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Der Prolog führt in die Sixtinische Kapelle des Jahres 1541.
Während Papst Paul III. Michelangelos Fresko „Das Jüngste
Gericht" enthüllt, trifft die Nachricht vom Untergang der Flotte
Kaiser Karls V. ein. Michelangelo deutet die Katastrophe als
göttliches Zeichen. Er erinnert sich an einen geheimen Pakt mit
Papst Clemens VII.: Dieser hatte verlangt, im Fresko als Apostel
Petrus verewigt zu werden. Michelangelo hatte eingewilligt und
stellte ihm Kaiser Karl V. als Johannes den Täufer gegenüber.
Damit verband er religiöse Figuren bewusst mit den mächtigsten
Männern seiner Zeit. Dass dieser Verstoß gegen das oberste Gebot
katholisch religiöser Ikonographie eine Todsünde darstellt, hatte
er völlig verdrängt. Nach der Enthüllung bricht Michelangelo
völlig zusammen und erzählt seinem Vertrauten und Geliebten
Tommaso de' Cavalieri von seiner Schuld, seinen Zweifeln und der
Entstehung des geheimnisvollen Bozzettos.

Jahrhunderte später erhält der 63-jährige Linzer Autor Maximilian
Prückner einen überraschenden Anruf aus der Schweiz. Der
Unternehmer und Kunstsammler Hans Albert Bilgrin hat Max'
früheren Roman über den Bozzetto gelesen. Er ist überzeugt, dass
Max nicht nur eine erfundene Geschichte geschrieben hat, sondern
dem echten Gemälde begegnet sein muss. Bilgrin möchte den
Bozzetto unbedingt finden und bittet Max um Zusammenarbeit.

Max reagiert zunächst misstrauisch. Er hat beruflich schwere
Enttäuschungen erlebt und will nicht erneut ausgenutzt werden.
Seine Nachforschungen zeigen jedoch, dass Bilgrin ein
erfolgreicher Multimillionär, Kunstsammler und angeblicher
Nachfahre der russischen Romanows ist. Gemeinsam mit seiner Frau
Bettina entscheidet Max, sich auf ein persönliches Treffen
einzulassen.

Bilgrin reist mit dem Historiker und Provenienzforscher Alois
Fuchs nach Linz. Beim gemeinsamen Mittagessen in Linz erklärt er
Max sein eigentliches Ziel: Er möchte den Bozzetto kaufen und
ohne finanziellen Gewinn in den Vatikan zurückbringen. Nach
seiner Überzeugung hat das Bild jedem Besitzer, der aus Habgier
handelte, Leid, Unglück und sogar den Tod gebracht.

Anschließend treffen sich alle in Max' Wohnung. Fuchs legt
umfangreiche Forschungsergebnisse und Expertisen vor. Diese
bestätigen nicht nur die Echtheit des Michelangelo-Gemäldes,
sondern auch wichtige Teile von Max' früherem Roman. Besonders
überraschend ist der Nachweis, dass der Kunsthändler Friedrich
Sandvoss, eine vermeintlich erfundene Romanfigur, tatsächlich
existierte und den Bozzetto 1949 in Paris erworben hatte. Damit
wird Max endgültig wieder in das Geheimnis um die magische Kraft
des Bozzettos hineingezogen.

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„Prolog und Kapitel 1–5“

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