Wie entsteht Glaubwürdigkeit, wenn nicht mehr Menschen nach
Antworten suchen, sondern Algorithmen sie zusammenfassen? Wer
heute ChatGPT, Gemini oder Perplexity fragt, bekommt eine fertige
Antwort statt einer Liste mit zehn Links. Marken, die in dieser
Antwort nicht vorkommen, kommen auch in der Entscheidung nicht
vor. In dieser Folge von How to Change spricht Nils Wigger mit
Julian Gottke. Julian hat blinq gegründet, eine Kölner Software,
die misst, wie KI-Modelle Marken wahrnehmen und welche Quellen
sie dafür zitieren. Vorher hat er rund zehn Jahre in Marketing
und PR gearbeitet, unter anderem für Klarna, Babbel und die
Berlin Brands Group. Den GEO-Hype findet er selbst übertrieben,
obwohl er ein Tool dafür baut.
Seine Firma blinq hat 250.000 KI-Antworten ausgewertet. Zwei
Ergebnisse daraus:
66 Prozent der zitierten Quellen sind Unternehmenswebsites.
Das Modell glaubt ihnen aber erst, wenn Fachpresse, YouTube oder
Reviews die Aussagen bestätigen.
LinkedIn spielte im Februar als Quelle keine Rolle. Fünf
Monate später war es in allen Modellen eine der wichtigsten.
Ein Gespräch über das Ende aufgeblähter Reichweiten-Reports, über
Botschaften, die messbar ankommen, und über die Frage, wo
Unternehmen anfangen sollen, wenn das Thema auf dem Tisch liegt.
Darüber haben wir gesprochen:
GEO entscheidet über die Kaufentscheidung: SEO
wollte auf Seite eins bei Google. GEO will in die Antwort von
ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews. Wer dort fehlt,
fehlt beim Kunden.
Ein Laufschuh erklärt den
Glaubwürdigkeits-Filter: Am Beispiel eines Schuhs mit
Carbonplatte zeigt Julian, wie ein Modell die Aussagen der
Website mit Fachpresse, YouTube und Reddit abgleicht, bevor es
ihn empfiehlt.
Jede Branche hat andere Quellen: Beim Laufschuh
zählt die Fachpresse, bei B2B-Software zu 85 Prozent die
Unternehmenswebsite. Warum der Satz „Reddit ist wichtig"
gefährlich ist und was stattdessen hilft: eigene Prompts anlegen
und die Quellen lesen.
Struktur schlägt Storytelling: Drei Bullets über
dem Text, FAQ darunter, eine Botschaft in jedem Artikel
wiederholt. Was Maschinen gut finden, hilft gestressten Lesern
genauso.
Die Studie zum Nachlesen: https://theblinq.de/llm-quellen-studie
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