Unser heutiger Gast ist in einer Welt zu Hause, die nur ganz
wenigen bekannt ist. Im Alter von 8 Jahren stand sie neben ihrer
Mutter vor der heimischen Stereoanlage, und aus den Boxen ertönte
Mozarts Symphonie No. 40 in g-Moll. Das war der Augenblick, in dem
Nazanin wusste, dass sie Dirigentin werden würde. Heute – im Alter
von 40 Jahren – blickt sie auf eine erfolgreiche internationale
Karriere zurück.Im Podcast mit carpe diem-Host Daniela Zeller
erzählt die Wienerin mit persischen Wurzeln, wie schwierig die
Anfänge waren, und wie sie langsam lernte, sich durchzusetzen.
Nämlich, indem man keine Sekunde lang an sich zweifelt. Das ist
extrem wichtig bei der Arbeit auf der Bühne – „Publikum und
Orchester riechen sofort, wenn man Unsicherheit zeigt“. Im Gespräch
mit Daniela plaudert Nazanin aus dem Nähkästchen. Was hat sie immer
dabei, wenn sie rausgeht, um zu dirigieren? Warum die Weisheit
„Kleider machen Leute“ ganz besonders auf den Dirigentinnen-Beruf
zutrifft – bei anstrengenden Jobs im Rampenlicht empfiehlt sich
übrigens Seide, weil sie federleicht ist und Schweiß am besten
aufnimmt. Darüber hinaus gibt sie Daniela Tipps, wie man auf der
Bühne entspannt und innerlich ganz ruhig wird. Es sind Tricks aus
der Führungsbranche – schamanische Techniken, Atem- und
Erdungsübungen, Meditationen.Und sie beschreibt das Gefühl, nachdem
der letzte Ton eines Konzerts erklungen ist und der erste Moment
der Stille einsetzt: „Es ist wie eine große Welle an Licht.“Dass
sie sich akribisch auf den Job vorbereitet, ist für Nazanin
selbstverständlich. Vor Konzerten taucht sie in die Welt des
Komponisten ein, liest seine Briefe, schmökert in Biografien – denn
man muss das Wesen seiner Seele erkennen, um ihn authentisch
interpretieren zu können. Eine Extraportion Fleiß macht also den
Unterschied. Ihr tägliches Ritual sind morgendliche Dehnübungen,
damit der Körper atmen kann. Vor großen Konzerten schläft sie sich
übrigens stets ohne Wecker aus. Ihre liebste Redewendung stammt von
dem römischen Dichter Lukrez (99 v. Chr. bis 55 v. Chr.): „Von
nichts kommt nichts.“ Viel Vergnügen beim carpe diem-Podcast!Wenn
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