Kritikgespräch. Gut vorbereitet. Freundliche erste Sätze. Und
plötzlich springt sie auf. Die Tür fällt zu.
In dieser Folge geht es um das, was in diesem Moment wirklich
passiert. Bei ihr. Und bei dir.
Du erfährst, warum ein sachlicher Satz wie ein Erdrutsch wirken
kann. Warum Hinterherlaufen fast so falsch ist wie Ärger. Und
warum Geduld hier schneller ans Ziel führt als jede Klärung.
Am Ende weißt du, was eine zugefallene Tür bedeutet. Nicht das
Ende. Etwas Schwierigeres.
Kontaktaufnahme über E-Mail:
Bitte schreibt mir einige Sätze, wo ihr Unterstützung braucht.
Wir vereinbaren einen Telefontermin und besprechen Weiteres.
Bitte schreibe an:
epsilon-gruppe-6h@icloud.com
Ich freue mich über Deine Kontaktaufnahme.
Drei Reflexionsfragen für Dich:
Wie behutsam war mein letzter kritischer Einstieg wirklich,
und wie hat er gewirkt?
Wie viel Vertrauen ist zwischen uns da, bevor ich etwas
anspreche, das mein Gegenüber vielleicht nicht an sich sieht?
Wo steht die Person gerade, im Schock, in der Abwehr, im Tal
oder schon in der Akzeptanz, und was braucht sie jetzt von mir?
Goldnuggets
Wer flüchtet, argumentiert nicht. Erstarren, Aufspringen,
Rausrennen sind keine Entscheidungen, sondern eine Stressreaktion:
Das Nervensystem schaltet von Gespräch auf Gefahr. In diesem Moment
ist inhaltlich nichts mehr zu klären, der denkende Teil des Gehirns
ist offline.Die Kritik hat einen blinden Fleck getroffen oder eine
Fassade aufgerissen. Das Johari-Fenster erklärt den Schock:
Entweder sieht die Person zum ersten Mal ein Bild von sich, das
alle anderen längst kennen, oder etwas mühsam Verborgenes wird
plötzlich sichtbar. Der vertrauensvolle Bereich war zu klein für
diese Wahrheit. Blinde Flecken öffnen sich nie unter Druck, sondern
nur mit Beobachtungen und Fragen statt Etiketten.Die Phasen lassen
sich nicht überspringen: erst Sicherheit, dann Beziehung, dann
Inhalt. Nach dem Schock folgen Verneinung und Tal, erst danach wird
Akzeptanz möglich, und jedes vorschnelle „Lassen Sie uns das
sachlich klären“ verlängert das Tal. In den ersten Minuten Raum
geben, dann eine kleine Brücke bauen, im Folgegespräch fragen statt
verkünden. Und ehrlich prüfen, ob die Wucht der Reaktion auch etwas
über die eigene Wirkung sagt.
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