Katharina Sichla ist in Köln geboren, lebt aber seit über 20 Jahren
in München. Als leitende Redakteurin beim Sankt Michaelsbund, dem
Katholischen Medienhaus der Erzdiözese München -Freising, verbindet
sie in ihrer Arbeit Radio, Online, Print und Fernsehen. Zum Auftakt
der Woche spricht sie über Jesus in seiner Heimatstadt Nazareth –
und darüber, warum seine Botschaft dort auf Ablehnung stößt.
Katharina findet den Text zunächst schwierig, weil Jesus wenig
empathisch wirkt. Seine Botschaft ist zwar richtig, aber vielleicht
hätte er sie anders vermitteln können?! Katharina vergleicht das
mit alltäglichen Situationen, die wir alle selbst kennen und in
denen wir zunächst einfach nur etwas Mitgefühl brauchen. Denn
manchmal brauchen wir zunächst Verständnis – und erst später die
Wahrheit.Hör rein und entdecke mit Katharina, warum die Wahrheit
manchmal den richtigen Moment braucht. Aus dem Evangelium nach
Lukas: In jener Zeit kam Jesus nach Nazaret, wo er
aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge.
Als er aufstand, um vorzulesen, reichte man ihm die Buchrolle des
Propheten Jesája. Er öffnete sie und fand die Stelle, wo
geschrieben steht: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn er hat
mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe
Botschaft bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde
und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in
Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. Dann schloss
er die Buchrolle, gab sie dem Synagogendiener und setzte sich. Die
Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er,
ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben
gehört habt, erfüllt. Alle stimmten ihm zu; sie staunten über die
Worte der Gnade, die aus seinem Mund hervorgingen, und sagten: Ist
das nicht Josefs Sohn? Da entgegnete er ihnen: Sicher werdet ihr
mir das Sprichwort vorhalten: Arzt, heile dich selbst! Wenn du in
Kafárnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu
sie auch hier in deiner Heimat! Und er setzte hinzu: Amen, ich sage
euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt. Wahrhaftig, das
sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des
Elíja, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen
war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam. Aber zu
keiner von ihnen wurde Elíja gesandt, nur zu einer Witwe in Sarépta
bei Sidon. Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des
Propheten Elíscha. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der
Syrer Náaman. Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten
sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt
hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre
Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen. Er aber schritt
mitten durch sie hindurch und ging weg. (Lk 4,16-30)( Ständige
Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher
im deutschen Sprachgebie
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