Was machen Gerüche mit uns? Was lösen sie in uns aus? Warum riechen
manche Dinge gut, andere nicht? Wie viel Parfum sollte man
eigentlich benutzen? Und warum ist es so wichtig, dass wir den
eigenen Partner riechen können? Im Gespräch mit carpe diem-Host
Daniela Zeller öffnet der Mediziner und Neurowissenschaftler
Johannes Frasnelli die Pforten zum geheimnisvollen Universum der
Gerüche. Denn „Schnüffeln“ ist quasi seine Leidenschaft – konkret:
die Erforschung des Geruchssinns und dessen umfassende Wirkung auf
das menschliche Gehirn. Wir lernen den Proust-Effekt kennen (ein
Geruch triggert in uns auf emotionaler Ebene Erinnerungen),
erfahren, warum Zitrusgeruch für uns gerne mal angenehm duftet und
gerüchteweise sogar die Konzentration fördert. Aber abseits aller
Spekulationen ist eines fix: Das Schmecken gibt’s zwar in fünf
Varianten – süß, sauer, bitter, salzig und umami (schmackhaft) –,
die Wahrnehmung der Aromen aber geschieht allein auf der Ebene des
Geruchssinns. Der Südtiroler Wissenschaftler, der an der
Universität von Quebec unterrichtet, findet übrigens auch, dass
Krankenhausessen einen unverdient schlechten Ruf hat – und erklärt
warum. Weiters ist er davon überzeugt, dass wir, wenn wir zu viel
Parfum auftragen, unweigerlich unsere Persönlichkeit verlieren. Und
wir lernen, warum Körpergeruch etwas wahnsinnig Intimes ist, was
der weibliche Eisprung in der Duftwelt auslöst und warum Spermien,
die eigentlich nur zur Eizelle schwimmen müssen, mit
Riechrezeptoren ausgerüstet sind (das könnte noch zu wichtigen
Entwicklungen in Richtung natürliche Verhütungsmethoden führen).
Das tägliche Ritual von Johannes ist ein morgendlicher Cappuccino.
Und sein Lieblingszitat stammt aus Goethes „Faust“: „Allein
bedenkt! Der Berg ist heute zaubertoll, / Und wenn ein Irrlicht
euch die Wege weisen soll, / So müsst ihr’s so genau nicht nehmen.“
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