Folge 13: Menschlichkeit braucht Verbundenheit und Mitgefühl –
Christel Fangmann und Dr. Mustafa Aydogdu
insan … Mensch sein – MitMENSCHsein | Auf dem Weg zur Bremer
Menschlichkeitsverfassung
Was bedeutet Menschlichkeit in einer Zeit, in der
Digitalisierung, gesellschaftliche Veränderungen und politische
Spannungen unser Zusammenleben prägen? Wie können wir
Verbundenheit schaffen und Mitgefühl im Alltag leben?
In Folge 13 begegnen wir zwei Menschen, die aus unterschiedlichen
Lebensgeschichten heraus Antworten auf diese Fragen suchen.
Christel Fangmann, interkulturelle Trainerin und seit vielen
Jahren in Bremen engagiert, versteht Menschlichkeit als
unmittelbare Begegnung. Menschen mit allen Sinnen wahrzunehmen,
ihnen zuzuhören und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen, ist für sie
entscheidend. Dabei spielt auch die Gestaltung unserer
Lebensräume eine wichtige Rolle: Wohnungen, Architektur und
öffentliche Plätze sollten den unterschiedlichen Bedürfnissen der
Menschen gerecht werden.
Sie erzählt von ihrer Freude daran, Menschen miteinander zu
verbinden, von ihrem freiwilligen Engagement und davon, wie die
Geburt ihres Enkelkindes ihr Verständnis von Verbundenheit
verändert hat. Eine Begegnung mit hilfsbereiten Frauen in
Marrakesch zeigt ihr, wie Menschlichkeit auch ohne gemeinsame
Herkunft unmittelbar erfahrbar wird.
Für die Bremer Menschlichkeitsverfassung wünscht sie sich das
Recht jedes Menschen, seine Fähigkeiten und Wünsche entfalten zu
können – und ein Leben, das von Respekt, Geborgenheit und
Lebensfreude geprägt ist.
Im zweiten Teil berichtet Dr. Mustafa Aydogdu von seinem
Lebensweg. In Istanbul geboren, kam er als Achtjähriger nach
Deutschland. Seine Eltern vermittelten ihm eine Haltung, in der
Hass und die Abwertung anderer Menschen keinen Platz hatten.
Als Arzt erlebt er täglich, wie wichtig echtes Mitgefühl ist.
Fachliche Kompetenz allein genügt ihm nicht: Patientinnen und
Patienten müssen spüren, dass sie ernst genommen werden. Eine
eigene Erfahrung als Patient hat ihm gezeigt, wie viel eine
kleine menschliche Geste bewirken kann.
Mit Sorge betrachtet er gesellschaftliche Entwicklungen, bei
denen Macht und Eigennutz die Menschlichkeit verdrängen. Sein
Vorschlag für die Bremer Menschlichkeitsverfassung: Minderheiten
sowie sozial und wirtschaftlich benachteiligte Menschen brauchen
besonderen Schutz.
Eine Sendung über Begegnungen, Vertrauen, freiwilliges Engagement
und die Verantwortung, Menschlichkeit nicht nur einzufordern,
sondern selbst zu leben.
Musikalisch begleitet uns unter anderem Louis Armstrong mit „What
a Wonderful World“.
Moderation: Claudius Jöcke. Klanggestaltung und
Sendeverantwortung: Norbert Ellrich.
Eine Produktion der Medienwerkstatt Huchting in Zusammenarbeit
mit dem Kulturladen Huchting.
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