Wer hat dir eigentlich Radfahren beigebracht? Wahrscheinlich
niemand. Man setzt sich als Kind aufs Radl, fällt ein paar Mal um
und irgendwann geht's. Dass das in der schnellen Abfahrt oder im
nassen Kreisverkehr nicht mehr reicht, merkt man meistens erst,
wenn es knapp wird. Diesmal sitzt Roland Königshofer mit uns am
Tisch, in Wien, ganz live. Roland war Steher: Bei diesen Bahnrennen
fährt man auf dem Rad im Windschatten eines Motorrads, Runde um
Runde mit über 100 km/h. 1989, 1990 und 1991 wurde er darin
Weltmeister, insgesamt war er 21 Jahre Radprofi. Nach 25 Jahren bei
adidas bringt er heute Leuten wie uns bei, wie man richtig bremst,
Kurven fährt und sein Rad beherrscht. Wir waren beide bei ihm im
Kurs, und seitdem fahren wir anders in jede Kurve. Es geht darum,
warum Fahrgefühl allein nicht reicht und warum selbst Profis meist
nur das Gefühl für falsche Abläufe perfektionieren. Roland erklärt
Countersteering, die innere Hand als Joystick, warum
Mountainbike-Tricks auf der Straße gefährlich sein können und warum
er im Kurs keine Levels kennt: Der Anfänger trainiert neben der
Olympiasiegerin. Martin erzählt von seinem Ausrutscher im Kurs und
einer Kurve daheim, die sich am Wochenende einfach nicht mehr
ausgegangen ist. Dani verrät, wie sie sich Abfahrten vorher im Kopf
einprägt. Und weil es ohne Aha-Moment nicht geht: Wir lernen, warum
Angst etwas Geniales ist, warum Männer gern Dinge tun, die sie
nicht können, und warum bei Olympia in Paris im Regen so viele im
Kreisverkehr lagen. Teil 2 kommt nächste Woche. Eine Folge über
Bremsen, Kurven, ehrliche Selbsteinschätzung und die Erkenntnis,
dass bisher das Radl mit uns gefahren ist.
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