Folge 14: „Ich sehe dich“ – Menschlichkeit beginnt mit Begegnung
insan … Mensch sein – MitMENSCHsein | Auf dem Weg zur Bremer
Menschlichkeitsverfassung
Was braucht es, damit Menschen sich gesehen, angenommen und
miteinander verbunden fühlen? Manchmal genügt ein Lächeln, ein
freundlicher Blick oder die Bereitschaft, einem anderen Menschen
zuzuhören.
In Folge 14 begegnen wir zwei Menschen, deren unterschiedliche
Lebenswege zeigen, wie Menschlichkeit im Alltag entstehen und
wachsen kann.
Inka Helmke wurde in Bremen-Huchting geboren und ist
Geschäftsführerin des Mütter- und Familienzentrums Huchting.
Außerdem engagiert sie sich ehrenamtlich im Bremer Rat für
Teilhabe und Diversität in der Migrationsgesellschaft.
Für sie bedeutet Menschlichkeit, Menschen nicht vorschnell nach
Herkunft, Geschlecht oder Aussehen einzuordnen. Ihr Leitgedanke
lautet: „Ich sehe dich.“ Sie erzählt von ihrer früheren Tätigkeit
in der internationalen Raumfahrt, von der Offenheit ihres
Elternhauses und von kleinen Begegnungen, die große Wirkung
entfalten können.
Besonders wichtig sind ihr öffentliche Räume, in denen Menschen
ungezwungen zusammenkommen. Eine Bank, ein freundlicher Platz
oder gemeinsame Aktivitäten können Verbundenheit schaffen und das
Zusammenleben im Stadtteil bereichern.
Im zweiten Teil lernen wir Khadim Fall kennen. Er wurde 1979 in
Dakar im Senegal geboren. Seine Lebensgeschichte führt von einer
zunächst wohlhabenden Kindheit über Armut, Gewalt und persönliche
Krisen bis zu einer tiefgreifenden Veränderung seiner
Lebenseinstellung.
Er berichtet, wie Begegnungen mit anderen Menschen, der Boxsport
und die spirituelle Gemeinschaft der Baye Fall ihm halfen, Hass
und Gewalt hinter sich zu lassen. Die Baye Fall gehören zu einer
sufischen Tradition des Islam im Senegal. Für Khadim Fall stehen
Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft, Gewaltlosigkeit und die
Verantwortung gegenüber anderen Menschen im Mittelpunkt.
Seine Überzeugung: Menschlichkeit bedeutet, das eigene Ego
zurückzustellen, die Freiheit anderer zu achten und niemanden
auszugrenzen. Gerade Menschen, die neu in einem Land ankommen,
brauchen offene Türen und Unterstützung.
Musikalisch begleiten uns unter anderem Paul McCartneys „Ebony
and Ivory“ sowie westafrikanische Klänge von Ali Farka Touré und
Ry Cooder.
Eine Sendung über das Gesehenwerden, die Kraft persönlicher
Veränderung und die Erkenntnis, dass wir nur miteinander wirklich
Mensch sein können.
Moderation: Claudius Jöcke. Klanggestaltung und
Sendeverantwortung: Norbert Ellrich.
Eine Produktion der Medienwerkstatt Huchting in Zusammenarbeit
mit dem Kulturladen Huchting.
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