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Vor gar nicht allzu langer Zeit wurde ich im Unterricht
gefragt: "Ist Ihnen schon mal ein echtes Wunder passiert?"Und
ich habe erst einmal ganz trocken gesagt:"Nein."Die Schülerin, die
gefragt hatte, war sichtlich irritiert. Wahrscheinlich hatte sie
mit einer anderen Antwort gerechnet.Und ich machte es nicht besser,
sondern sagte noch:"Also zumindest nicht so, wie ihr Wunder gerade
beschrieben habt. Etwas völlig Unmögliches, Außergewöhnliches,
womit niemand gerechnet hat. Wenn das ein Wunder sein soll, dann
habe ich so etwas noch nie erlebt."Zu meiner großen Freude gingen
sofort mehrere Finger hoch. Andere fragten direkt:"Aber ist es dann
für Sie kein Wunder, wenn jemand einen schlimmen Autounfall
überlebt?"Und genau da wurde das Gespräch spannend.Denn ich glaube
schon an Wunder. Sehr sogar. Und ich glaube auch daran, dass Gott
in unserem Leben wirkt. Aber ich glaube nicht an Wunder wie in
Zaubershows. Nicht an spektakuläre Einzelmomente, die plötzlich
alle Naturgesetze außer Kraft setzen.Wunder sind für mich etwas
anderes.Wunder sehe ich dort, wo Menschen trotz Verzweiflung
füreinander da sind.Wo jemand bleibt, obwohl Weggehen leichter
wäre.Wo Menschen sich gegenseitig tragen, obwohl sie selbst kaum
noch Kraft haben.Wunder geschehen dort, wo Verbundenheit stärker
ist als Angst oder Einsamkeit.Und eigentlich sind die Wunder in der
Bibel oft genau so erzählt. Nicht wie Zauberei. Da gibt es keine
magischen Formeln und keine großen Tricks. Stattdessen passiert
etwas anderes: Menschen werden angesehen. Berührt. Aufgerichtet.
Ihnen wird wieder Hoffnung zugesprochen.Für mich ist genau das das
eigentliche Wunder.Dass Menschen wieder in Beziehung treten können.
Mit sich selbst. Mit anderen. Mit Gott.Trotz allem, was weh tut.
Trotz Leid, Dunkelheit und Verzweiflung.Und vielleicht beginnt
genau dort Gottes Wirken. Nicht immer laut und spektakulär. Aber
tief und lebensverändernd.
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„Wunder“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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