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Wiener Börse Podcast Archiv

697 Episoden
15 Minuten
Die Märkte in der ersten Jahreshälfte: robust und resilient. Alois Wögerbauer (3 Banken Generali) zeigt sich darüber gar nicht mal überrascht: "Die Märkte haben einfach nur rational gearbeitet." Die Geopolitik juckt die Börsen, anders als uns Menschen und die Medien, eben nur bedingt. "Wir sind weit von einer Weltrezession entfernt." Und von der "größten Energiekrise der Menschheit" kann auch keine Rede sein. Ähnliche Übertreibungen mit Chancen sowie Risiken begegnen uns in sämtlichen Geschichten rund um KI. "Sehr viel Zukunft ist da eingepreist. Die Wahrscheinlichkeit, dass das in einer Korrektur endet, liegt bei 100 Prozent", so Wögerbauer mit einem Augenzwinkern. Bullenmärkte sterben in Euphorie - "aber ich sehe keine euphorischen Anleger." Gleichwohl geht Wögerbauer nicht davon aus, dass der Gesamtmarkt in all seiner Breite von einer Korrektur nach unten gezogen werden könnte. In einem ausgewogenen Portfolio plädiert er zum Beispiel für Pharma und Konsum.
14 Minuten
Aktienmarktstratege Manuel Schleifer (Raiffeisen Bank International) sieht nervöse, und dennoch unbekümmerte Märkte und meint, dass die Zeit für Käufe nicht günstig sei. "Aber irgendwie ist der Markt trotzdem von Allzeithoch zu Allzeithoch geeilt." Wer bereits investiert sei, solle eher halten. "Der Markt ist ja nicht dumm. Er folgt dem üblichen Drehbuch: Er macht sich zu Beginn massiv in die Hose und beginnt das Worst-Case-Szenario einzupreisen. Erst dann, wenn sich der Nebel des Krieges ein bisschen lichtet, haben wir mehr Klarheiten." Dem KI-Geschäft attestiert er "parabolische Anstiege, die nicht unbedingt nachhaltig sind". Droht uns etwa doch ein zweiter Dotcom-Crash? "Der Vergleich hinkt, die Hyperscaler schwimmen im Cash." Trotz horrender Investitionen. "Es ist jedoch schwierig, den gesunden Optimismus von der Euphorie zu unterscheiden. Wahnsinnig sinnvoll ist es, sich emotional schon mal darauf einzustellen, dass diese Party nicht ewig weitergeht."
13 Minuten
Der starke Anstieg des ATX Total Return in diesem Jahr fußt vor allem auf der guten Entwicklung von Finanzwerten und dem wieder stärkeren Interesse der Investoren an Zentral- und Osteuropa. Chefanalyst Mosböck beschreibt Wien als kleineren Markt, der in Aufwärtsphasen oft besonders profitiert, und verweist auf Wachstumspotenzial, Aufholbedarf bei Wohlstand und Infrastruktur sowie EU-Fördermittel in der Region. Außerdem geht es um die Folgen des Nahostkonflikts für Ölpreis und Inflation sowie um die Geldpolitik von EZB und Fed. Mosböck sieht KI als langfristigen Innovationstreiber, rechnet global mit moderatem Wachstum und hält Zentral- und Osteuropa für dynamischer als die Eurozone; für den ATX nennt er Bewertung, Dividendenrendite und Gewinnwachstum als weiterhin attraktiv.
9 Minuten
20 Jahre Börse, mehr als 250 % Gesamtrendite und eine bemerkenswerte Transformation: Walter Oblin zieht Bilanz der Österreichischen Post. Warum der Börsengang zum Wendepunkt wurde, wie die Pandemie das Unternehmen an seine Grenzen brachte und weshalb der CEO selbst Pakete sortierte, erfahren Sie in diesem Podcast. Dazu geht es um Dividenden, Paketgeschäft, neue Geschäftsfelder und die Zukunft eines Konzerns, der längst mehr ist als nur Post.
14 Minuten
Joachim Schönbeck spricht über 25 Jahre Andritz als börsennotiertes Unternehmen und beschreibt den Börsengang als wichtigen Meilenstein in der langen Firmengeschichte. Er erläutert, dass der Schritt Wachstum durch Zukäufe und organische Entwicklung ermöglicht habe und Andritz sich so zu einem Technologiekonzern und großen Maschinen- und Anlagenbauer entwickelt hat.
18 Minuten
Von der Massagepistole zum Börsenunternehmen: Die Fit Group AG wagt den Schritt an die Wiener Börse. Vorstand Dili Acar erklärt, wie aus einer Idee während der Corona-Zeit ein wachsendes Geschäft mit Supplements, Longevity-Produkten und Millionenreichweite entstand. Welche Rolle spielt Bruder Diyar Acar? Wie wichtig sind Social Media und Fußball? Und warum soll die Börse jetzt das nächste Wachstum ermöglichen?
16 Minuten
"Wolftank ist ein Green-Tech-Unternehmen mit Fokus auf Umwelt- und Infrastrukturtechnik. Wir entsorgen die Vergangenheit und versorgen die Zukunft." Das Unternehmen aus Innsbruck saniert Umweltschäden, modernisiert Infrastruktur, recycelt belastete Stoffe und baut Lösungen für Wasserstoff und erneuerbare Energien. Das Geschäftsjahr 2025 war ein Jahr der Transformation, "mit operativen Herausforderungen, verzögerten Projektabwicklungen sowie einem ungünstigen Margen- und Projektmix", erklärt CEO Simon Reckla. Das erste Quartal 2026, sieht mit mehr Umsatz, deutlich mehr Ergebnis und der bestätigten Prognose deutlich besser aus. Hinzu kommt die neue Strategie und der "Innovationstrichter" GreenLead 2030 mit dem Ziel 250 Millionen Euro Umsatz und 12 % EBIT-Marge. Auf der HV wurde kürzlich eine Ermächtigung für einen Aktienrückkauf bis 2028 beschlossen. "Unser Fokus liegt klar auf dem profitablen und organischen Wachstum."
16 Minuten
Biogena Good Vibes Invest AG will an die Börse - und vorher frisches Kapital einsammeln. Im Interview spricht Gründer und CEO Dr. Albert Schmidbauer über den Weg vom Mikronährstoffanbieter für Ärzte und Therapeuten zur eigenen "Gesundheitsdestination" mit Präparaten, Diagnostik, Biohacking, Plazas, Academy und digitalen Angeboten. Die Zahlen sind ambitioniert: rund 125 Mio. Euro Konzernumsatz, etwa 500 Mitarbeiter, über 30.000 Partnerärzte und Therapeuten, rund 1 Mio. Kunden und das Ziel, bis 2030 auf rund 500 Mio. Euro Umsatz zu wachsen. Der Wachstumsmotor soll vor allem Deutschland sein. Dazu kommen E-Commerce, Apothekenkanal, Export und Biogena One. Schmidbauer betont: Die Produktionskapazität für 500 Mio. Euro Umsatz sei in Salzburg bereits vorhanden. Mit der Kapitalerhöhung von bis zu 25 Mio. Euro brutto will Biogena die Community stärker einbinden. Danach ist eine Notierung im Direct Market Plus der Wiener Börse geplant. Die Frage bleibt: Ist die Dosis Wachstum richtig gewählt?
4 Minuten
Die Finanzexperten Oswald Salcher und Oliver Roth über den Ausbau des österreichischen Kapitalmarkts. Im Rahmen des Wiener Börsenpreises erklären beide, die "Aktienkultur in Österreich" ausweiten zu wollen. "Wir haben das erste Mal das Gefühl, dass die Politik den Kapitalmarkt richtig ernst nimmt." Noch viel mehr Menschen sollen Aktien kaufen und ihre Altersvorsorge stärker über Aktien und Wertpapiere aufbauen, möglichst auch mit österreichischen Titeln. Im Vergleich zu Deutschland wird auf einen dort deutlich geringeren Anteil an Aktieninvestoren verwiesen. Für Österreich wird genannt, dass derzeit rund 30 Prozent Aktionäre seien, dieser Anteil aber weiter steigen solle.
7 Minuten
Die UNIQA Insurance Group AG macht die beste Medienarbeit und erhält eine Auszeichnung beim Börsepreis in Wien. Klimawandel und Naturkatastrophen zwingen das Unternehmen zu einer langfristigen Strategie (bis 2050 im Konzern), denn "Bilanzjahre sind den Naturkatastrophen relativ egal", so CEO Rene Knapp. "Es geht beim Thema Nachhaltigkeit auch stets um eine konsequente Haltung, die man auf einen langen Zeitraum einnimmt." Knapp verweist auf die Gründung von Uniqa Sustainable sowie auf ESG-Ziele bis 2040 und 2050 mit Zwischenetappen.
6 Minuten
Die A1 Telekom Austria AG beeindruckt nachhaltig beim Wiener Börsepreis und holt zum dritten Mal den Nachhaltigkeitspreis. "Wenn wir dekarbonisieren, machen wir das in erster Linie, indem wir Energie einsparen. Damit sparen wir nicht nur Kosten, damit sparen wir auch CO2-Emissionen. Damit treiben wir auch die Modernisierung unserer Netze voran", so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Thomas Arnoldner, der davon überzeugt ist, dass "ein weiterer Treiber von Bandbreiten" der Einsatz von Künstlicher Intelligenz sein wird. "er Phantasie sind in diesem Kontext so gut wie keine Grenzen gesetzt." Arnoldner spricht zudem über den schrittweisen 2G-Rückbau, der Kapazitäten für neue Technologien schafft.
9 Minuten
Christoph Boschan, Chef der Wiener Börse, spricht von einer "neuen historischen Zugewandtheit". So gab sich der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker mit seinem Finanzministerium beim Börsepreis im Palais Niederösterreich die Ehre. "Österreich ist ein unglaublich reiches Land mit einem sehr aktiven und erfolgreichen Unternehmertum. Hier liegt eine unmittelbar zu aktivierende Wachstumsreserve für das Land." Der ATX Total Return schlägt den Euro Stoxx derzeit deutlich. Boschan erklärt zudem, wie niedrig verzinste Ersparnisse stärker investiv genutzt werden könnten. Er fordert vor allem bessere Rahmenbedingungen für die private Altersvorsorge und verweist auf große ungenutzte Sparvolumina. Zudem ordnet er die Entwicklung des ATX Total Return ein und betont die neutrale Rolle der Börse.
4 Minuten
Börsepreis Wien: Dritter Rang beim ATX-Preis für die Strabag AG. 42 % der Leistung erbringt das Unternehmen in Deutschland. "Die dortige Infrastruktur wurde in den letzten Jahren definitiv vernachlässigt. Wir gehen davon aus, dass wir sehr viel Arbeit in Deutschland haben werden", so der CEO Stefan Kratochwill. Die Strategie 2030 lauscht dem Dreiklang "People, Planet und Progress". Zusätzlich beackert Strabag sechs Kernfelder, darunter Hightech-Buildings, Energie- und Wasserinfrastruktur, aber auch Property and Facility Service. "Der Wohnungsbau macht bei der Strabag unter 7 Prozent aus." Das Geld aus dem Kapitalmarkt bleibt also auch in Zukunft willkommen.
17 Minuten
"Wir können das, was eine Großbank kann, aber wir sprechen wie eine Regionalbank." Die Oberbank ist anders, weil sie eine verlässliche Alternative in der Deutschen Bankenlandschaft ist. Seit dem Börsengang 1986 wurden laut Oberbank jedes Jahr Dividenden gezahlt, in Summe 765 Mio. Euro. In diese Zeit fällt auch die "wahre Gründung" der altehrwürdigen Bank, so der designierte Generaldirektor Martin Seiter. Die Zahl der Aktionärinnen und Aktionäre stieg seither von rund 1.000 auf über 10.000. "Wir sind keine Wohlfühlbank, sondern eine High-Performance-Bank, also zum Erfolg verdammt." 2025 war ein Rekordjahr. Vorsteuergewinn: 477 Millionen Euro. Provisionsergebnis plus 12,6. Risikovorsorge niedriger Eigenkapital plus 6,3 %. Gleichzeitig fiel das Zinsergebnis um 5,3 % und die At-Equity-Beteiligung ging um 24 % zurück.
12 Minuten
Nikolaus Juhasz ist seit Juli 2024 Vorstandsvorsitzender der BKS Bank. Er arbeitet bereits seit mehr als 25 Jahren im Unternehmen und gilt als klassischer Hausaufsteiger mit starkem Firmenkundenhintergrund. Zuvor leitete er große Vertriebsregionen der Bank in Österreich. Er sieht einen "Transformationsprozess in der mitteleuropäischen Wirtschaft“ und zahlreiche Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Die Kreditnachfrage steigt - die Kapazitätserweiterungen finden allerdings im außereuropäischen Ausland statt. "Aber wir sehen gerade auch bei unseren Firmenkunden, dass nach wie vor sehr viel investiert wird im Bereich der Nachhaltigkeit", so Juhasz im Rahmen des Wiener Börsenpreises.