In Berlin deuten die Zeichen auf eine Regierung, die tatsächlich
glaubt, durch die Verstaatlichung vorhandener Wohnungen ließe
sich das Problem mangelnden Wohnraums und dadurch steigender
Mieten beheben. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wie
schlecht es um das ökonomische Verständnis im Land steht, dann
ist er damit wohl erbracht. Allerdings passen die Pläne des
möglichen rot-grün-roten Bündnisses in eine Kette politischer
Entscheidungen, die schon in den letzten 15 Jahren dazu
beigetragen haben, das Wohnungsproblem zu verschärfen. Studien
zeigen, dass bereits eine Mietpreisbremse das Angebot an
Wohnungen reduziert und damit die Wohnungsnot steigert. Ja, die
Glücklichen, die eine Wohnung besitzen, freuen sich über
unterhalb der Inflationsrate liegende Mietsteigerungen, aber für
diejenigen, die neu auf den Markt kommen, führt es zu noch mehr
Knappheit. Das Angebot sinkt dabei über verschiedene Kanäle:
Mieter bleiben in ihren Wohnungen, weil die Bremse ihre Miete
deutlich unter den Marktpreis senkt, Eigentümer verzichten auf
das Vermieten oder verkaufen die Wohnungen lieber gleich an
Selbstnutzer. Der Neubau wird – trotz aller Beteuerungen der
Politik, neu gebaute Wohnungen von den Regeln auszunehmen –
eingeschränkt, weil Investoren wissen, dass es nur eine Frage der
Zeit ist, bis sie doch darunter fallen werden. Und natürlich
bleibt bereits die Drohung mit Enteignung nicht ohne Folgen.
Daniel Stelter spricht mit dem Ökonomen Dr. Mathias Dolls vom ifo
Institut darüber, wie teuer die Berliner Wohnungspolitik schon
heute ist, wie man Mieter entlastet, ohne den Mangel zu
verschärfen und was geschehen müsste, damit Wohnungssuchende
endlich wieder eine echte Chance haben.
Hinweis
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Hörerservice
Studie Die Kosten des Regulierungsrisikos am Berliner
Wohnungsmarkt von Mathias Dolls, Clemens Fuest, David
Gstrein, Carla Krolage und Florian Neumeier, ifo Institut –
Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität
München: https://t1p.de/8d8zf
Beitrag Die Auswirkungen von Mietpreisbindungen aus der
Perspektive der empirischen Forschung: Ein nahezu vollständiger
Überblick über die Literatur (a.d.Eng./Red.) Von
Konstantin A. Kholodilin im Journal of Housing Economics:
https://t1p.de/hztwc
Studie Die Überführung von großen Wohnungsbeständen ins
Gemeineigentum – Optionen und Fallstricke von Sebastian
Dullien, Patrick Kaczmarczyk, Tom Krebs, Achim Truger, Institut
für Makroökonomie und Konjunkturforschung bei der
Hans-Böckler-Stiftung: https://t1p.de/05m55
Gutachten Ökonomische Effekte der Vergesellschaftung
großer Wohnungsbestände am Beispiel Berlins von
Klaus-Jürgen Gern, Stefan Kooths und Jonas Zdrzalek, Kiel
Institut für Weltwirtschaft:
https://t1p.de/nw9gd
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