Im Lukasevangelium (10,17–24) berichten die Jünger begeistert, dass
ihnen sogar die Dämonen gehorchen. Norbert Bauer, Leiter der Karl
Rahner Akademie, versteht diese Dämonen als Bilder für das, was
Menschen unfrei macht: "Dinge, die gefangen halten, niederdrücken
und unglücklich machen". Besonders eindrücklich findet er Jesu
Satz: „Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen.“
Der französische Philosoph René Girard hat dieses Bild zum Titel
eines Buches gemacht und darin die Gewaltverstrickungen der
Gesellschaft untersucht. Für Bauer liegt darin eine wichtige
Botschaft: "Wenn das Böse seine Macht verliert, muss Gewalt nicht
länger mit Gewalt beantwortet werden".Auch die Zusage, dass die
Namen der Jünger im Himmel verzeichnet sind, hat für Bauer eine
besondere Bedeutung. Sie steht für die Gewissheit: Bei Gott ist
kein Mensch vergessen. Namen bewahren Identität – auf einem
Grabstein ebenso wie im „Himmel“.Aus dem Evangelium nach
Lukas: In jener Zeit kehrten die Zweiundsiebzig zurück und
sagten voller Freude: Herr, sogar die Dämonen sind uns in deinem
Namen untertan. Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen
Blitz aus dem Himmel fallen. Siehe, ich habe euch die Vollmacht
gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und über die ganze
Macht des Feindes. Nichts wird euch schaden können. Doch freut euch
nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch
darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind! In dieser
Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich
preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor
den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart
hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Alles ist mir von meinem
Vater übergeben worden; niemand erkennt, wer der Sohn ist, nur der
Vater, und niemand erkennt, wer der Vater ist, nur der Sohn und
der, dem es der Sohn offenbaren will. Jesus wandte sich an die
Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die Augen, die sehen,
was ihr seht. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige
wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und
wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört. (Lk
10,17-24)( Ständige Kommission für die Herausgabe der
gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
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