Liebe Hörerinnen und Hörer,
53 Euro. So viel gibt Österreich pro Jahr und pro
Wahlberechtigtem für Parteienförderung aus. Das
nächstgroßzügigste Land in Europa liegt bei 13 Euro, der
europäische Schnitt unter 10. Über diese Zahl bin ich in der
Vorbereitung gestolpert, und sie ist der Kern dieser Folge
geworden.
Mein Gast ist Veit Dengler. Er hat 2013 die Neos mitbegründet,
war danach CEO der NZZ und Vorstand bei der Bauer Media Group,
und sitzt seit dem Sommer als unabhängiger Abgeordneter im
Nationalrat. Seine Kritik an der Parteienfinanzierung hat direkt
zum Bruch mit seiner eigenen Partei geführt.
Wir sprechen darüber, was ein solches System mit einem Land
macht. Über Medien, die zu einem Gutteil von staatlichem Geld
abhängen, und darüber, warum in Norwegen und Dänemark
ausgerechnet der Markterfolg gefördert wird. Über eine
Staatsquote von 55 Prozent und die Frage, warum ein Friseur in
Wien zehnmal so viel verdient wie einer in Neu-Delhi. Über
Kammern, Bünde und Verbände, die Geld bekommen und Geld
verteilen, ohne dass jemand die Gesamtsumme kennt. Und über die
These, die Veit am Ende zuspitzt: Wer in Österreich etwas
verändern will, muss beim Geld der Parteien anfangen, weil ein
System, das sich selbst finanziert, keine Signale mehr von außen
aufnimmt.
Es ist ein unbequemes Gespräch. Ich habe an einigen Stellen
dagegengehalten, vor allem bei der Frage, ob Menschen eine Reform
auch dann mittragen, wenn sie selbst etwas abgeben müssen.
Kapitel:
00:00:00 Ich sehe meine Aufgabe mehr darin, Themen publik zu
machen
00:02:41 Fast alle Medien sind irgendwie abhängig von staatlichem
Geld00:09:32 Wir zahlen für einen Porsche und wir kriegen einen
VW Käfer00:17:21 Ein reiner Selbstbedienungsladen00:24:23 Die tun
so, als ob das Geld aus der Steckdose kommt
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.