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Wiener Börse Podcast Archiv

697 Episoden
14 Minuten
Vom Reinraum bis zum Brenner: PORR baut aus einer Hand! PORR-Chef Karl-Heinz Strauss widerspricht im Gespräch mit Peter Heinrich vom Börsenradio dem Krisengerede: Nicht die Bauwirtschaft stecke in der Krise, sondern vor allem der Immobilien- und Wohnbau. Für Infrastruktur, Energiewende, Rechenzentren und intelligente Verkehrssysteme erwartet er für die kommenden acht bis zwölf Jahre einen Bauboom. Wie technisch PORR inzwischen arbeitet, zeigen zwei Großbaustellen: In Erfurt entsteht für X-FAB die Chipfabrik Fab4Micro samt Reinräumen. Am Brenner-Basistunnel bohren Maschinen wie "Wilma", 200 bis 250 Meter lang und bis zu 3.000 Tonnen schwer. Auch personell baut PORR Brücken: Rund 250 Fachkräfte aus Indien arbeiten in Rumänien, nachdem Kontakte auf Baustellen in Doha entstanden waren. Finanziell stehen 9,8 Mrd. Euro Auftragsbestand einem saisonal schwachen Cashflow gegenüber. Strauss kündigt zum Jahresende wieder einen positiven Cashflow an, will nur passende und profitable Aufträge annehmen und erwartet 2026 ein noch besseres Jahr als das Rekordjahr 2025.
25 Minuten
IPO Spotlight - gemeinsam mit Trending Topics sprechen wir mit einigen der besten Expertinnen und Experten über den Weg von Unternehmen und Scale-ups an die Börse. Sie haben sich vom Keller der Schwiegereltern zu einem der dynamischsten E-Commerce-Unternehmen Europas entwickelt: niceshops aus der Steiermark ist seit der Gründung 2006 zu einem Player mit 45 Shop-Marken und einem Umsatz von fast 170 Millionen Euro aufgestiegen. Da wird irgendwann auch einmal ein Börsengang ein Thema. Genau darüber sprechen wir heute mit Christoph Schreiner und Carina Hödl aus der Geschäftsführung von niceshops. Die Themen: • Vom Keller zum E-Commerce-Player: niceshops‘ Geschäftsmodell mit 45 Shop-Brands und eigenentwickelter Software • Internationale Expansion: 90 % Exportquote, 80 Länder und starkes Wachstum in Zentral- und Osteuropa • KI als Effizienzwerkzeug: Technologieeinsatz in Übersetzung, Automatisierung und Customer Experience • Durch die Krise zur Profitabilität: Restrukturierung 2023/24 ohne Verluste für Partner und Banken • Wachstumsziele und Finanzen: 200 Millionen Euro Umsatz anvisiert, 4 % EBITDA-Marge und Finanzierung aus dem Cashflow • IPO-Pläne konkretisieren sich: Überlegungen zu Rechtsformwandel, Governance und dem richtigen Zeitpunkt • Wiener Börse als Heimatmarkt: Regionale Verwurzelung, Support für Scale-ups und Zugang zu internationalen Investoren Mehr zum Thema Börsengang und Listing an der Wiener Börse: https://www.wienerborse.at/listing/boersegang-ipo/
15 Minuten
RHI Magnesita ist der weltweit führende Weltmarktführer für Feuerfestprodukte, -systeme und -dienstleistungen. CFO Ian Botha erläutert im Rahmen der Hamburger Investorentage von Montega den Umsatzmix mit rund 65 % aus dem Stahlsektor und 35 % aus industriellen Anwendungen sowie die breite geographische und segmentbezogene Diversifikation des Geschäfts. "Our resilience comes from the diversification." Außerdem geht er auf die Kostenstruktur ein, bei der Rohstoffe mehr als 70 % der Gesamtkosten ausmachen, und hebt die rückwärts integrierte Produktion in mehreren Ländern hervor. Übernahmen sind zwar Teil der Strategie, kurzfristig aber nicht geplant. "We have received a very positive response from investors." (Interview in englischer Sprache)
15 Minuten
Helmut Sorger, CFO der Semperit AG Holding, freut sich bei den Hamburger Investorentagen von Montega auf eine "Investment-Community von Format nach hanseatischem Spirit". Semperit fertigt Industrieschläuche, Fördergurte, Rolltreppenhandläufe und Silikonteile. Das erste Halbjahr 2026 läuft stark: Der Umsatz steigt um 11 %. Das EBITDA hat sich mehr als verdoppelt. Gleichzeitig sorgt das Übernahmeangebot des Großaktionärs B&C weiter für Gesprächsstoff, wobei die Produktion derzeit nicht auf Hochtouren läuft. "Wir haben auf jeden Fall noch organische Wachstumskapazitäten. Wir wollen von jetzt ungefähr 700 Millionen Umsatz auf jeden Fall organisch auf die Milliarde wachsen. Und das ist mit den Kapazitätsreserven auch möglich." Sorger: "Als Unternehmen verweisen wir auf 200 Jahre Erfahrung. Wir haben führende Marktpositionen und einen Fokus auf Innovation, Technologie und Verbesserung in den Elastomeren in unserem Kerngeschäft."
8 Minuten
Die Österreichische Post gehört seit 20 Jahren zur Wiener Börse. Der Konzern liefert Briefe, Pakete und längst auch Bankgeschäfte. Neu hinzu kommen Mobilfunk und immer mehr internationale Logistikangebote. Im ersten Halbjahr wächst der Umsatz um 3,8 %. Das EBIT sinkt jedoch um 22 %. Gleichzeitig kauft die Post weiter zu. "Wir haben im ersten Halbjahr doch einige Einmaleffekte gehabt. So haben wir das Telekommunikationsgeschäft mit A1 beendet", erklärt CFO Barbara Potisk-Eibensteiner bei den Montega HIT Hamburger Investorentagen. Die Post ist seit 1. April 2026 mit ihrer eigenen Mobilfunkmarke YELLLOW gestartet, und YELLLOW nutzt aber das Mobilfunknetz von A1. Das Briefgeschäft hat auch weiterhin Bedeutung: "Wir schreiben den Brief nie ab und geben ihn nicht auf. Brief war das Brot, und das Paket die Butter obendrauf." In Osteuropa gibt es einen heiß umkämpften Markt um jedes Paket bei den chinesischen E-Commerce-Firmen.
19 Minuten
Halbjahresbilanz! CEO Klaus Mader beschreibt SBO als im Wandel vom Ölfeldausrüster zum Hochpräzisionstechnologiekonzern. Er spricht über die Auswirkungen der Lage in der Straße von Hormuz auf den Ölmarkt und die Belastungen für Lieferungen in den Nahen Osten. Für SBO ist vor allem ein stabiler Ölpreis von 70 bis 90 Dollar wichtig; außerdem verweist er auf den steigenden Auftragsbestand und Investitionen in 3D-Metalldruck, Hochleistungswerkstoffe und Geothermie.
18 Minuten
ACC wächst, doch die Lieferkette hält nicht Schritt. Fehlende Bauteile lassen halbfertige Produkte im Lager liegen. CFO Florian Heindl erwartet deshalb ein stärkeres zweites Halbjahr. CORE soll die EBIT-Marge ab 2027 auf mindestens 8 % steigern. Das neue Werk kostet 120 Mio. Euro. Zugleich rückt der chinesische Mehrheitseigentümer AVIC FACC geopolitisch in den Fokus. Heindl sieht den Konzern "im Auge eines geopolitischen Sturms".
18 Minuten
Frequentis funkt auf Rekordfrequenz: Im ersten Halbjahr 2026 steigt der Umsatz um 45,8 %, der Auftragseingang um 17 %, der Auftragsbestand liegt erstmals über 800 Mio. Euro. CEO Norbert Haslacher bremst trotzdem die Euphorie, denn Großprojekte wurden aus dem zweiten Halbjahr vorgezogen. Besonders spannend bleibt die US-Flugsicherung: Von einem Modernisierungsprogramm über 12,5 Mrd. USD hält Frequentis in den kommenden 15 Jahren ein adressierbares Volumen von 1,5 bis 2 Mrd. USD für erreichbar. Beim Thema Drohnen setzt Frequentis auf die Datendrehscheibe zwischen Sensorik, Freund-Feind-Erkennung und Abwehr. Haslacher sagt klar: Ganz Europa gegen Drohnen abzuschirmen, sei weder finanzierbar noch technisch realistisch. Gleichzeitig investiert Frequentis bewusst hohe Millionenbeträge in 5G-MCX und FRMCS. Der Ausblick bleibt vorsichtig: rund 15 % Umsatzwachstum und etwa 7 % EBIT-Marge für 2026. Funkstille? Im Geschäftsmodell jedenfalls keine Option. ATM steht für "Air Traffic Management", auf Deutsch ungefähr Luftverkehrsmanagement. Was ist der Unterschied zu Air Traffic Control, also der eigentlichen Flugverkehrskontrolle durch die Lotsen?
10 Minuten
Vom Briefträger zum Logistik-, Bank- und inzwischen auch Mobilfunkkonzern: Die Österreichische Post sortiert ihr Geschäftsmodell rund um Yellow, Bank99 und E-Commerce kräftig um. "Wir wollen als Dienstleister für die Bürger da sein", so IR Harald Hagenauer. Das erste Halbjahr weist einen Umsatz von plus 3,8 % auf, aber eben auch ein EBIT-Minus von 22 %. Wachstumsjahr oder Ergebnisproblem? E-Commerce & Logistics wächst beim Umsatz um 11,5, das EBIT sinkt trotzdem um 14 %. "Wir haben eine Margen-Delle, gehen aber verstärkt ins E-Commerce-Fulfillment und bieten ein Susi-Sorglos-Paket für jede Firma. Denn ein Standbein alleine reicht nicht." Beim Closing von euShipments wurden 55 Mio. Euro Kaufpreis genannt, der Halbjahresabschluss weist 70,2 Mio. Gesamtgegenleistung aus.
11 Minuten
Alois Wögerbauer (3 Banken Generali) sieht noch immer keine Euphorie bei den Anlegern. Er schätzt diese Skepsis: "Die zunehmende Marktbreite stimmt uns zuversichtlich. Aus meiner Sicht haben die Börsen die Unternehmensergebnisse zu Recht höher gewichtet als die Risiken der Geopolitik." Künstliche Intelligenz ist, ganz klar, "ein wesentlicher Treiber und eine wesentliche Stütze der Konjunktur". Ob sich die voluminösen Investitionen auszahlen werden, wie jüngst bei Palantir mit eigenem Rechenzentrum, bleibt abzuwarten. "Man kann KI nicht ignorieren, darf aber nicht nur darauf setzen." So profitiert der ATX stark von den Bankaktien. Allgemein hebt Alois Wögerbauer für Österreich die gute Entwicklung der Wiener Börse hervor und rät in den Depots und Anlegerstrategien zu Diversifikation und einem langfristigen Blick.
15 Minuten
Lenzing zieht beim Konzernumbau die Fasern straffer: Unter der Strategie "Grow Nonwovens, Reset Textiles" verabschiedet sich der Spezialfaserhersteller von margenschwachen Standardtextilien und setzt stärker auf Vliesstoffe für Hygiene, Filter und technische Anwendungen. CEO Georg Kasperkovitz und CFO Mathias Breuer erklären, wie Werksschließungen und zusätzliche Einsparungen von 120 Mio. Euro die Profitabilität heben sollen. Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz auf 1,27 Mrd. Euro, das EBITDA lag bei 239,2 Mio. Euro und das EBIT bei 83,7 Mio. Euro. Der Gewinn nach Steuern hat sich auf 35,6 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Neues Eigenkapital und zusätzliche Finanzierungen sollen den Umbau absichern. Das Ziel: mehr Premium, mehr Nonwovens und weniger Modeabhängigkeit sowie mittelfristig eine EBITDA-Marge von 20 bis 25 %. Vom Holz zur Faser, von der Faser zur Marge: Lenzing spinnt den Konzernfaden neu.
18 Minuten
AMAG steigert Umsatz, EBITDA und Gewinn deutlich. Trotzdem rutscht der Free Cashflow auf -76 Mio. Euro. CFO Claudia Trampitsch erklärt die Kapitalbindung. Sie spricht über Aluminiumpreise, US-Zölle und neue Wachstumsmärkte. Beim Jahresausblick bleibt die Finanzvorständin vorsichtig.
11 Minuten
Thomas Erath, CFO der Zumtobel-Gruppe, ordnet das Jahresergebnis als schwach ein: Der Umsatz ging leicht zurück, der Gewinn fiel auf rund eine Million Euro. Operativ entwickelte sich das Geschäft regional unterschiedlich, mit Rückgängen in mehreren europäischen Märkten und Zuwächsen in Amerika sowie im Nahen Osten und Afrika. Für das kommende Jahr plant Zumtobel Investitionen von 45 bis 50 Millionen Euro, vor allem in Maschinen, Technologien und neue Produkte. Kapitalmaßnahmen sind nicht vorgesehen, und das Unternehmen sieht sich mit rund 430 Millionen Euro Eigenkapital solide aufgestellt.
16 Minuten
Aus aktuellem Anlass geht es zunächst um die Folgen großer Hitze für Infrastruktur und Energieversorgung, etwa Stromausfälle und die Kühlung von Rechenzentren. Matejka spricht auch über die Idee, Datenzentren ins All zu verlagern. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Börsen und die Verschiebung von Kapital hin zu Technologie, Halbleitern, Chips und KI. Matejka beschreibt die Chipbranche als von physikalischen Grenzen geprägt, während Daten- und KI-Anwendungen stark wachsen; China und die zunehmende Abgrenzung zwischen großen Cloud-Anbietern bleiben dabei wichtige Faktoren. Zum Schluss spricht er über Kryptowährungen und Blockchain, insbesondere im Zusammenhang mit Tokenisierung, etwa von Anleihen. Für Anleger sei es schwierig, weil sich Technologien und Märkte ständig verändern und auch klassische Unternehmen wie SAP davon betroffen seien.
30 Minuten
Emerald Horizon: Speicher heute, Energie morgen. Emerald Horizon aus Graz entwickelt Technologien für Energiespeicherung und perspektivisch auch für CO2-freie Energieerzeugung. Im Zentrum stehen zwei Begriffe: DUALstore PLUS, ein hybrider Speicher für Strom und Wärme, und ADES, eine thoriumbasierte Energiequelle mit Teilchenbeschleuniger. CEO Florian Wagner: "Unser USP entsteht in der von einer AI gesteuerten Multicontroll-Unit. Die bestehende Energie gilt es zu optimieren." Der thermische Speicher (ADES-Container) arbeitet mit Flüssigsalz und Temperaturen bis über 500 Grad, Thorium als leicht radioaktives Schwermetall nutzt bei diesem Prozess der Kernenergieerzeugung - "unterkritisch, kilometerweit weg vom Plutonium". Energy as a service: Wie verdient das Unternehmen Geld? "Der Kunde least die Energieproduktion. Wir bauen kein Riesenkraftwerk und auch keine Factory, die Module produziert. Ebenso wenig errichten wir die Infrastruktur."