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Gespräch zur Bestenliste Oktober

Gespräch zur Bestenliste Oktober

Literaturclub Bestenliste vor 1 Monat
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Auf der Bestenliste stehen im Oktober die aktuellen Bücher von
Sarah Elena Müller, Dana Vowinckel, Yael Inokai, Shida Bazyar und
Julia von Lucadou. Wir stellen die nominierten Titel vor. Im
zweiten Roman «Unwucht» der Schweizer Autorin Sarah Elena Müller
geht es um die Beziehung zwischen zwei jungen Erwachsenen: Er ist
suchtkrank, sie ist Überlebenskünstlerin. Die Beziehung ist
schmerzvoll und belastend. Jahre später, längst hat man sich
getrennt, versucht die Frau, einen Umgang mit dem Erlittenen zu
finden, indem sie darüber schreibt. Doch dadurch entstehen neue
Probleme und brennende Fragen: Wer hat die Deutungsmacht über das
Gewesene? Vordergründig ist «Anton und Alma» die turbulente
Liebesgeschichte zwischen Anton, der in einer jüdischen
Akademikerfamilie in Berlin aufwächst, und Alma, die aus einem
Vorort im Osten Berlins stammt, und nicht zufällig Bormann mit
Nachnamen heisst – wie ein enger Vertrauter Hitlers. Aber es geht
um weit mehr: In einer Welt voller persönlicher und
gesellschaftlicher Katastrophen, kann man es da als Mensch
überhaupt noch „richtig“ machen im Leben? Welche Rolle spielt
Religion dabei – und was ist, wenn andere damit nicht einverstanden
sind? Yael Inokai lebt seit vielen Jahren in Berlin. Dort spielt
auch ihr neuer, nunmehr vierter Roman, der Krimi «Die Auster». Die
Handlung: Dr. Joachim Bronstett, schwerreicher Geschäftsführer
eines Luxus-Kaufhauses, wird eines Morgens tot in seiner Villa
aufgefunden, und zwar von seiner Putzfrau. Doch anstatt die Polizei
zu rufen, tut sie, was sie immer tut: Sie putzt. Überaus gründlich…
Der neue Roman von Shida Bazyar ist erschreckend aktuell. «Die
Lücken» erzählt von einem fiktiven Dorf und seinen Bewohnerinnen
und Bewohnern: Figuren, die aus dem Dorf verschwunden, geblieben
oder neu hinzugekommen sind. Der Roman verdichtet neunzig Jahre
Geschichte, springt zwischen den Zeiten und legt nach und nach
frei, worüber lange geschwiegen wurde. Es geht um die
NS-Vergangenheit und um ihre Schatten, die bis in die Gegenwart
reichen. Eine Gegenwart, in der Jahrzehnte nach dem Zweiten
Weltkrieg, Familien aus Iran in diesem fiktiven Dorf auf ein neues
Zuhause hoffen. Was ist, wenn die Welt aus den Fugen gerät und die
Angst sich im Innern festsetzt? In ihrem neuen Roman erzählt Julia
von Lucadou von einem Mann, der zwischen Bunkerfantasien,
verdrängten Erinnerungen und wachsender Angst den Boden unter den
Füssen verliert. Geschickt verknüpft sie gesellschaftliche
Verunsicherung mit persönlichen Traumata – und zeichnet das Porträt
eines Menschen, der seine Identität zu verlieren droht. · Sarah
Elena Müller. Unwucht. 336 Seiten. Limmat, 2026. · Dana Vowinckel.
Anton und Alma. 542 Seiten. Suhrkamp, 2026. · Yael Inokai. Die
Auster. 224 Seiten. Hanser Berlin, 2026. · Shida Bazyar. Die
Lücken. 512 Seiten. Kiepenheuer & Witsch, 2026. · Julia von
Lucadou. Zeiten erhöhter Gefahr. 224 Seiten. Hanser Berlin. 2026
Die Bestenliste wird jeden Monat von einer Fachjury bestimmt. Zur
Jury gehören rund 50 Buchkritikerinnen, Bibliothekare,
Buchhändlerinnen, Literaturwissenschaftler und Vertreterinnen von
literarischen Institutionen. An der Erstellung der Bestenliste
Oktober 2026 waren 37 Jurymitglieder beteiligt, die insgesamt 562
Punkte vergeben haben.
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„Gespräch zur Bestenliste Oktober“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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