Am Donnerstagabend sind ChatGPT, Claude, Grok und Gemini
alle dunkel geworden — gleichzeitig, innerhalb von Minuten. Einen
Tag nach dem angeblichen AGI-Zeitalter war der ganze KI-Himmel
für rund neunzig Minuten wegen Wartung geschlossen.
Die Samstags-Ausgabe: vier Geschichten, die eigentlich eine sind
— Abhängigkeit, Konzentration, Preis und Risiko. Dieselbe
Geschichte in vier Kostümen.
In dieser Folge:
Der große Blackout — vier Gehirne, ein Blinzeln
(01:56) — Claude und Grok fielen innerhalb von vier Minuten aus,
ChatGPT und Codex folgten dreiundsiebzig Minuten später. OpenAI
nannte einen Routing-Fehler, xAI verwies auf sein Rechenzentrum
in Memphis — und bis zu dieser Aufnahme hat niemand öffentlich
belegt, dass die Ausfälle zusammenhängen. Vergesst die
Verschwörungstheorien: Die langweilige Erklärung ist die
unangenehmere.
Broadcom — der Boom, in Silizium gemessen
(11:53) — 16,7 Milliarden Dollar KI-Chip-Umsatz in EINEM Quartal,
plus zweihunderteinundzwanzig Prozent. Und die Firma sagt, sie
habe "hohes Vertrauen", in den nächsten zwei Jahren
dreihundertfünfzig Milliarden Dollar auszuliefern. Im
schlechteren Szenario gehen den Kunden Grundstücke und Strom aus
— nicht das Geld.
️ Fable 5.1 und der Streit um "fünfundvierzig Prozent
billiger" (16:25) — Anthropic sagt: bis zu
fünfundvierzig Prozent billiger bei Agenten-Workloads. Ein
unabhängiger Benchmark misst siebzehn Prozent MEHR. Beides stimmt
— für unterschiedliche Kunden. Alles hängt an den Cache-Reads,
und ein Preisversprechen richtig lesen zu können ist gerade die
nützlichste Fähigkeit im KI-Einkauf.
🪪 Hundertdreiundfünfzig Millionen Führerscheine
(21:46) — Das FBI untersucht einen Darknet-Dienst namens "Nexus",
der Scans von über hundertdreiundfünfzig Millionen US- und
kanadischen Führerscheinen angeboten hat — offenbar aus einem
Leck bei IDScan.net, einer Firma, deren Geschäft die
Identitätsprüfung ist. Warum ein Ausweis-Scan im
Deepfake-Zeitalter viel mehr wert ist, und drei konkrete Dinge
für dieses Wochenende.
Der Samstagsfaden (26:00) — Und was am
Donnerstag NICHT passiert ist: Kein Flugzeug ist gefallen, keine
Bank eingefroren, kein Krankenhaus stehengeblieben. Diesmal. Weil
KI noch überwiegend assistiert und nicht ausführt. Das Fenster,
in dem ein KI-Ausfall bloß nervig ist, ist gerade offen — und es
schließt sich.
Deine Wochenend-Aktion, nur eine: Schreib die Liste der
KI-Werkzeuge auf, von denen deine Firma tatsächlich abhängt, und
daneben die Antwort auf eine einzige Frage — "und was machen wir
neunzig Minuten lang, wenn es weg ist?" Sie passt auf einen
Bierdeckel und ist der billigste Resilienz-Plan der Branche.
Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904
werchota.ai
KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib
neugierig. Bleib menschlich.
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