Medizinische Fakultät - Digitale Hochschulschriften der LMU - Teil 02/19 Archiv
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In der vorliegenden Arbeit wurde der Einsatz eines Computergestützten fallbasierten Lernprogrammes in einer interaktiven und einer identischen nicht-interaktiven Version mit einer papieradaptierten interaktiven Version desselben Lernmaterials unter Berücksichtigung subjektiver und objektiver Testparameter untersucht. Den in die drei Gruppen randomisierten Studierenden des 4. Klinischen Semesters wurde eine Kontrollgruppe ohne Praktikumsteilnahme gegenübergestellt. Alle Studierenden hatten einen Test vor und nach dem Semester zu absolvieren, wobei jeweils 4 Röntgenbilder und 14 Multiple Choice-Prüfungsfragen aus bisherigen zweiten Staatsexamina zur Anwendung kamen. Zusätzlich hatten die Studierenden einen Evaluationsbogen mit verschiedenen epidemischen und motivationsbezogenen Fragen zu beantworten. Im Multiple Choice Test zeigten alle drei Gruppen signifikant bessere Resultate als die Kontrollgruppe, am meisten die nichtinteraktiv am Computer arbeitende Gruppe, wobei zwischen den Interventionsgruppen kein signifikanter Unterschied bestand. Bei der Röntgenbildinterpretation schnitt die interaktiv am Computer arbeitende Gruppe am besten ab. Wieder hatten alle drei Interventionsgruppen signifikant höhere Testergebnisse als die Kontrollgruppe. Die Studie zeigt, dass fallbasierte Computerlernprogramme erfolgreich in ein bestehendes Curriculum integriert werden können und auch schon bei kleiner Intervention einen signifikanten Lernerfolg aufweisen. Es zeigen sich Vorteile der interaktiven Version bezüglich der Simulation des späteren ärztlichen Tätigkeitsfeldes. Die Überprüfung des reinen Wissenszuwachses ergibt hingegen keinen signifikanten Unterschied zwischen den verschiedenen Lernmedien oder -versionen.
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In der vorliegenden Arbeit wurde die Eignung einer tiefen Analgosedierung mittels kontinuierlicher Infusion von Propofol und Remifentanil sowie intermittierenden Bolusgaben an Propofol nach intravenöser Prämedikation mit Midazolam, zur diagnostischen oder therapeutischen Herzkatheteruntersuchung im Kindesalter untersucht. Es handelt sich dabei um eine Anwendungsbeobachtung. Es zeigte sich, dass die Analgosedierung mit Remifentanil und Propofol eine sichere und zuverlässige Methode zur Herzkatheteruntersuchungen im Kindesalter darstellt.
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In den Jahren 1996 und 1997 wurden am Klinikum Ingolstadt 302 Personen an benignen Erkrankungen der Schilddrüse operiert. 257 Eingriffe wurden beidseitig durchgeführt, 45 einseitig, das häufigste Operationsverfahren war mit 60,3 % der Fälle die subtotale Resektion nach Enderlen-Hotz. Der N. laryngeus recurrens war insgesamt 544 mal "at risk", eine Nervendarstellung war in 97 Fällen erfolgt. Die passagere Pareserate betrug 2,02% bezogen auf die Anzahl der gefährdeten Nerven und 3,75% bezogen auf die Anzahl der Operationen, die permanente Pareserate lag bei 0 %. Unterschiede zwischen Nervendarstellung und Nichtdarstellung ließen sich nicht ausmachen. An Komplikationen traten Parästhesien in 15,9 %, Heiserkeit in 9,2 %, Nachblutungen in 2,3 %, Wundheilungsstörungen in 1,7 %, Atemnot in 1,3 % und Tetanie in 1 % der Fälle auf. In einem drei Jahre nach dem Eingriff versandten Fragebogen äußerten 59,1 % der Behandelten große Zufriedenheit, 36,4 % waren zufrieden und 4,5 % unzufrieden. Eine Beschwerdebesserung war bei insgesamt 80 % der Operierten eingetreten. Eine anhaltende postoperative Heiserkeit bei intakter Stimmbandfunktion läßt das Vorliegen einer N. laryngeus superior - Schädigung bei mindestens 3 Patienten vermuten.
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Die individuelle Lebensqualität unterscheidet sich signififkant von der mit Standart-Instrumenten gemessenen gesundheitsbezogenen Lebensqualität und muß desahlb streng von dieser unterschieden werden. Die Erfassung der individuellen Lebensqualität liefert für Arzt und Patient wichtige Erkenntnisse über die entscheidenen Lebensbereiche des Patienten.
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In Deutschland besteht ein Mangel an Spenderhornhäuten, der sich in Wartelisten zeigt. Es stellt sich die Frage, ob dieser Mangel tatsächlich auf einer unzureichenden Spendebereitschaft der Bevölkerung beruht und welche Faktoren auf diese Einfluss nehmen. Deshalb wurden in dieser Arbeit in einer Querschnittsuntersuchung an 264 möglichen Hornhautspendern eines Jahres die Einflussfaktoren für die Entscheidung der Angehörigen analysiert. Es zeigte sich, dass einige soziologische Faktoren die Spendebereitschaft beeinflussen. Diese sind im Besonderen der Familienstand des potentiellen Spenders, sein Wohnort und der des nächsten Angehörigen, der Bildungstand des Spenders, sowie situative Faktoren wie die Todesursache. Jedoch sind nur der Wohnort des potentiellen Spenders und der Angehörigen in einer multivariaten Analyse auch statistisch signifikant. Als weitere Faktoren scheinen der Familienstand und der Verwandtschaftsgrad zum Verstorbenen die Entscheidungsfindung zu beeinflussen. Diese sind jedoch in der statistischen Analyse nur Trends. In dieser Untersuchung konnte erstmals für Deutschland gezeigt werden, welche Faktoren einen Einfluss auf die Hornhautspende haben. Da viele Faktoren eingehen und der einzelne Effekt gering ist, zeigte sich, dass zur weiteren Untersuchung dieser Faktoren sehr hohe Fallzahlen nötig sind, wie sie in multizentrischen oder epidemiologischen Untersuchungen erreicht werden können. Eine detailliertere Kenntnis der beeinflussenden soziologischen Faktoren kann helfen, die Einwilligungsgespräche zu verbessern. Zudem erleichtert das Verständnis der die Entscheidung beeinflussenden Faktoren auch eine gezieltere Aufklärung und Information der Öffentlichkeit zum Thema Organspende. Insgesamt kann dies dazu beitragen, die Anzahl der Spenderhornhäute zu erhöhen, was die Wartezeit für den einzelnen Patienten auf eine Keratoplastik in Deutschland verkürzt.
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Die anatomisch hoch auflösende Computertomographie zählt zu den Standard-techniken bei der Untersuchung des Felsenbeins. Um die feinen Strukturen klar abgrenzen zu können, sind Aufnahmen in axialer und koronarer Ebene nötig. Es ist prinzipiell möglich, die koronare Ebene aus axialen Datensätzen zu rekonstruieren, jedoch waren diese Rekonstruktionen bisher von unzureichender Qualität. Das Ziel dieser Studie war, die Qualität von Mehr- und Einzeilen-Spiral-CTs in der Darstellung verschiedener anatomischer Strukturen des Felsenbeins zu vergleichen. Dabei wurden einerseits primär axial akquirierte Bilder beider Aufnahmetechniken verglichen, in der koronaren Ebene jedoch primär koronar akquirierte Einzeilen-CT-Bilder mit koronar multiplanar rekonstruierten Mehrzeilen-CT-Bildern. Die Ergebnisse zeigten dabei Folgendes: Bei 60% der anatomischen Strukturen war die Übereinstimmung der Auswerter bei den Mehrzeilen-CT-Bildern deutlich besser als bei den Einzeilen-CT-Bildern. Ein ähnliches Bild zeigte sich in der koronaren Ebene. Hier war die Übereinstimmung in 58% der Fälle bei den koronar multiplanar rekonstruierten Bildern besser als bei den primär koronaren Bildern der Einzeilen-CT. Auch bei der Abgrenzbarkeit der einzelnen Strukturen waren die Ergebnisse ähnlich: In 82% (Auswerter 1) bzw. 84% (Auswerter 2) der Fälle waren die anatomischen Strukturen besser auf primär axial akquirierten Mehrzeilen-CT-Bildern abgrenzbar als auf Einzeilen-CT-Bildern. Ebenso waren in 88% (Auswerter 1) bzw. 90% (Auswerter 2) der Fälle bei den koronar multiplanar rekonstruierten Mehrzeilen-CT-Bildern die anatomischen Strukturen besser erkennbar als bei den primär koronaren Einzeilen-CT-Bildern. Zusammenfassend bringt die Mehrzeilen-CT entscheidene Vorteile mit sich. Erstens können noch feinere Strukturen dargestellt werden. Zweitens werden die Untersuchungszeiten noch kürzer; dies ist insbesondere bei Kindern von großem Interesse, da so häufig auf eine Sedierung verzichtet werden könnte. Drittens kann durch die Möglichkeit der Rekonstruktion die Strahlenexposition ohne Qualitäts-verlust reduziert werden. Die Option der Rekonstruktion ist auch bedeutend bei immobilen Patienten, bei denen primär koronare Aufnahmen nicht möglich sind. Aufgrund der wesentlich besseren Leistung bei der Abgrenzbarkeit der einzelnen Strukturen, der qualitativ gleichwertigen, wenn nicht sogar besseren koronar multiplanar rekonstruierten Aufnahmen ist die Mehrzeilen-CT Methode der Wahl zur Darstellung des Felsenbeins.
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Die Wurzelbehandlung der Milchzähne zielt darauf ab, die Milchzähne bis zur natürlichen Exfoliation gesund und funktionell zu erhalten. Zu den häufigsten endodontischen Therapien im Milchgebiss gehören die Amputation der entzündeten Kronenpulpa und die Applikation eines Wundverbandes auf die Wurzelpulpa. Ziel dieser retrospektiven Studie ist es, zwei un-terschiedliche endodontische Pulpotomietechniken in Bezug auf ihre klinische Erfolgsrate zu untersuchen: die Vitalamputation unter Nutzung eines Kalziumhydroxid-Präparates und unter Verwendung von Formokresol. Insgesamt wurden in der Poliklinik für die Zahnerhaltung und Parodontologie der Universität München bei 190 Kindern im Alter von 2 bis 11 Jahren endodontische Behandlungen durch-geführt. 25 Kinder sind für die Nachuntersuchung nicht erschienen. In der Studie wurden so-mit 165 Kinder davon 90 (54,5 %) Jungen und 75 (45,5 %) Mädchen behandelt und nachuntersucht. Die Studie umfasst 394 wurzelbehandelte Milchmolare. 181 Zähne wurden mit Formokresol und 213 Zähnen mit einem Ca(OH)2-Präparat versorgt. Die Kavitätenpräpa-ration, die Amputation der Kronenpulpa, das Aufbringen des Medikaments unter absoluter Trockenheit und die finale Versorgung des Zahnes erfolgten in allen Fällen in derselben Sit-zung und unabhängig von der Kooperationsbereitschaft des Patienten. 117 (29,7 %) Wurzel-behandlungen wurden bei kooperativen Kindern in konventioneller Behandlung gelegt. Bei unkooperativen oder behinderten Kindern wurden 175 Zähne (44,4 %) in Intubationsnarkose und 102 Zähne (25,9 %) in Sedierung behandelt. Die Ergebnisse der endodontischen Maßnamen wurden über einen Zeitraum von 3 Jahren dokumentiert (Ø 23 Monate bei der Calxyl-Methode und Ø 27 Monate bei der Formokresol-Methode). Von den 213 mit Ca(OH)2-Präparat behandelten Milchmolaren wurden 92 Zähne (43 %) aufgrund klinischer Symptome, wie Schmerzen, Fistelung, interradikuläre oder apikale Aufhellung, extrahiert. 121 Zähne (57 %) wiesen keine klinischen Symptome auf. Von den 181 Zähnen, die mit Formokresoltechnik behandelt wurden, sind hingegen lediglich bei 23 Zähnen (13 %) klinische Symptome aufgetreten. 158 (87 %) Zähne blieben symptomlos. Obwohl das verwendete Ca(OH)2- Präparat als Wundverband pulpafreundlicher als For-mokresol ist, liegt die Erfolgsrate für die Kalziumhydroxid-Pulpotomie bei der repräsentati-ven, großen Patientengruppe 30 % unterhalb einer Behandlung mit Formokresol. Zahlreiche Literaturangaben bestätigen sogar weit höhere Misserfolgsquoten. Dennoch steht mit Kalzi-umhydroxid ein bewährtes Material zur Abdeckung der Amputationswunde am Milchzahn zur Verfügung: die vorliegende Studie zeigt, dass bereits allein durch eine geeignete Ab-schlussversorgung des Milchzahnes mit einer Kinderstahlkrone die Vitalerhaltung signifikant verbessert werden kann. Insbesondere bei Patienten ab dem Vorschulalter erscheint zudem eine Unterstützung durch blutstillende Maßnahmen mit Gingipak sinnvoll, da diese adrenalin-haltigen Pellets eine bakterielle Entzündung besonders effektiv hemmen. Die Studie belegt darüber hinaus, dass die strenge Einhaltung des Indikationsbereiches für die Behandlung mit Kalziumhydroxid-Präparaten zu Erfolgsquoten führt, die an die Behandlung mit allen gängigen Pulpotomiematerialien anschließt. Bei sorgfältig selektierten Patienten-gruppen werden daher weniger als 5 % Behandlungsmisserfolge verzeichnet (vgl. Waterhou-se). Infolge der systemischen und toxischen Unbedenklichkeit von Kalziumhydroxid kann dieses Material daher bevorzugt eingesetzt werden, sofern die vorausgehende Diagnose den Rahmen des engen Indikationsbereiches nicht überschreitet.
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Die Studie sollte Aufschluss über den Zusammenhang zwischen der 3020insC Mutation des NOD2/CARD15-Gens und chronisch marginalen Parodontitiden erbringen. Untersucht wurden 80 Patienten mit chronischer Parodontitis und 122 gesunde Patienten. Ein Zusammenhang konnte nicht nachgewiesen werden.
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Im Rahmen dieser Studie wurden drei Homebleaching-Produkte (Colgate Platinum (R), Dentsply NuproGold TM, Discus Dental Nite White Excel (R)) an drei Gruppen mit je 15 Probanden bezüglich Ihrer Bleichwirkung sowie Wirkungsdauer getestet. Es wurden individuell angefertigte Bleichschienen mit Reservoir verwendet. Eine signifikante Zahnaufhellung wurde bei allen drei Produkten nachgewiesen. Colgate Platinum (R) zeigte die besten Ergebnisse bei gleichzeitig stärkster Ausprägung von Nebenwirkung wie Hypersensibilität und Gingivairritationen. Die Bleichanwendung führte bei keinem Probanden zu nachgewiesen Schäden an Zahnhartsubstanz oder Gingiva. Sämtliche Nebenwirkungen sind reversibel. Zur Abschluß-Untersuchung, 24 Monate nach der Bleichanwendung, erschien der Bleicheffekt nur geringfügig reduziert. Neuere Produkte zeigen bei geringerem technischen und finanziellem Aufwand ähnlich gute Ergebnisse wie das Homebleaching dieser Untersuchung. Eine sorgfältige Indikationsstellung ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Bleichbehandlung.