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Heute lebt Anne Hahn in Berlin und fühlt sich zu Hause in der
deutschen Sprache, an den Flüssen und am Meer. Die Entscheidung für
ein halbes Jahr als Stadtschreiberin nach Magdeburg zurückzukehren
sei auch mit Ängsten verbunden gewesen. In den letzten Jahren aber
habe sie bereits versucht sich der Stadt anzunähern, über ihre
Liebe zum 1. FC Magdeburg. Das Stadtschreiber-Stipendium nutzte
Anne Hahn, neben zahlreichen Lesungen und
Diskussions-Veranstaltungen, um ihren begonnenen Roman
abzuschließen, der sich zeitlich in die großen Veränderungen des
Sommers 1989 einordnet. Da sie diesen selbst nicht in Magdeburg
erlebte spürte Anne Hahn ihm in langen Stadtwanderungen nach,
versuchte ihn über viele Gespräche zu ergründen. „Ausfallschritt“
ist der Titel des Romans. Im kommenden Herbst wird er im Verlag
Pfaueninsel erscheinen.

Anne Hahn wurde 1966 in Magdeburg geboren. Nachdem die gelernte
Krankenschwester mehrere Punk-Konzerte und Lesungen organisierte
verlor sie ihren zugesagten Studienplatz für Kulturwissenschaften.
Nach Erpressungsversuchen zur Mitarbeit für die Staatssicherheit
plante Anne Hahn ihre Flucht nach Westdeutschland, versuchte im Mai
1989 über Aserbaidschan in den Iran zu gelangen. Sie wurde
verhaftet und wegen versuchter Republikflucht zu einem Jahr und
zehn Monaten Haft verurteilt. Den Mauerfall am 09. November 1989
erlebte sie im Gefängnis im thüringischen Hohenleuben und wurde im
Rahmen einer Amnestie Ende November 1989 entlassen. Sie zog nach
Berlin und studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Germanistik.
Seit 1999 ist Anne Hahn als Autorin tätig, publizierte zahlreiche
Porträts und Rezensionen. In Ihrem Debütroman „Dreizehn Sommer“,
2005 bei Schirmer/Graf in München erschienen, griff Anne Hahn ihre
Erlebnisse von 1986 bis 1999 autobiographisch auf. In neuer Ausgabe
kam er 2014 als „Gegenüber von China“ im Ventil Verlag heraus. Es
folgten Biographien, Sachbücher und Romane. 2007 erschien
„Stadionpartisanen“ über Fans und Hooligans in der DDR, 2008
„Satan, kannst du mir nochmal verzeihen“ über den Punk-Musiker
Dieter „Otze“ Ehrlich. 2014 veröffentlichte der Ventil Verlag den
Roman „DreiTagebuch“ und 2017 „Das Herz des Aals“. Zusammen mit
Frank Willmann schrieb Anne Hahn 2021 „Vereint im Stolz - Fußball,
Nation und Identität im postjugoslawischen Raum“ für die
Bundeszentrale für politische Bildung Bonn, 2021 das literarische
Sachbuch „Lebus - Ein Ortsporträt für culturcon medien, 2022 legte
sie zusammen mit Frank Willmann „negativ-dekadent: Punk in der DDR“
im Ventil Verlag vor und 2023 „Anne Hahn träumt Christian Beck“ bei
Volandt & Quist. 2024 arbeitete Anne Hahn als Beraterin an
einer Ausstellung zu Punk in Ost-Berlin im Berliner Humboldt Forum
mit. In verschiedenen Zeitzeugen-Foren und in Schulen gibt sie
Auskunft über unangepaßte Jugendliche in der DDR, Flucht und
Haft.

Moderation Thomas Bille

Redaktion: Angelika Zapf
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„MDR KULTUR trifft Anne Hahn“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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