Am Wochenende war in einem Nachbarstädtchen ein herbstlicher
Kreativmarkt. Mehr als 40 Aussteller und Ausstellerinnen haben
vorgestellt, was sie als Hobby machen und ihre Produkte zum Verkauf
angeboten. Wir sind früh genug gefahren, dass wir kurz nach der
Eröffnung dort waren. Da gab es adventliche Dinge und Gestricktes
und Gehäkeltes. Da waren Töpferwaren und Gemälde, Schmuck und
Dekoartikel, die eben nicht Massenware aus China sind. Ich liebe
bei solchen Ausstellungen die ruhige Anfangszeit, weil dann noch
nicht so viele Leute da sind und man in Ruhe alles anschauen kann –
und was mir noch viel wichtiger ist, man kann mit den Aussteller
plaudern. Im Scherz habe ich bei einer Modistin, die
tatsächlich hobbymäßig Hütte herstellt, gesagt, dass ich keinen Hut
brauche, da ich behütet bin und habe auf meinen Schleier verwiesen.
Sie hat gelacht und gesagt: Ja, der Schleier steht ihnen gut, und,
dass sie auch sonst gut behütet sind, merkt man. Meine Begleiterin,
eine junge Frau, die zum Kloster auf Zeit bei uns war, hat ein
bisschen verdutzt geschaut und wohl den Zusammenhang nicht gleich
verstanden. Also haben wir uns darüber unterhalten, was es bedeuten
könnte, gut behütet zu sein, und sie verstand plötzlich und konnte
mir sogar die Stelle aus dem Alten Testament nennen, wo es heißt:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht
leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht
über dich und gebe dir Frieden. Da war es dann an mir, verblüfft zu
sein. Noch viel erstaunlicher wurde es, als wir an einem Stand
mit einer Frau ins Gespräch gekommen sind, die für einen Verein
viele schöne Dinge arbeitet und verkauft. Dieser Verein kümmert
sich um Familien deren Kinder mit schweren Herzfehlern geboren sind
und oft viele Jahre und viele Krankenhausaufenthalte tragen müssen.
Sie hat mir gesagt, meine Tochter ist nur mit einem halben Herzen
geboren und musste drei große Operationen aushalten, aber
mittlerweile geht es ihr so gut, dass wir alle spüren, dass sie gut
behütet ist. Da war es wieder, dieses Wort vom "gut behütet sein".
Was bedeutet es für dich, gut behütet zu sein? Manchmal ist es
nicht falsch, diese Frage sich selbst zu stellen und darüber
nachzudenken.
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