Marie Euteneuer versteht die Dämonen und unreinen Geister als
Bilder für das, was Menschen gefangen nehmen kann – etwa eine Sucht
oder andere Dinge, die von den Menschen Besitz ergreifen können.
Jesus macht deutlich: Das Böse wird nicht durch das Böse
überwunden. Entscheidend ist vielmehr die Befreiung durch Gottes
Wirken. Doch frei zu sein von etwas bedeutet noch lange nicht, frei
zu sein für etwas. Ein leer gewordener Raum kann wieder von dem
eingenommen werden, was zuvor gefangen hielt. Deshalb brauchen
gewonnene Freiräume eine neue, positive Gestaltung. Für Marie
Euteneuer bedeutet das: Die Freiheit, die uns geschenkt wird,
bewusst mit Gutem zu füllen und den eigenen Alltag entsprechend zu
gestalten.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit trieb Jesus
einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon ausgefahren war, da
konnte der Mann reden. Alle Leute staunten. Einige von ihnen aber
sagten: Mit Hilfe von Beélzebul, dem Herrscher der Dämonen, treibt
er die Dämonen aus. Andere wollten ihn auf die Probe stellen und
forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Doch er wusste, was sie
dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich selbst
gespalten ist, wird veröden und ein Haus ums andere stürzt ein.
Wenn also der Satan in sich selbst gespalten ist, wie kann sein
Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit
Hilfe von Beélzebul austreibe. Wenn ich aber die Dämonen durch
Beélzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Söhne sie aus?
Deswegen werden sie eure Richter sein. Wenn ich aber die Dämonen
durch den Finger Gottes austreibe, dann ist das Reich Gottes schon
zu euch gekommen. Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof
bewacht, ist sein Besitz sicher; wenn ihn aber ein Stärkerer
angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere seine ganze
Rüstung, auf die er sich verlassen hat, und verteilt seine Beute.
Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir
sammelt, der zerstreut. Wenn ein unreiner Geist aus dem Menschen
ausfährt, durchwandert er wasserlose Gegenden, um eine Ruhestätte
zu suchen, findet aber keine. Dann sagt er: Ich will in mein Haus
zurückkehren, das ich verlassen habe. Und er kommt und findet es
sauber und geschmückt. Dann geht er und holt sieben andere Geister,
die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und
lassen sich nieder. Und die letzten Dinge jenes Menschen werden
schlimmer sein als die ersten. (Lk 11,14-26)( Ständige
Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher
im deutschen Sprachgebiet)
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