Wer schon einmal mit dem Wohnmobil unterwegs war, hat ihn
möglicherweise gesehen, ohne ihn bewusst wahrzunehmen: den
kleinen Schriftzug TRUMA, der an vielen Heizungsanlagen und
Klimageräten in europäischen Caravans zu finden ist. Dahinter
verbirgt sich Truma Gerätetechnik, der europäische Marktführer
für Camping und Caravantechnik, der unter anderem Heizsysteme,
Klimaanlagen, Rangiersysteme und Kühlboxen herstellt.
Unser heutiger Gast Hajo Matthiesen leitet bei Truma den Bereich
Industrial Engineering am Standort München. Hier begleitet er
neue Produkte von der Entwicklung bis zur Serienfertigung: Er
legt die Produktionsstrategie fest, plant Anlagen und beschäftigt
sich mit Automatisierung und Digitalisierung in der Fertigung.
Besonders angetan hat es ihm ein Pilotprojekt rund um Machine
Learning, bei dem Roboter durch Testdaten und Feedback
selbstständig Lösungswege für neue Aufgaben entwickeln. Wie Hajo
im Gespräch erklärt, beschleunigt dieser Ansatz die
Programmierung deutlich und bietet für die Zukunft der Produktion
ganz neue Möglichkeiten.
Neben fachlichen Fragen wird Hajos Berufsalltag auch von
Führungsaufgaben geprägt. Die Zusammenarbeit in einem Team mit 30
Mitarbeitenden umsichtig zu organisieren, erfordert besondere
Qualifikationen, wie Hajo bereits bei einem früheren Arbeitgeber
während der Sanierung eines Produktionsstandorts bewusst wurde.
Die Erfahrungen, die er hier an der Schnittstelle von Technik und
Betriebswirtschaft sammelte, bewegten ihn dazu, vier Jahre nach
Ende seines Ingenieurstudiums noch einen berufsbegleitenden
Masterstudiengang in Digital Production Management an der
Leuphana Professional School zu beginnen.
Der Masterstudiengang vermittelt wirtschaftswissenschaftliche
Inhalte wie Finance Accounting mit einem Fokus auf
Produktionswirtschaft und -management sowie Digitalisierung und
die sogenannte Industrie 4.0. Hajo sind besonders die Module
Manufacturing und Lean Management in Erinnerung geblieben, in
denen er eigene Praxiserfahrungen mit der Theorie aus dem Studium
abgleichen konnte, sowie ein Seminar zu Konfliktmanagement, das
ihm neue Perspektiven auf Führungsaufgaben eröffnete. Neben den
Inhalten des Studiengangs denkt Hajo auch gern an den fachlichen
Austausch mit seinen Mitstudierenden zurück. Da sie alle
zeitgleich berufstätig waren, besuchten sie die Universität vor
allem zu Blockveranstaltungen am Wochenende, was ihrem guten
Verhältnis zueinander jedoch keinen Abbruch tat.
Parallel zum Studium war er bereits leitend bei McGregor tätig,
einem Unternehmen, das technische Ausrüstung für die maritime
Industrie herstellt. Hier führte er unter anderem ein
One-Piece-Flow-Konzept ein, bei dem jedes Werkstück möglichst
ohne Zwischenlagerung in einem durchgehenden Arbeitsschritt
fertiggestellt wird. So schaffte er es, die Durchlaufzeit eines
Produkts von 130 auf 10 Tage zu senken.
Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Wie
schafft man es, fachliche und organisatorische Tätigkeiten als
Teamleiter miteinander zu verbinden? Warum denkt Hajo, dass
Deutschland als Produktionsstandort großes Potenzial hat? Und was
hat er über die Qualitäten einer guten Führungskraft gelernt, als
er ein Trainee-Programm in Korea und China absolvierte?
Viel Spaß beim Hören!
Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck
Das Gespräch fand statt im August 2023.
Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen:
https://studium-und-dann.com/an-der-schnittstelle-von-technik-und-betriebswirtschaft-hajo-matthiesen-ueber-seine-taetigkeit-als-leiter-des-bereichs-industrial-engineering-bei-truma-geraetetechnik/
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