Andreas Müller ist Mitgründer und Geschäftsführer der Astria GmbH
in Graz, einem Unternehmen, das europäische Industriebetriebe mit
kostengünstiger Fertigung in Fernost verbindet. Nach Stationen
als Sales Manager in Afrika und dem Nahen Osten gründete er
Astria 2012 gemeinsam mit einem Studienkollegen, heute 120
Mitarbeiter, davon 15 in Graz und rund 95 in China. Wir sprechen
über das Vertrauensproblem beim Sourcing aus China, das
dreistufige Sicherheitssystem gegen Produktkopien, und wie eine
KI-Agentin namens Anna Berger die Routenplanung des
Außendienstteams übernimmt.
Wichtigste Erkenntnisse
Brücke statt Fabrik: Astria fertigt nicht selbst, sondern
vermittelt und verantwortet Komponenten aus China, mit eigenem
Montagewerk und österreichischer Rechnungsstellung.
Der Vorwurf steht im Raum: Auf die Kritik, europäische Industrie
zu zerstören, antwortet Andreas mit konkreten Kundenbeispielen,
bei denen Astria Arbeitsplätze in Europa erst gesichert hat.
Drei Sicherheitsstufen gegen Kopien: Verträge, wirtschaftliche
Abhängigkeit als Top-3-Kunde und physische Trennung der
Fertigungsschritte sichern das Geschäftsmodell ab.
Erste KI-Agentin im Rollout: Anna Berger plant ab Oktober die
Reiserouten der Vertriebsmitarbeiter vollautomatisch, Ziel ist
die Reduktion von acht auf zwei Stunden Planungsaufwand pro
Woche.
ROI vor Hype: Kein Projekt wird umgesetzt, ohne dass eine klare
Kosten-Nutzen-Rechnung dahintersteht, illustriert an der Anekdote
eines Vertriebsteams, das für einen KI-Agenten neue MacBooks
kaufen musste.
Klare Haltung zur Regulierung: Andreas sieht die EU-Leitplanken
als richtig, fordert aber, innerhalb dieser Leitplanken deutlich
mehr Tempo.
Kapitelmarken
00:00 – Begrüßung & wer ist Andreas Müller?
02:06 – Bauer bleiben war keine Option
03:52 – Karriereweg: Sales Manager für Afrika und den Nahen
Osten
06:10 – Industriestandard im Nahen Osten im Vergleich zu
Europa
09:09 – Was Astria macht: die Brücke zwischen Europa und
Asien
11:22 – "Der Kuckuck im Nest": Astria im Kreis der
Industriebetriebe
12:12 – Kundenbeispiel: Wertschöpfung in München sichern statt
nach Ungarn verlagern
14:57 – "Ihr zerstört die europäische Industrie": Andreas stellt
sich der Kritik
17:53 – Das dreistufige Sicherheitssystem gegen
Produktkopien
19:25 – 120 Mitarbeiter, davon 95 in China
20:06 – 14 Jahre China: wie sich der Produktionsstandard
entwickelt hat
22:58 – Lieferkettenrisiko: Seefracht, Suezkanal und der
Zwei-Wochen-Buffer
25:00 – KI bei Astria: der Einstieg
27:29 – Die KI-Strategie 2025 und der Copilot-Rollout seit Q1
2026
29:26 – Ängste bei den Mitarbeitern?
30:36 – Warum jedes KI-Projekt eine ROI-Rechnung braucht
32:20 – Anna Berger: die erste KI-Agentin im Vertrieb
36:27 – Umsetzung mit Copilot Studio
40:07 – Nächster Use Case: eine Wissensdatenbank für
Projektkalkulation
41:20 – Ziele und Kennzahlen für KI im Unternehmen
42:58 – Kurzfragen: Regulierung, Chance oder Risiko, Hype oder
Impact?
Gast
Andreas Müller, Mitgründer & Geschäftsführer, Astria
GmbH
Unternehmenshomepage
Keywords
KI, Global Sourcing, Beschaffung, China, Fernost, Lieferkette,
Vertrieb, KI-Agent, Copilot, Produktionspartner, Mittelstand,
Graz, Österreich
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