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  4. 094 - Die Fahrradabenteurer - Samuel Summer und Johannes Lins
Für Samuel Summer aus Nofels und Johannes Lins aus Frastanz
beginnt eine außergewöhnliche Reise dort, wo ihre Heimat liegt:
in Vorarlberg. Ihr Ziel ist Dharamsala im Norden Indiens.
Dazwischen liegen rund 12.276 Kilometer, zahlreiche Länder,
unterschiedliche Kulturen und eine Route, die sie mit dem Fahrrad
bewältigen wollen. Die Reise ist jedoch kein Selbstzweck. Mit
ihrer „Spätzletour“ wollen die beiden 100.000 Euro für ein
Bildungsprojekt im Senegal sammeln.

Obwohl Frastanz und Nofels geografisch nicht weit
auseinanderliegen, haben sich Summer und Lins nicht in Vorarlberg
näher kennengelernt. Ihre Freundschaft entstand während ihres
Auslandszivildienstes. Beide waren damals 19 Jahre alt und
leisteten ihren Dienst in unterschiedlichen Ländern: Samuel
Summer in Kanada, Johannes Lins in Indien.

Die gemeinsame Erfahrung, in jungen Jahren für längere Zeit in
einer fremden Umgebung zu leben, verband die beiden. Situationen,
die man zum ersten Mal erlebt, Unsicherheiten und die vielen
kleinen Herausforderungen eines Auslandsaufenthalts wurden zu
einer gemeinsamen Erfahrungswelt. Aus ersten Gesprächen entstand
eine Freundschaft, die schließlich zur Grundlage für ein
gemeinsames Abenteuer werden sollte. Auch ihre Verbindung zum
Senegal reicht bereits zurück: Auf der Website der Spätzletour
wird festgehalten, dass beide dort schon früher gemeinsam
freiwillig für „Wissen macht Stark“ gearbeitet haben.

Für Summer und Lins ist das Fahrrad weit mehr als ein
Fortbewegungsmittel. Es ermöglicht ihnen, langsam genug zu
reisen, um Landschaften, Orte und vor allem Menschen wirklich
wahrzunehmen.

Mit dem Auto könne man ein Land mit hoher Geschwindigkeit
durchqueren, ohne viel davon mitzubekommen, erklären die beiden.
Auf dem Fahrrad sei die Distanz zu den Menschen dagegen deutlich
geringer. Man sei ansprechbarer, komme leichter ins Gespräch und
könne trotzdem an einem Tag große Entfernungen zurücklegen.

Genau diese Mischung fasziniert die beiden: Das Fahrrad verbindet
Langsamkeit und Reichweite. Es macht die Reise selbst zum
Erlebnis und nicht bloß den jeweiligen Zielort.

Die geplante Route führt zunächst von Frastanz über Tirol und
Südtirol auf den Westbalkan. Danach geht es weiter über
Griechenland, die Türkei, Armenien, Georgien und Aserbaidschan.
Ursprünglich wollten Summer und Lins anschließend durch den Iran
reisen. Das Land fasziniert sie besonders, gleichzeitig ist ihnen
bewusst, dass die aktuelle politische und sicherheitstechnische
Situation eine solche Entscheidung nicht zulässt, wenn die
Risiken zu hoch werden.

Eine Reise um jeden Preis ist ausdrücklich nicht ihr Ziel. Den
beiden ist wichtig, vernünftig zu entscheiden. Als Alternative
steht eine Route über Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan und
Afghanistan im Raum. Von dort wäre wegen geschlossener Grenzen
ein Flug notwendig, bevor die Reise über Nepal nach Dharamsala
weitergehen könnte.

Das eigentliche Ziel liegt damit nicht einfach am Ende einer
möglichst direkten Strecke. Die Route ist Teil des Abenteuers:
Länder, Menschen und Kulturen sollen erfahren werden.

Bei aller Internationalität bleibt die Heimat sichtbar. Rund 22
Kilogramm Gepäck hat Samuel Summer nach eigenen Angaben auf
seinem Fahrrad. Ein E-Bike kommt für die beiden nicht infrage: Es
wäre unterwegs schwierig zu laden und zu reparieren. Die
Energieversorgung übernehmen daher die eigenen Beine – in ihrer
scherzhaften Formulierung die „5 PS pro Fuß“.

Mit im Gepäck ist auch ein Stück Vorarlberg: Spätzle. Sie sind
das verbindende Element ihrer Reise und zugleich der Namensgeber
des Projekts. In verschiedenen Ländern wollen die beiden mit
regionalen Zutaten Käsespätzle zubereiten und damit Vorarlberger
Kulturgut auf ungewöhnliche Weise in die Welt tragen.

Hinter der Spätzletour steht ein klar definiertes
Bildungsprojekt. Summer und Lins wollen mit ihrer Reise Spenden
für ein Projekt im Senegal sammeln. Ziel sind 100.000 Euro. Der
erste konkrete Schritt ist der Bau eines Kindergartens und einer
Spielgruppe.
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„094 - Die Fahrradabenteurer - Samuel Summer und Johannes Lins“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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