Eigentlich sollte zum Start der neuen Staffel jemand ganz anderes
an meinem Küchentisch sitzen. Und dann kam das Leben dazwischen,
wie so oft. Zum Glück hatte ich eine Frau in petto, die spontan
genug war, diesen Neuanfang mit mir zu wagen: Nicole Engel –
Verhaltenstherapeutin im Psychologicum Berlin und Autorin von Woman
out of Service. Und vielleicht konnte diese neue Staffel gar nicht
besser anfangen. Denn Nicole und ich sprechen darüber, warum es für
viele Menschen immer noch ein Tabu ist, sich psychologische Hilfe
zu holen. Ich weiß noch genau, wie es mir vor meiner ersten
Therapie ging: Ich wollte diesen Dampfdrucktopf bloß nicht öffnen.
Aus Angst, dass dann die ganze Scheiße hochsprudelt, die ich so
erfolgreich irgendwo verstaut hatte. Aber irgendwann hilft alles
nichts, die Büchse der Pandora muss auf. Wir sprechen darüber,
️
warum Verletzlichkeit Verbindung schafft
was es wirklich bedeutet,
selbstbewusst zu sein
welche Menschen uns trotz schwieriger
Kindheit fürs Leben prägen können
und warum es sich manchmal
lohnt, bei einer Partnerschaft noch einmal hinzuschauen, bevor wir
sie loslassen. Dabei packen wir beide unser Herz auf den
Küchentisch. Nicole erzählt von ihrer Kindheit mit einer Mutter mit
Borderline-Diagnose. Ich von meinem Vater und dem emotionalen
Missbrauch, den ich erlebt habe. Und ich sage etwas ganz offen, das
sich für mich mindestens genauso verletzlich anfühlt: Ich habe
Sehnsucht nach einer Partnerschaft. Ich habe Sehnsucht nach Liebe.
Nach Verbundenheit, Nähe, emotionaler Stabilität, Verständnis – und
natürlich auch nach Sex. Und dann landen wir bei der Lebenslust.
Nicoles Lebenslust heißt Spontanität. Und weil diese Frau beim
Tomorrowland Festival war, steht dank ihr jetzt schon ein neuer
Punkt auf meiner Wishlist: Tomorrowland 2027. Ein Gespräch über
Therapie, Verletzlichkeit, Liebe, Selbstbewusstsein und darüber,
dass wir unsere Geschichte nicht ändern können – aber entscheiden
dürfen, wie wir weiterleben. Denn das Leben will gelebt werden.
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