Folge 16: Menschlichkeit braucht Mut, Mitgefühl und offene Herzen
– Carsten Bremer und Irene Löwenthal-Morgan
insan … Mensch sein – MitMENSCHsein | Auf dem Weg zur Bremer
Menschlichkeitsverfassung
Was bedeutet Menschlichkeit, wenn aus Mitgefühl konkretes Handeln
wird? Wie verändert sich unser Blick auf andere Menschen, wenn
wir ihre Lebensgeschichten kennenlernen, ihnen helfen und selbst
Unterstützung erfahren?
In Folge 16 begegnen wir zwei Menschen, deren Erfahrungen zeigen,
wie viel Menschlichkeit im alltäglichen Miteinander entstehen
kann.
Carsten Bremer wurde 1967 in Bremen geboren und bezeichnet sich
selbst als Kosmopolit. Seine Reisen haben ihn gelehrt, anderen
Kulturen mit Offenheit, Respekt und Neugier zu begegnen. Für ihn
gehören zur Menschlichkeit nicht nur Empathie und Toleranz
gegenüber Menschen, sondern auch die Achtung vor Tieren und der
Natur.
Besonders prägend ist seine Freundschaft mit einer jungen Frau
aus Uganda, die er 2018 auf einer Reise über den Viktoriasee
kennenlernte. Als sie 2024 nach Deutschland kam und hier einen
Neuanfang suchte, entschied er sich, sie zu unterstützen. Er
erzählt von Behördengängen, Sprachbarrieren und den
Herausforderungen des Ankommens – aber auch davon, wie sehr diese
Erfahrungen sein eigenes Leben bereichert haben.
Seine Überzeugung: Menschlichkeit braucht Mut. Mut, Verantwortung
zu übernehmen, bei Hass und Ausgrenzung nicht wegzuschauen und
anderen Menschen ohne Erwartung einer Gegenleistung beizustehen.
Als Symbol wählt er die liegende Acht, das Zeichen der
Unendlichkeit. Denn Mitmenschlichkeit hat für ihn weder Anfang
noch Ende.
Im zweiten Teil lernen wir Irene Löwenthal-Morgan kennen. Sie
wurde 1949 auf einer Farm in Cinta in Liberia geboren und kam
Anfang der 1990er-Jahre während des Bürgerkriegs mit ihren
Kindern nach Deutschland. Die Aufnahme durch Freunde und die
Unterstützung, die sie damals erfuhr, sind für sie bis heute
eindrückliche Beispiele gelebter Menschlichkeit.
Heute engagiert sie sich ehrenamtlich in der Bremer
Zionsgemeinde. Einmal im Monat kocht sie für Menschen, die
gemeinsam an einem liebevoll gedeckten Tisch essen können –
unabhängig davon, ob sie etwas bezahlen können. Auch die
Begleitung älterer Menschen, ihre frühere Arbeit im Kindergarten
und die Sorge um ihre Familie gehören zu ihrem Verständnis von
Mitmenschlichkeit.
Irene Löwenthal-Morgan erinnert daran, wie wichtig Zuhören,
Mitgefühl und ein bewusster Umgang mit unseren Ressourcen sind.
Ihr Vorschlag für die Bremer Menschlichkeitsverfassung lautet:
„Wir sind Menschen, wir sollen einander achten, respektieren,
tolerieren und voneinander lernen, um miteinander in Frieden
leben zu können.“
Als Symbol der Menschlichkeit wählt sie einen Baum: fest
verwurzelt, lebendig und Schutz spendend für Menschen und Tiere.
Eine Sendung über Hilfsbereitschaft ohne Eigennutz, über Flucht
und Ankommen, über die Kraft kleiner Gesten und über den
Ubuntu-Gedanken: „Ich bin Mensch, weil du bist.“
Moderation und Redaktion am Mikrofon: Claudius Jöcke.
Klanggestaltung, technische Umsetzung und Sendeverantwortung:
Norbert Ellrich.
Eine Produktion der Medienwerkstatt Huchting in Zusammenarbeit
mit dem Kulturladen Huchting.
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