Ein Flur. Eine Glastür. Eine Bewerberin, die stehen bleibt. Und
um fünfzehn Uhr eine Mail.
In dieser Folge geht es um eine Treppe, die nach unten führt. Und
um die Frage, wer sie überhaupt sehen kann.
Du erfährst, warum zwei Seiten recht haben und trotzdem keine
gewinnt. Warum die Hilfe, die am nächsten steht, manchmal am
wenigsten hilft. Und warum vier Wörter in einem Protokoll mehr
bewegen als acht Monate Suche.
Am Ende hast du einen Anruf. Er endet mit einer Frage. Und die
beantwortet niemand.
Drei Reflexionsfragen für Dich:
Auf welcher Stufe steht ein Konflikt in meinem Bereich
wirklich, und wer hat das zuletzt eingeschätzt?
Wo erlebe ich Kontrolle als Ordnung, und wie könnte sie bei
meinem Team als Misstrauen ankommen?
Wen würde ich als Dritten holen, und wer muss davon wissen,
bevor ich es tue?
Kontaktaufnahme über E-Mail:
Bitte schreibt mir einige Sätze, wo ihr Unterstützung braucht.
Wir vereinbaren einen Telefontermin und besprechen Weiteres.
Bitte schreibe an:
epsilon-gruppe-6h@icloud.com
Diese Folge besteht aus zwei Teilen, einem deutschen Teil und
einem italienischen Teil für die Deutsch sprechenden Italiener
auf dieser Erde…Danke fürs Zuhören und Kommentieren an alle.
Goldnuggets
Eskalation ist eine Treppe, und sie führt nach
unten. Glasl beschreibt neun Stufen: Oben können beide
noch gewinnen, in der Mitte entstehen Lager, Gesichtsverlust und
Drohungen, unten gibt es nur noch Verlierer. Das Team steht mit
„Alle fünf“ auf Stufe sechs, tiefer, als alle dachten. Wer die
Stufe kennt, weiß, was noch hilft. Das Modell ist allerdings eine
Einordnung, keine exakte Messung.Freiheit und Kontrolle
werden verschieden gelesen, und beide Seiten haben recht.
Ein Team, das lange frei war, erlebt Kontrolle als Misstrauen. Eine
Führungskraft, die Kontrolle gewohnt ist, erlebt Freiheit als
Chaos. Auf den mittleren Stufen hört keiner mehr zu, und auch die
Vermittlerin wird in eine Rolle gedrängt: Für das Team gehört HR
zur Hierarchie, für den Chef zum Team.„Nicht allein
lösbar“ ist kein Eingeständnis von Schwäche, sondern der Moment, in
dem eine Organisation aufhört zu hoffen und anfängt zu
handeln. Es braucht einen Dritten ohne Geschichte, dem
beide Seiten Fairness zutrauen. Überzeugt hat keine Gefühlslage,
sondern eine Vorlage: die Stufe, die Rechnung und die Frage, wen
man verlieren will. Der Cliffhanger bleibt dabei bewusst offen:
Mediation ohne Wissen aller Beteiligten kann den Konflikt auf die
nächste Stufe heben.
Pepite d'oro
L'escalation è una scala, e porta verso il
basso. Glasl descrive nove gradini. In alto entrambe le
parti possono ancora vincere. Nel mezzo si formano schieramenti,
si perde la faccia e si minaccia. In basso ci sono solo perdenti.
Con il suo «Tutte e cinque» il team si trova al gradino sei, più
in basso di quanto tutti pensassero. Chi conosce il gradino sa
che cosa può ancora aiutare. Il modello, però, è un orientamento
e non una misurazione esatta.
Libertà e controllo vengono letti in modo diverso, ed
entrambe le parti hanno ragione. Un team rimasto a lungo
libero vive il controllo come sfiducia. Un dirigente abituato al
controllo vive la libertà come caos. Sui gradini di mezzo nessuno
ascolta più. Anche chi media viene spinto in un ruolo: per il
team le Risorse Umane fanno parte della gerarchia, per il capo
stanno dalla parte del team.
«Non risolvibile da soli» non è un'ammissione di
debolezza. È il momento in cui un'organizzazione smette
di sperare e comincia ad agire. Serve un terzo senza storia, che
entrambe le parti ritengano imparziale. A convincere non è stata
una sensazione, ma una proposta scritta: il gradino, il conto e
la domanda su chi si vuole perdere. Il cliffhanger resta
volutamente aperto: una mediazione avviata senza che tutte le
persone coinvolte ne siano a conoscenza può spingere il conflitto
al gradino successivo.
Grazie mille a Melissa per la sua voce!
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