Tischfußball spielen gegen die KI, an einem Kicker, dessen eine
Seite vollständig von einem neuronalen Netz gesteuert wird? Was
wie ein Studentenspaß klingt, war für Dr. Fabian Sturm 2017 der
Einstieg in ein Forschungsfeld, das ihn bis heute nicht mehr
loslässt. Seitdem denkt er darüber nach, wie wir Maschinen
beibringen können, unsere Welt zu verstehen: Warum werden eine
Tasse oder ein Schraubenzieher so gegriffen, wie sie gegriffen
werden? Wie vermittelt man das einem Roboter? Und wie kann man so
letztendlich Arbeitnehmer: innen entlasten, deren Tätigkeit
anstrengend oder monoton ist und zugleich ihre ganze
Aufmerksamkeit erfordert?
Heute beschäftigt er sich mit dieser und anderen Fragen als
Postdoc Research Engineer an der Technischen Hochschule Nürnberg.
Was er als Postdoc macht, ist schwer in einem Satz zu fassen: Er
forscht selbst, aktuell vor allem im Bereich der Bilderkennung
durch künstliche Intelligenz, arbeitet mit Unternehmen zusammen,
konzipiert Fachvorträge, betreut Studierende, hält Vorlesungen
und spielt darüber hinaus mit dem Gedanken der eigenen
Unternehmensgründung.
Besonders begeistert ihn, in seiner Tätigkeit die Technik- und
Elektronikbegeisterung weitergeben zu können, die ihn seit seiner
Jugend begleitet: Vor dem Studium absolvierte er eine Ausbildung
als Elektroniker für Betriebstechnik, arbeitete anderthalb Jahre
als Geselle und holte dann sein Abitur mit Schwerpunkt
Elektrotechnik nach. Dennoch war für ihn bald klar, dass er sich
nicht sein gesamtes Studium und späteres berufliches Leben mit
diesem einen Bereich beschäftigen wollen würde.
Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Elektro- und
Informationstechnik an der Hochschule Darmstadt war schließlich
genau das, wonach Fabian gesucht hatte: Ein Studiengang, der
Technik, Informatik, Maschinenbau und Wirtschaft verbindet, und
für den er noch heute wirbt: Wer sich nicht auf ein Fachgebiet
wie die Elektrotechnik oder die Betriebswirtschaft beschränken
möchte oder noch nicht genau weiß, wohin der berufliche Weg ihn
oder sie führen könnte, findet hier genau das Richtige.
Noch während des Master-Studiums zeichnete sich für Fabian die
Möglichkeit zur Promotion ab: Als Werkstudent kam er zu Bosch
Rexroth in den Automatisierungsbereich und konnte schließlich für
das Unternehmen ein Jahr lang in den USA arbeiten. Hier schrieb
er seine Masterarbeit zum Thema Montageassistenzsysteme, also
KI-gestützte Hilfsmittel, die das Anlernen neuer Mitarbeitender
in Produktionslinien beschleunigen. Daraus entwickelte sich wie
von selbst die Idee zu seiner Doktorarbeit, die Fabian mit der
Unterstützung von Bosch Rexroth als Industriepromotion schreiben
konnte. Im Podcast spricht er über die Chancen dieser Förderung,
den Alltag als Doktorand und wie er mit dem Gefühl umgeht, als
promovierter Erstakademiker immer etwas zwischen den Stühlen zu
sitzen.
Hört rein und erfahrt die Antwort auf folgende Fragen: Warum kann
Wirtschaftsingenieurwesen gerade dann das richtige Studium sein,
wenn man sich noch nicht zwischen Technik, Informatik,
Maschinenbau und Wirtschaft entscheiden möchte? Wie kann man über
Gamification einen Automatisierungsprozess an einem
Alltagsgegenstand, wie einem Tischkicker, intelligent gestalten?
Was verbirgt sich hinter dem Begriff Vision Language Action
Model, und warum könnte es die Zukunft der Robotik verändern?
Und: In welchem Bereich möchte Fabian selbst ein Unternehmen
gründen?
Viel Spaß beim Hören!
Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck
Das Gespräch fand statt im April 2026
Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen:
https://studium-und-dann.com/?p=26944
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