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Seit 36 Jahren sind Ost- und Westdeutschland wieder vereint. Nach
45 Jahren Teilung trat am 03. Oktober 1990 der Einigungsvertrag in
Kraft. Die zentralen Feierlichkeiten finden in diesem Jahr vom 02.
bis 04. Oktober in Bremen unter dem Motto „Viele Stärken - Ein
Land“ statt. Auch das Bundesland Thüringen wird sich dort
präsentieren. Peter Wurschi, seit 2018 Thüringer Landesbeauftragter
zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, besuchte am Vortag des 03.
Oktober das Grenzmuseum Schifflersgrund zum 35sten Jubiläum. Es ist
die älteste Gedenkstätte ihrer Art an der ehemaligen innerdeutschen
Grenze, gelegen zwischen Hessen und Thüringen.

Das „Grüne Band“ in Deutschland, der größte zusammenhängende
Biotopverbund, verläuft ca. 1400 Kilometer entlang der ehemaligen
innerdeutschen Grenze, erstreckt sich von Travemünde an der Ostsee
bis zum Dreiländereck bei Hof an der Grenze zu Bayern, Sachsen und
Tschechien. Dieser historisch gewachsene Natur- und Erinnerungsraum
verweist auf eine zentrale Erfahrung vieler Deutscher, stand für
Trennungen von Familien und wirtschaftlichen Beziehungen und
insbesondere für die Menschen im Osten Deutschlands für staatliche
Überwachung und Zwangsumsiedlungen. 2018 wurde erstmals in einem
Bundesland, in Thüringen, das „Grüne Band“ als nationales
Naturmonument gesetzlich verabschiedet. Dieser Schutzstatus
nationales Naturmonument beinhaltet die Gleichgewichtigkeit von
Natur und Erinnerungskultur. Ende 2023 setzte die
Kultusministerkonferenz das gesamte „Grüne Band“ auf die deutsche
Tentativliste für das UNESCO-Welterbe. Die Konferenz der
Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Folgen
der kommunistischen Diktatur forderte im Juni 2026 die Bundesländer
auf, die Bewerbung des „Grünen Bandes“ als gemischtes
UNSECO-Welterbe aktiv zu unterstützen, einschließlich der
Gedenkstätten und Grenzlandmuseen.

In Suhl wurde Peter Wurschi 1975 geboren. Von 1995 bis 2000
studierte er Politikwissenschaften, Soziologie, Philosophie und
Psychologie an der Universität Leipzig. Thema seiner Abschlußarbeit
war die Erforschung der Entwicklung der politischen Opposition in
Suhl. Als Stipendiat der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der
SED-Diktatur schrieb Peter Wurschi seine Promotion zu
DDR-Jugendprotestkultur in Thüringen. Im Böhlau Verlag wurde sie
unter dem Titel „Rennsteigbeat. Jugendliche Subkulturen im
Thüringer Raum 1952 bis 1989“ veröffentlicht. 2007 legte Peter
Wurschi ein erstes Konzept zur Entwicklung einer Gedenk- und
Bildungsstätte in der ehemaligen Erfurter
Stasi-Untersuchungshaftanstalt Andreasstraße vor. Ab 2008 arbeitete
er bei der Stiftung Ettersberg und ab 2010 als Lehrbeauftragter an
der Universität Erfurt. Von 2014 bis 2016 war Peter Wurschi
Mitglied der Expertenkommission des Deutschen Bundestages zur
Zukunft der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des
Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR.

Moderation Thomas Bille

Redaktion: Angelika Zapf
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„MDR KULTUR trifft Peter Wurschi“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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