Birgit Wolfmair ist Geschäftsführerin der Wolfmair Beschichtungs
GmbH, eines Pulverbeschichtungsbetriebs mit 16 Mitarbeitenden in
Goldwörth, Oberösterreich. 1994 kam sie „vorübergehend“ in den
elterlichen Betrieb, 2005 übernahm sie die Geschäftsführung. Wir
sprechen darüber, warum Frauen in der Industrie noch immer selten
an der Spitze stehen, wie ihr Betrieb nach dem Hochwasser mit
über einem Meter Wasser in der Produktion nach nur zwei Wochen
wieder lief, und wie ein KI-Agent heute Kundenaufträge
selbstständig ins ERP-System bringt.
Wichtigste Erkenntnisse
Aus vorübergehend wurden drei Jahrzehnte: Birgit sprang 1994
ein, als die kaufmännische Leitung kurzfristig ausfiel, und gab
diese Aufgabe nie wieder ab.
„Der Chef bin ich“: Auf die Kundenfrage „Ist der Papa da?“
hatte sie früh eine klare Antwort. Ihr Rat an junge Frauen
lautet, sich den Schritt zuzutrauen, statt auf 100 Prozent zu
warten.
Nische statt Masse: Wolfmair beschichtet Einzelstücke,
Prototypen und Sonderfarben mit viel Beratung. Die Serie geht oft
ins Ausland, manchmal kommt sie zur Nachbeschichtung zurück.
Hochwasser als Belastungsprobe: Über ein Meter Wasser in der
Halle, zwei Wochen Stillstand, kein einziger Kunde verloren. Gute
Backups und eine Welle der Hilfsbereitschaft machten es möglich.
KI-Agent in der Auftragserfassung: Bei einem Kunden mit rund
1.200 Aufträgen pro Jahr legt der Agent die Aufträge auf
Knopfdruck im System an. Das spart etwa eine Stunde pro Tag.
Entlasten statt ersetzen: Die gewonnene Zeit fließt in
Kundenberatung und Lieferantengespräche, nicht in Personalabbau.
Wissen schützt vor Lehrgeld: Wer sich selbst mit KI
beschäftigt, durchschaut überzogene Versprechen von Anbietern
schneller.
Kapitelmarken
00:00 – Begrüßung & wer ist Birgit Wolfmair?
00:41 – 1994: „vorübergehend“ in den Familienbetrieb
03:15 – Geschäftsführung seit 2005 und das Team mit ihrem
Mann
04:24 – „Ist der Papa da?“ Als junge Frau in der
Pulverbeschichtung
05:05 – Warum führen so wenige Frauen in der Industrie?
09:01 – Rat an junge Frauen: sich etwas zutrauen
10:55 – Männerrunden, Bier und Motorrad
13:19 – Ist es immer noch vorübergehend?
14:23 – Was ist Pulverbeschichtung?
16:44 – Korrosionsschutz, rutschhemmend, Antigraffiti
18:24 – Farbe macht Freude
19:00 – Grenzen der Anlage und warum Aufträge abgelehnt
werden
20:30 – Konkurrenz aus Osteuropa und China
23:25 – 50 Jahre Wolfmair und die nächsten 50
25:30 – Wie weit vorausplanen?
26:05 – Hochwasser: über ein Meter Wasser in der Produktion
29:41 – Eine Welle der Hilfsbereitschaft
31:46 – Würde sie es ein zweites Mal schaffen?
33:53 – KI bei Wolfmair: vom Dokumentenmanagement zum
KI-Agenten
35:58 – Der KI-Agent erfasst Kundenaufträge selbstständig
36:58 – Nächste Schritte: Eingangsrechnungen und
Zahlungsverkehr
38:24 – Bestellvorschläge: wo der Mensch entscheidet
39:34 – Wie viel Zeit der Agent einspart
40:54 – „Ich hasse es, Dinge nicht zu wissen“
41:37 – KI als des Kaisers neue Kleider
42:25 – Müssen sich Geschäftsführer selbst mit KI
beschäftigen?
43:26 – Digitalisierung als Firmen-DNA seit 1994
44:51 – Mitarbeiter ersetzen oder entlasten?
47:24 – Lernt ein Handwerk!
48:31 – Kurzfragen: Regulierung, Chance oder Risiko, Hype oder
Impact?
Gast
Birgit Wolfmair, Geschäftsführerin, Wolfmair Beschichtungs
GmbH
Unternehmenshomepage: https://www.wolfmair.at
Keywords
KI, KI-Agent, Pulverbeschichtung, Oberflächentechnik, Hochwasser,
Krisenmanagement, Frauen in der Industrie, Familienunternehmen,
Digitalisierung, ERP, Mittelstand, Oberösterreich, Österreich
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