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  4. "Es geht um Scheinheiligkeit" - Gespräch mit Sandra Huebenthal
Jesus verweigert bei einem Essen mit Pharisäern die rituelle
Reinigung vor dem Mahl. Ist Jesus unhöflich? Auf den ersten Blick
vielleicht. Doch in der Bibelstelle Lukas 11,37–41 geht es nicht um
Hygiene, sondern um kultische Reinheit, erklärt Sandra Huebenthal,
Professorin für Exegese und biblische Theologie an der Universität
Passau. Jesus unterwirft sich nicht den Reinheitsritualen, die über
die Vorgaben der Tora hinausgehen. Stattdessen hält er seinen
Gastgebern den Spiegel vor: Sie achten auf die äußere Reinheit,
vernachlässigen aber das, worauf es ebenso ankommt – Gerechtigkeit
und Barmherzigkeit.Jesu Aufforderung, Almosen zu geben, richtet den
Blick auf die Armen. Es reicht nicht, nach außen den Anschein
moralischer oder religiöser Integrität zu erwecken. Entscheidend
ist, wie Menschen tatsächlich handeln. Dabei richtet sich die
Kritik nicht allein an die Pharisäer. Das Lukasevangelium erzählt
für eine wohlhabende Zielgruppe. Auch sie soll sich angesprochen
fühlen: Wer die Bibel liest, muss genau hinsehen – und darf die
Armen nicht vergessen.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit
lud ein Pharisäer Jesus ein, bei ihm zu essen. Jesus ging zu ihm
und begab sich zu Tisch. Als der Pharisäer sah, dass er sich vor
dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert. Da sagte der
Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller
außen sauber, innen aber seid ihr voll Raffsucht und Bosheit. Ihr
Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das
Innere geschaffen? Gebt lieber als Almosen, was ihr habt; und
siehe, alles ist für euch rein. (Lk 11,37-41)( Ständige
Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher
im deutschen Sprachgebiet) 
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„"Es geht um Scheinheiligkeit" - Gespräch mit Sandra Huebenthal“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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