Ein Bildschirm, der sich langsam dreht. Ein Guten Morgen, das
ausbleibt. Niemand hat etwas falsch gemacht. Und trotzdem
arbeitet eine von beiden allein.
In dieser Folge geht es um eine Messlatte, die du ständig
anlegst. An andere. Nie an dich.
Du erfährst, warum wir das eine Extrem tadeln und das andere
loben. Warum beide recht haben, obwohl eine leidet. Und warum
eine Vereinbarung klein sein muss, um zu wirken.
Am Ende hast du einen Satz. Er klingt nach Kapitulation. Er ist
das Gegenteil.
Die Referenzbeschreibung aus Deiner SN1-Vorlage („Zwei
Schreibtische. Kein Streit …“) gehört offenbar zu genau dieser
Folge. Du kannst also auch sie verwenden.
Drei Reflexionsfragen für Dich:
Wo liegt mein eigenes Optimum, und halte ich es insgeheim für
den Normalwert?
Ist die Person, die mich stört, wirklich im Extrem, oder ist
sie nur woanders als ich?
Wie klein darf der Korridor sein, damit wir trotzdem arbeiten
können?
Goldnuggets
Eigenschaften sind keine Richtungen, sondern Skalen mit
einem Zuwenig und einem Zuviel. Mehr Kommunikation,
Offenheit oder Feedback ist nicht automatisch besser. Für das
Zuwenig haben wir ein Vokabular aus Vorwürfen, für das Zuviel eines
aus Komplimenten. Deshalb bekommt der Schweigsame ein
Personalgespräch und der Dauerredner eine Beförderung, obwohl
beides kostet.Das Optimum ist individuell, und der eigene
Maßstab ist unsichtbar. Was für den einen normal ist,
erlebt der andere als Kälte. Wir halten unser Optimum für den
Normalwert und beschreiben uns mit dem freundlichen Wort: Ich bin
gründlich, du bist pingelig. Bei Führungskräften wird dieser
Maßstab zur Norm, ohne dass je jemand darüber abgestimmt
hat.Der Korridor: das kleinste Verhalten, das beide leisten
und aushalten können. Nicht „Wer hat recht?“ führt weiter,
sondern die Frage, wo beide arbeiten können. Gute Vereinbarungen
sind klein und in acht Wochen überprüfbar, sonst sind es nur
Wünsche. Der Kernsatz für Führung lautet: „Ich kann keine Sympathie
anordnen. Ich kann und werde professionelles Verhalten einfordern.“
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