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  4. Werwolf 3: Schießende Kinder und das Schicksal der „Werwölfe“
Die Übergangszeit zwischen Vernichtungskrieg und Nachkriegswelt
bringt moralische Dilemmata hervor. Der retrospektive Blick auf
die Verfolgung von „Werwolf“-Verdächtigen steht zudem in Spannung
zwischen Rechtstandards der Gegenwart und historischer
Analyse.

In dieser Folge diskutieren Raiko Hannemann, Andreas Weigelt
(Gedenkstätte Lieberose) und Enrico Heitzer (Gedenkstätte und
Museum Sachsenhausen) vier Vorträge von der Tagung „Partisanen
als 'Werwölfe'“, welche u.a. Biografien von
"Werwolf"-Verdächtigen rekonstruieren.

Angesichts der Spannung zwischen retrospektivem Störgefühl über
die harte Verfolgung von Minderjährigen und den Verbrechen, die
NS- und kriegsverhärtete Teenager verübten, ist die
verantwortungsvolle Arbeit zwischen Forschung und Bildung in
Gedenkstätten zu diskutieren. Die Herausforderung besteht in der
angemessenen Einordnung der Widersprüche.

In den Vorträgen präsentieren Anne-Christine Hamel (Buchenwald),
Marlene Tratz (Lindenstraße), Enrico Heitzer (Sachsenhausen) und
Katharina Steinberg (Leistikowstraße) Beispielbiografien. Dabei
wird nicht nur deutlich, dass „Werwolf“-Biografien tief in die
deutsch-deutsche Geschichte hineinwirken. Zu diskutieren ist auch
eine kaum erforschte Überschneidung von Besatzungswiderstand und
Rechtsterrorismus.

Es empfiehlt sich auch, Folge 1 und 2 anzuhören.

Mein Dank gilt der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, den
Referent:innen sowie Enrico Heitzer und Andreas Weigelt!
Informationen zu den Gedenkstätten Sachsenhausen, Lieberose,
Buchenwald, Leistikowstraße und Lindenstraße.

Inhalt

- Intro 0:00

- Gedenkstätten: Forschung, Gedenken, Dokumentation,
Schicksalsklärung, Diskursteilnahme 1:26

- Hamel: Jugendliche „Partisanen“ 1945 und Haft im Speziallager
Buchenwald 14:34

- Tratz: „Werwolf“-Fälle aus dem sowjetischen
Untersuchungsgefängnis Potsdam Lindenstraße 32:37

- Heitzer: Partisanen- und „Werwolf“-Fälle aus dem sowjetischen
Speziallager Sachsenhausen 43:24

- Steinberg: Zwei Potsdamer Gruppen und ihre Deutung
1:04:33

- Frauen unter den Werwölfen? Und: Handeln der US-Armee und
Geheimdienste 1:22:58

- Werwolf-Verfolgung als Kalter Krieg oder Antifaschismus?
1:32:05

- Unauflöslicher Widerspruch: NS-Jugendliche als Opfer UND Täter
ihrer Zeit 1:41:52

- Vom Besatzungswiderstand zum Rechtsterrorismus? Weimarer Gruppe
und Franke-Gruppe 1:51:01

- Von Einzelfällen zur (Um-)Deutung einer Nachkriegszeit der
Brüche UND Kontinuitäten 2:08:02

- Outro 2:14:39

Literatur

Weigelt/Schaarschmidt u.a. (Hg.): Todesurteile sowjetischer
Militärtribunale gegen Deutsche (1944–1947), Göttingen 2025. Open
Access.

Beattie, Andrew: Internierungslager im besetzten Deutschland,
Berlin 2025.

E-Mail: gespraechsfaden@kliopolis.de

https://www.kliopolis.de/podcasts/gespraechsfaden/

Foto im Cover: Durch Sprengstoffanschlag der „Organisation
Franke“ zerstörte SED-Geschäftsstelle in Bernburg, 06.12.1947,
Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv.
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„Werwolf 3: Schießende Kinder und das Schicksal der „Werwölfe““

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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