Wer bin ich und warum? Was lässt uns wirklich leben und was trägt
uns, wenn das Leben brüchig wird? In einer von Hektik und
Leistungsdruck geprägten Gesellschaft funktionieren viele Menschen
wie Räder im Getriebe. Aufgaben werden erfüllt, Erwartungen bedient
und Ziele abgearbeitet, oft ohne innezuhalten oder nach dem
tieferen Sinn des eigenen Tuns zu fragen. Erst wenn das gewohnte
System ins Wanken gerät, wenn Krisen, Krankheiten oder Verluste zum
Innehalten zwingen, bricht die verdrängte Sinnfrage hervor. Doch
warum braucht es so oft erst eine persönliche Krise, um über die
Sinnhaftigkeit des eigenen Weges nachzudenken? Haben wir in einer
materialistisch orientierten Welt verlernt, die Verbindung zu uns
selbst und zu übergeordneten Werten zu spüren? Woher rührt die
Scheu davor, sich den existenziellen Fragen zu stellen? Was
gewinnen wir, wenn wir den Mut aufbringen, das eigene Leben bewusst
zu hinterfragen? Welche Rolle kommt dabei den Bildungseinrichtungen
zu? Müsste es nicht eine zentrale Aufgabe von Schule sein, junge
Menschen zur Reflexion und zur Entdeckung ihrer eigenen
Bedürfnisse, Werte und Thesen zu ermutigen, statt sie vor allem auf
fremdbestimmtes Funktionieren zu trimmen? Die Lehrpläne sehen
bereits ab der Grundschule Selbstbestimmung und Potenzialentfaltung
vor. Wie kann ein Unterricht aussehen, der nicht bloß Anweisungen
vollzieht, sondern Raum für echtes Lebenswissen und Sinnstiftung
schenkt? - - - - - Elsbeth Kossmeier und Benedikt Weingartner
bewegt das Thema Lernen. Sie setzen sich damit auseinander, was man
für das Leben lernt, lernen soll, freiwillig und unfreiwillig,
bewusst und unbewusst. Mit ihren unterschiedlichen Zugängen führen
sie kritisch und mit utopischen Gedanken im Hinterkopf einen
Dialog. Beide sind viel beschäftigt mit jungen Menschen, deren
Reaktionen auf Schule, den unterschiedlichen Motivationen, Neues zu
entdecken und ins eigene Leben hereinzunehmen, der Fähigkeit zur
konstruktiven Auseinandersetzung mit Leben und Welt, ihrer Haltung
zum Lernen generell. Elsbeth Kossmeier ist Gestaltpädagogin, war 40
Jahre lang Lehrerin für Deutsch und Musik an einem Gymnasium sowie
Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich. Nach
wie vor ist sie Referentin für Lehrende für einen Unterricht, der
die Persönlichkeit der einzelnen Lernenden stärkt sowie deren
Lernmotivation und Lernerfolg zu steigern vermag.
Veröffentlichungen: Einzelnen gerecht werden. Chancen und
Herausforderungen eines Unterrichts in heterogenen Klassen, Linz
2013. | „Im Unterricht geht es um mich!“ Die Lernseitige
Orientierung von Unterricht, Klagenfurt 2019. Benedikt Weingartner
war 10 Jahre Benediktinermönch, Religionslehrer und später
internationaler Künstlermanager im Bereich der klassischen Musik.
Seit 2014 ist er Journalist und vor allem auf Außen- sowie
Europapolitik spezialisiert. Er moderiert EU-Bürger:innendialoge
und EU-Jugenddialoge. Darüber hinaus ist er Moderator und
Redaktionsleiter des TV-Jugendtalkmagazins #Europa4me
(https://www.okto.tv/europa4me)) sowie der Sendereihe „Europa :
DIALOG“ (https://www.okto.tv/europadialog). Kontakt:
leben-lernen@outlook.com
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