Vom russischen „Spion mit Flossen“ zum Flughafenkomplott
in Leipzig.
Wenn aus bloßem Verdacht ernste Beschuldigungen
werden.
Ein Kommentar von Rainer Rupp.
Vorwort
Wenn eine politisch motivierte Journaille mit einem Heer von
Presstituierten in selbsterklärten "Qualitätsmedien" zum
Propaganda-Megafon der Regierungseliten des kollektiven Westens
geworden ist, dann werden selbst aus harmlosen Kuriositäten
alarmierende Nachrichten über angebliche russische Spionage- und
Sabotageoperationen. Wenn Ermittler dann keine Beweise finden,
ist die Propaganda-Karawane längst zum nächsten Projekt
weitergezogen.
Das alles erinnert an Verfahren aus vergangenen, autoritären
Zeiten, bei denen die Justiz nicht von einer Straftat ausgeht, um
den Täter zu ermitteln, sondern umgekehrt gegen einen
unerwünschten Menschen ermittelt und dazu nach einem passenden
Vergehen sucht, das man ihm anhängen kann. Die Journaille
assistiert dabei, dass aus einem unbegründeten Anfangsverdacht
schnell Gewissheit wird. Eventuelle, von anderer Seite geäußerte
Zweifel an der Schuld des Angeklagten werden amtlich als
bösartige Verleumdung und Untergrabung des öffentlichen
Vertrauens in die staatlichen Institutionen bezichtigt, was
inzwischen ebenfalls ein Straftatbestand ist.
Bei einer KI-gestützten Recherche zu den in den vergangenen
Jahren gegen Russland erhobenen Vorwürfen wegen Spionage,
Sabotage und anderer finsterer Machenschaften stößt man auf eine
bemerkenswerte Serie von Geschichten. Kaum geschah etwas
Ungewöhnliches, Unerklärliches oder schlicht nicht
Identifizierbares, stand Russland als mutmaßlicher Täter bereit.
Die Beweislage war häufig überschaubar, die Gewissheit der
öffentlichen Verdächtigungen dagegen umso eindrucksvoller.
Spätere Untersuchungen ergaben, dass die anfänglichen
Anschuldigungen nicht belegt werden konnten. Die Tatsache, dass
die Vorfälle ganz andere Ursachen haben könnten, hatte von
Russen-Hass geifernde Politiker und Medien nicht zurückgehalten,
die die Gunst der Stunde für ihre anti-russische Propaganda
nutzten wollten. Mit beträchtlichem publizistischem Aufwand
wurden die ungeprüften Beschuldigungen in die Welt hinausposaunt.
Wenn sich dann jedoch die Vorwürfe als falsch erwiesen hatten,
gab es keine Entschuldigung und wenn überhaupt, nur eine
klitzekleine Notiz zur Korrektur, gut versteckt, wo keiner sie
las.
Manche dieser Geschichten wären hervorragendes Material für ein
Satiremagazin gewesen – hätte man sie nicht mit dem ernsten
Gesicht vorgetragen, das für die Verkündigung geopolitischer
Wahrheiten offenbar unerlässlich ist. Der Spionagewal vor
Norwegen ist dafür ein besonders anschauliches Beispiel.
Und nun, nach der europäischen Drohnenpanik von 2025, liefert die
erneute politische Einordnung angeblicher Drohnenvorfälle als
russische hybride Kriegsführung offenbar weiteren Stoff. Wenn die
jüngsten Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Flughafen Leipzig-Halle
bereits als Beleg für einen russischen Angriff auf Deutschland
behandelt werden, stellt sich allerdings eine naheliegende Frage:
Seit wann ersetzt die politische Deutung eigentlich den Nachweis
des Tatgeschehens?
Nachfolgend untersuchen wir anhand konkreter Ereignisse, wie aus
einem Wal ein russischer Geheimagent wurde und wie aus
unidentifizierten Flugobjekten russische Kampfverbände und aus
unbelegten Verdächtigungen hybride Kriegsführung
wurde....https://apolut.net/war-es-russland-von-rainer-rupp/
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