1952 im Banat in Rumänien geboren, seit Mitte der 70er Jahre lebt er in Berlin. Bei "weiter lesen" spricht er darüber, wie sich die Landschaften seines Lebens und Lesens in seine Gedichte eingeschrieben haben. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thomas Geiger
47 Minuten
Der 15jährige Sohn von Gastarbeitern aus Bosnien Herzegowina, Željko, genannt Jimmy, lebt mit seinen Eltern und Geschwistern zu fünft in einer Zweizimmerwohnung in Ludwigshafen. Gemeinsam mit seiner Mutter arbeitet er für die deutsche Literaturprofessorin Martha in Heidelberg, ist fasziniert von ihrer Bildung und Souveränität – und verliebt sich schließlich in sie. Der zweite Roman »Jahre mit Martha« von Martin Kordić ist ein zärtliche, tiefgreifende und mitreißende Coming-of-age Erzählung. Eine außergewöhnliche Liebesgeschichte, die viel über das Einwanderungsland Deutschland und das Ungleichgewicht der Welt zu erzählen vermag. Im Gespräch mit Nadine Kreuzahler und Thorsten Dönges spricht Martin Kordić über Bildung als Aufstiegsversprechen, die Frage der Herkunft, die Grenze zwischen Begehren und Ausbeutung und darüber, was halb gefrorene Schwarzwälder Kirschtorten und Michael Jackson mit all dem zu tun haben.
56 Minuten
Shelly Kupferberg erzählt in "Isidor. Ein jüdisches Leben" die Geschichte ihres Urgroßonkels Dr. Isidor Geller, der aus ärmlichen Verhältnissen in Galizien kam und nach Wien auswanderte, wo er aufstieg zu einem Multimillionär und Lebemann. Bis die Nazis ihn 1938 ums Leben brachten. Kupferberg ist in viele Archive gegangen, hat Fotoalben durchgeblättert und ist auf einen Dachboden in Tel Aviv gestiegen, gefesselt von Fragen wie diesen: Wie kam er zu so viel Reichtum? Welche Kunstschätze besaß er und wo sind sie geblieben? Und warum floh er nicht, als die Nazis 1938 nach Wien kamen? Aus dem recherchierten Material hat sie die Konturen eines Mannes nachgezogen und ihm seine Geschichte zurückgegeben. Ein Mittschnitt der Buchpremiere im Babylon Berlin. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn
51 Minuten
Ab dem 24. Februar 2022, als Russland den großen Krieg gegen die Ukraine begann, hat Yevgenia Belorusets ihre Beobachtungen, Gedanken und Fragen festgehalten - zuerst als Artikel für den "Spiegel", dann auch als Sprachnachrichten für das rbbKultur Radio. Ihr neues Buch "Anfang des Krieges" versammelt diese Texte. Darin erzählt sie von ihrem Vater, der seine Übersetzungsarbeit fortzusetzen versucht, von Dialogen im Luftschutzkeller, von der Kommunikation über Social Media Kanäle, von Bildern und Nachrichten aus Sumy, Charkiw, Butscha. „Die Umgebung von Kiew, eine feierliche, wunderschöne Landschaft, wo ich einmal ein kleines Haus haben wollte, verwandelt sich vor unseren Augen in eine riesige Gedenkstätte.“ Yevgenia Belorusets ist Künstlerin, Fotografin und Schriftstellerin. Ihr Tagebuch verteidigt das Leben gegen den Tod, Augenblicke des Miteinanders gegen Mord und Zerstörung. Das Nebeneinander verschiedenster Erfahrungen gegen das Schwarz-Weiß des Krieges. --- Aufzeichnung der Buchvorstellung beim 22. Internationalen Literaturfestival Berlin im Collegium Hungaricum am 9. September 2022. Moderation: Natascha Freundel --- Yevgenia Belorusets: "Anfang des Krieges. Tagebücher aus Kiew" erscheint am 13.10.2022 bei Matthes & Seitz Berlin. - Ihr Buch "Glückliche Fälle" erschien dort 2019. --- Mehr Infos und Video der Veranstaltung s. https://www.rbb-online.de/rbbkultur/radio/programm/schema/sendungen/weiter_lesen/archiv/20220910_1700.html
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Am 22.04 startet der neue Bücherpodcast vom rbb "Orte und Worte". Hier https://www.ardaudiothek.de/sendung/orte-und-worte/12605283/ geht es ab sofort weiter … "Orte und Worte" geht raus: Wir sprechen...