Wenn du in China sitzt, kommst du an ChatGPT und Claude
nicht heran. Trotzdem kaufen DeepSeek, Moonshot AI, Alibaba,
Minimax und Z.AI Milliarden von Tokens — und trainieren damit
ihre eigenen Modelle. Anthropic sagt: wir wissen, dass ihr das
macht. China weist es zurück. Und die Frage, die bleibt, ist eine
sehr unangenehme: wer hat eigentlich für DeepSeek
bezahlt?
Heute fünf Geschichten, und alle handeln von derselben Sache aus
verschiedenen Winkeln: von Fähigkeiten, die weitergereicht
werden, ohne dass jemand dafür geradesteht. Schmuggelware, ein
Türsteher, der die falsche Frage stellt, eine geknackte Gleichung
mit einer unangenehmen Herkunftsfrage, Roboter mit Kalaschnikow —
und französische Satelliten, die aus Abu Dhabi bezahlt werden.
In dieser Folge:
Schmuggelware (01:32) — vergiss KI für einen
Moment: du willst Kokain kaufen, du gehst nicht in die Apotheke.
Genauso läuft es mit westlichen Modellen in China.
Destillation in einem Satz erklärt: du gehst zum
Professor, stellst hundert Fragen, und trainierst mit seinen
Antworten dein eigenes Modell. Der Sprung, den ein Labor legitim
erarbeitet hat, wird einfach mitgenommen.
Der Türsteher, der die falsche Frage stellt
(06:55) — ein Mann kommt in den Nachtclub, das
Sicherheitspersonal sieht, dass seine Begleitung dreizehn ist,
und lässt ihn trotzdem rein. Genau das ist bei Meta passiert: das
Tech Transparency Project fand fast 300 bezahlte
Anzeigen mit KI-generierten Darstellungen von
Kindesmissbrauch. Rund 250 davon von Entwicklern in
China. Nicht im Darknet. Als bezahlte Werbung auf
Facebook.
Navier-Stokes (11:45) — OpenAI verkündet, die
Gleichung geknackt zu haben. Eines der sieben großen
mathematischen Probleme, eine Million Dollar für
die Lösung. Die unangenehme Frage ist nicht, ob es stimmt. Sie
lautet: du forschst an genau demselben Problem, auf genau
demselben Weg — und dann fragst du dich, ob jemand deine Logs
gelesen hat.
Roboter, Roboter, Roboter (16:29) — am Montag
berichtet Reuters, dass China die Forschung an militärischen
humanoiden Robotern beschleunigt. Und nein, nicht nur China — die
US-Armee macht dasselbe. Der nächste Schritt danach ist so
absehbar, dass man kaum darüber reden muss.
Satelliten aus Abu Dhabi (19:59) — am Mittwoch:
Marlin Space und Loft Orbital wollen Satelliten mit KI an Bord
ins All schicken; ein Abu-Dhabi-Konglomerat hält 80% an Marlin.
Frankreich legt eine Milliarde Dollar hin. Nur:
wer mitfinanziert, bekommt Eigentums- und operative Rechte. Und
wer Rechte hat, darf eines Tages auch sagen: schaltet sie aus.
Wer trägt das Risiko? (23:10) — der Nachtrag,
der mir in der Pause eingefallen ist. In Marseille wüten Banden,
und du willst KI-Satelliten ins All schießen. Beides kann
stimmen. Nur müssen wir in Europa endlich verstehen, dass das
strategische Investitionen sind — und dass wir das Risiko
irgendwann selbst tragen müssen.
Der Freitags-Faden (24:32) — mir ist es völlig
egal, ob die KI aus China, aus Australien, aus dem Kongo oder aus
den USA kommt. Was ich nicht will: dass Kinder von einer KI
überwacht und von der nächsten überlistet werden. Und dass ein
Labor abkopiert, was andere erarbeitet haben, um selbst vorne zu
stehen.
Eine Sache für diese Woche: schau dir an, welche KI-Fähigkeit in
deiner Firma eingekauft ist — und frag, wer dahinter eigentlich
geradesteht, wenn sie ausfällt oder abgeschaltet wird.
Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904
werchota.ai
KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib
neugierig. Bleib menschlich.
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