Was nützen die besten Regeln, wenn sie dem gemeinsamen Spielen im
Weg stehen? Rollenspiele brauchen mehr als interessante
Mechaniken und schöne Bücher: Sie müssen Menschen mit
unterschiedlichen Erfahrungen, Interessen und Grenzen den
Einstieg erleichtern und Raum für eigene Ideen schaffen. Was
können wir dabei von Rollenspielen über gutes UX-Design lernen –
und wie hilft menschzentriertes Design umgekehrt, bessere
Rollenspiele zu gestalten? Im Mittelpunkt stehen nicht nur Regeln
und Materialien, sondern die Menschen, ihr Zusammenspiel und das,
was das Spiel bei ihnen bewirkt.
Der UX Designer Harald Eckmüller entwickelt im
Projekt 7’rizons am Bonn Lab for Analog Games and Imaginative
Play (LAGIP) der Universität Bonn ein flexibel anpassbares
Erzählspiel für die Hochschullehre und beschäftigt sich als
Co-Host des 3W6 Podcasts seit zehn Jahren mit Erzähl- und
Indie-Rollenspielen.
Nach zehn Jahren als Lead UX Designer bei MindNode verbindet
Harald heute Produkt-UX und Game Design mit Rollenspielpraxis. Er
entwickelt eigene Spiele wie das kartenbasierte Erzählrollenspiel
Jadara und arbeitet für den Rollenspielverlag The Gauntlet. Dabei
beschäftigt ihn, wie Informationsarchitektur, Interaktionsdesign,
User Research, Playtesting, visuelle Gestaltung,
Content-Strategie und Accessibility zusammenspielen – und weshalb
ein schönes Buch mit funktionierenden Regeln noch keine gute UX
für ein Rollenspiel ergibt.
Im Gespräch mit Harald erfahren Philip und Ben zunächst, wie er
von Gamification- und Bildungsprojekten sowie MindNode zu
Indie-Rollenspielen, 3W6 und eigener Spieleentwicklung kam. Im
Hauptteil dient 7’rizons als Praxisbeispiel dafür, wie sich
UX-Methoden auf Rollenspiele und spielerisches Lernen übertragen
lassen. Im Mittelpunkt stehen drei verbundene Ebenen:
Zugang ermöglichen – Informationen auffindbar,
verständlich und zugänglich machen; Mitgestaltung
ermöglichen – unterschiedlichen Menschen
Handlungsmöglichkeiten und Raum für eigene Ideen geben; und
Wirkung berücksichtigen – spielerische,
lernbezogene und emotionale Folgen beobachten und mit den
Bedürfnissen der Beteiligten abgleichen. Weitere Themen sind
Rollenspielbücher zwischen Anleitung und Artbook,
Zielgruppenverständnis und Playtesting, Accessibility, Safety
Tools und Bleed – also der Transfer emotionaler Zustände zwischen
Spiel und Alltag – sowie Chancen, Grenzen und der
verantwortungsvolle Einsatz von KI im Design.
=== Ausgewählte Links ===
3W6 – Podcast über Erzählrollenspiele, Storygames und
Indie-Games: https://www.3w6-podcast.com/
7’rizons an der Universität Bonn: Projektseite
Bonn Lab for Analog Games and Imaginative Play (LAGIP):
https://www.fiw.uni-bonn.de/gamelab/de
Jadara – ein Erzählrollenspiel von Harald Eckmüller und
Michelle Bachmann:
https://www.kickstarter.com/projects/heckmueller/jadara
3W6 Community Guidelines zu Sicherheit, Konsens und
Spielrundenkultur:
https://www.3w6-podcast.com/community-standards
TTRPG Safety Toolkit von Kienna Shaw und Lauren Bryant-Monk:
https://ttrpgsafetytoolkit.com/
Script Change RPG Toolbox von Beau Jágr Sheldon:
https://briebeau.com/thoughty/script-change/
„The Elements of User Experience“ von Jesse James Garrett:
https://jjg.net/elements/
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Folge erwähnten Inhalten vermisst.
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