Freitagabend, halb acht, ein Maschinenbauer in
Vorarlberg. Ein Kunde ruft an: Auf eurer Maschine blinken alle
Lichter, da lädt jemand Daten runter. Der Produktchef ist auf dem
Weg an die Adria, die Entwickler sind zu Hause. Ab morgen habt
ihr für diesen Fall 24 Stunden — nicht zum Reparieren, zum
Melden.
Am 11. September wird der Cyber Resilience Act scharf, und eine
Befragung von 200 deutschen Industriefirmen sagt: 45 Prozent
wussten nicht, dass es diese Regel gibt. Dazu ein iPhone, das
ohne Gehirn nach Europa kommt, eine Sechzehnjährige in Delhi, die
auf Hindi die falsche Antwort bekam, und ein KI-Politikpapier,
das von der KI erfunden wurde. Grüße aus Lochau.
In dieser Folge:
️ Europas 24-Stunden-Uhr (01:54) — ab Freitag
gilt: Wer eine vernetzte Maschine, ein Medizingerät oder einen
Toaster mit WLAN verkauft und erfährt, dass eine Schwachstelle
aktiv ausgenutzt wird, meldet das innerhalb von 24
Stunden. Manche Sicherheitsdienste schaffen es nicht
einmal in 24 Stunden vor Ort. ONEKEY hat 200 Industrieunternehmen
befragt: 45 Prozent kannten die Anforderung
nicht, 62 Prozent halten die Frist für kaum
machbar. Malcolms Rat: kein neues Projekt — aber definiert, wer
auf den Melden-Knopf drücken darf.
Das iPhone denkt mit Google (07:02) —
aufgenommen vor der Keynote von John Ternus, dem neuen
Apple-Chef. iPhone 18 Pro, das erste Falt-iPhone für 2.200 bis
fast 3.000 Dollar. Apple baut keine eigenen Modelle und zahlt
Google berichtet eine Milliarde Dollar im Jahr
für ein maßgeschneidertes Gemini. Siri AI kommt nur auf Englisch,
nicht in China — und wegen des Digital Markets Act vorerst nicht
auf iPhones in der EU. Die S-Klasse mit dem Motor von Peugeot,
und nach Wien wird nur das Chassis geliefert.
Sicher nur auf Englisch (10:59) — Sumiya Khan,
16, Neu-Delhi, fragte ChatGPT auf Hindi, warum sie ständig müde
ist: „nur Stress". Es war Eisenmangelanämie. Auf Tigrinya,
gesprochen von neun Millionen Menschen, wurde
aus Pocken Syphilis und aus „intravenös Antibiotika" „intravenös
Insektizide". Weniger Trainingsdaten heißt mehr Halluzinationen
und schwächere Leitplanken — auch auf Ungarisch. Wer einen
Firmen-Chatbot in zehn Länder ausrollt, rollt zehn verschiedene
Chatbots aus.
️ Zürich und Südafrika (16:05) — am Montag das
erste AI Governance Forum der ETH Zürich, mitorganisiert vom
Europarat, mit Michael Schöll vom Bundesamt für Justiz und Thomas
Schneider vom BAKOM: Menschenrechte, Verantwortung, Kontrolle,
auf dem Weg zum Geneva AI Summit 2027. Und das Gegenbeispiel:
Südafrikas vom Kabinett genehmigte KI-Politik vom 10. April
musste zurückgezogen werden — die Quellen waren von der KI
erfunden. Nicht lästern: Das passiert auch bei KPMG, EY, und
vielleicht bei uns.
Der Donnerstags-Faden (20:50) — wie gut
funktioniert deine KI für dich? Die Neandertaler-Regel: Jede
KI-Quelle sofort anklicken, bevor du dich blamierst. Und neu: der
KI-Neandertaler auf Substack — kurze Artikel, halb KI, halb
Malcolm, mit Bildern.
Eine Sache für diese Woche: Wer Produkte mit Chip verkauft, legt
heute fest, wer am Samstagmorgen die Meldung abschicken darf —
und wer die Vertretung ist.
Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904
werchota.ai · aineanderthal.ai
KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib
neugierig. Bleib menschlich.
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