Nina stand vor hundert Mitarbeitenden und hielt eine Rede. Die
Rede kam an. Was sie selbst nicht bemerkt hat: Ihr liefen dabei
Tränen übers Gesicht, weil sie solche Schmerzen hatte. Erst durch
eine Kollegin wurde ihr das bewusst.
Nina Zolezzi ist in Mosambik geboren. Als Fünfjährige floh die
Familie nach Südafrika, von dort ging es später mit dem Schiff
nach Deutschland. Sie studierte Psychologie und wurde Therapeutin
mit Schwerpunkt Kindheitstrauma. Diesen Beruf hat sie früh wieder
verlassen und stattdessen 25 Jahre lang eine Beratung für
interkulturelle Kommunikation geführt – mit 120 festen und rund
100 freien Mitarbeitenden.
Parallel dazu begann sie, in einem Gefängnisprojekt
mitzuarbeiten. Tagsüber Geschäftsführerin, abends bei Menschen
hinter Gittern.
Aus dieser Doppelperspektive entstand eine Beobachtung, die ihr
Verständnis von Führung verändert hat: Die am stärksten
traumatisierten Menschen trifft sie entweder im Gefängnis oder im
Vorstandszimmer. Die Sprache ändert sich, die Anzüge
ändern sich, der Mechanismus bleibt.
Was sie in Gefängnissen über Führung gelernt hat, ist deshalb
keine Randnotiz. Es ist der Kern dieses Gesprächs.
Wir sprechen darüber:
• Warum Yoga in vielen Gefängnissen angeboten wird und niemand
hingeht – und was passiert, wenn die Männer verstehen, dass sie
damit ein Werkzeug in der Hand haben, sich selbst zu regulieren.
• Was Nina in norwegischen Gefängnissen erlebt hat, wo Menschen
bei ihrer Ankunft begrüßt werden – und welche Haltung ihr in
unserem Umgang mit Gefangenen fehlt.
• Warum einige der freiesten Menschen, die sie kennengelernt hat,
hinter Gittern sitzen.
• Was Amygdala-Hijacking im Meeting bedeutet: Entweder du bist
schnell und stark – oder klug, empathisch und lösungsorientiert.
Nicht beides gleichzeitig.
• Warum Führung für Nina keine Entscheidungsaufgabe mehr ist,
sondern eine Regulationsaufgabe. Und warum dein Nervensystem als
Führungskraft lauter sendet als das deines Teams.
• Warum sie heute stoppt und in den Körper geht, bevor sie
beginnt, eine Situation zu kontrollieren – und was Kontrolle
früher für sie bedeutet hat.
• Warum Üben nichts mit Perfektion zu tun hat: nicht besser
werden, sondern einen Weg selbstverständlich machen.
• Und ein Satz über psychologische Sicherheit, der für mich viele
Modelle auf einen Punkt bringt: „Wenn ich Angst habe, bin
ich nicht schlau.“ Und Menschen werden dafür bezahlt,
schlau zu sein.
Am Ende landen wir bei einem Bild, das mich nicht loslässt: Ein
Gefangener und ein Mitarbeiter sitzen einander gegenüber und
spielen Karten.
Nicht als Methode.
Als gemeinsamer Raum, in dem beide sich wieder als Menschen
erleben.
Hier findest du alle Informationen zu Nina und ihrer
Arbeit:
https://nina-zolezzi.com
https://www.linkedin.com/in/ninazolezzi/?locale=de
https://compassionprisonproject.org/
Und wenn du mit deinem eigenen System in Kontakt kommen willst,
findest du hier drei Neuro-Tools, die keine fünf Minuten
dauern:
Wenn du tiefer eintauchen möchtest, findest du hier meinen
kostenlosen Neuro-Impuls:
https://kerstin-struebing.de
LinkedIn:https://www.linkedin.com/in/kerstin-strübing-3297b2166/
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