Herzlich willkommen zum gemeinsamen Beten.Bei unserem Konzertabend
mit dem Orchester der Franziskusschule wurden auch bearbeitete
Texte aus dem Musical "Traum oder Wirklichkeit" von Helmut Schlegel
gelesen. Ein Text ist vielen Gästen besonders hängen
geblieben, weil er von einem Traum erzählt, den Vita Vitoria
vorgelesen hat. Und ich lese einige Ausschnitte daraus vor, weil
sie, glaube ich, sehr ins Nachdenken bringen. Es heißt im
Text: "Ich träumte von einer Kirche, zu der Menschen aller
Rassen und Nationen gehören,viele Farben und Sprachen, einfache
Leute und Gebildete.Sie lebten miteinander. Sie kannten keine
Eifersucht und keine Machtkämpfe.Sie sprachen über ihren Glauben
und ihre Hoffnungen,sie sprachen davon, was sie trägt und wem sie
vertrauen. Ich träumte von einer Kirche, da schlugen sie nicht
auf die Tische,sondern sie schlugen sich an die Brust. Sie wuschen
sich nicht die Köpfe,sondern die Füße. Sie probierten Salz für die
Erde zu sein, wie es das Evangelium sagt.Man sah ihnen an, dass ihr
Leben Geschmack hat, den Geschmack von Freiheit und Lebensfreude.
Es war nicht langweilig in ihren Kirchen. Die Kinder fühlten sich
wohlund die alten Menschen lebten auf.Es machte Freude,
Gottesdienst zu feiern, und ein heiliger Ernst war auf ihren
Gesichtern. Ich träumte von einer Kirche, die einem Schiff
glich, das sich mutig dem Meer anvertraute.Sie alle waren wie eine
Mannschaft, einer verließ sich auf den anderen.Sie überließen die
Sorge für die Welt nicht den Experten,sie trauten ihren eigenen
Gaben, sie hörten auf ihren Gott und aufeinander.Und so waren sie
eine lebendige Einladung für die vielen, die suchennach Sinn und
Gerechtigkeit. Ich träumte von einer Kirche, in der sie
genauso gut beten konntenwie Politik machen oder zupacken. Sie
legten Hand an, wo es nötig warund kein Dienst war ihnen zu
gering.Sie waren Freunde der armen und kleinen Leute und keiner
brauchte sich bei ihnen zu schämen. Sie setzten sich ein für
gerechte Arbeitslöhne und für das Recht auf Asyl. Ich
erwachte aus meinem Traum und ich war verzweifelt,weil es nicht so
ist, wie ich geträumt hatte. Ich dachte: Es ist nur ein Traum,der
wieder verschwindet. Dann aber erinnerte ich mich an die alten
Erzählungen der Bibel. Im Traum, sagt die Bibel, hörst du
deine innerste Stimme, im Traum hörst du Gott.Ich las: "Die Zeit
ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.Kehrt um und glaubt an das
Evangelium!" (Mk 1,15) Und ich wusste, dass es wahr ist, was
ich geträumt hatte,dass es wahr werden wird. Ich wusste, dass ich
selbst der Anfang meines Traumes sein kann."
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.