Im DOMRADIO-Podcast „Blick in die Bibel“ spricht Tobias Schrörs aus
Xanten, der sich auf die Diakonenweihe im November vorbereitet.Im
Evangelium geht es um eine Hochzeit. Zehn Jungfrauen warten auf den
Bräutigam. Im Gleichnis haben 5 Frauen Lampen mit Öl dabei, 5
weitere haben kein Öl für ihre Lampen. Wie bereits im Gleichnis des
Vortages gehe es um Wachsamkeit. Christen seien aufgerufen, ihr
Leben bewusst zu gestalten und auf die Wiederkunft Jesu Christi
vorbereitet zu sein. Die klugen Jungfrauen hätten an alle
Eventualitäten gedacht und ausreichend Öl mitgenommen, während die
törichten dies versäumten. Daraus ergebe sich die Aufforderung, die
Chancen des Lebens nicht zu verpassen und die Gelegenheiten zu
nutzen, die Gott schenkt. Für Schrörs kann das Öl symbolisch für
die Liebe stehen, die Menschen ihren Mitmenschen schenken. Er
verweist auf Jesu Wort, dass Christen das Licht der Welt seien.
Dieses Licht könne nur brennen, wenn Menschen durch gute Taten und
gelebte Nächstenliebe immer wieder neues „Öl“ sammeln. Auf die
Frage, warum die klugen Jungfrauen ihr Öl nicht einfach mit den
anderen teilen, verweist Schrörs auf einen Gedanken Mutter Teresas.
Die guten Taten eines Menschen seien etwas Persönliches. Jeder
müsse selbst Verantwortung für sein Handeln übernehmen. Liebe,
Hilfsbereitschaft und gelebter Glaube könnten nicht stellvertretend
für andere geleistet werden. An einem aktuellen Beispiel macht
Tobias dies deutlich: Er habe den Besuch bei einer unheilbar
kranken Frau im Altenheim mehrere Wochen aufgeschoben und sei nun
froh, ihn endlich nachgeholt zu haben. In den nächsten Tagen wolle
er ihr außerdem die Kommunion bringen. Solche Begegnungen seien
Chancen, die man leicht verstreichen lassen könne. Würde man sie
immer weiter hinausschieben, könne es irgendwann zu spät sein.
Genau darum gehe es im Evangelium: die richtigen Momente zu
erkennen und sie nicht ungenutzt verstreichen zu
lassen. EvangeliumIn jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern
das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit
zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam
entgegengingen. Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug.
Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber
nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit. Als nun der
Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein.
Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der
Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen! Da standen die Jungfrauen alle
auf und machten ihre Lampen zurecht. Die törichten aber sagten zu
den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus.
Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für
euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht. Während
sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam;
die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den
Hochzeitssaal, und die Tür wurde zugeschlossen. Später kamen auch
die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! Er
aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.
Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.
(Mt 25,1-13)
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