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Wie dein Gehirn Schmerz erschafft – und stoppt (Andreas Könings im Interview)

Wie dein Gehirn Schmerz erschafft – und stoppt (Andreas Könings im Interview)

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WAS DU IN DIESER EPISODE LERNST:

Neurozentriertes Training betrachtet den Körper als
Hardware (Muskeln, Faszien) und
Software (Nervensystem) — klassisches Training
trainiert fast nur die Hardware

️ Schmerz entsteht im Gehirn als Reaktion
auf wahrgenommene Unsicherheit oder Bedrohung — nicht zwingend
als Zeichen einer strukturellen Gewebeschädigung

Zitat eines Schmerzforschers: "Schmerz ist eine Meinung des
Gehirns auf eine bestimmte Situation."

️ Eine gezielte Augenübung kann dem Gehirn
neue visuelle Informationen liefern und dadurch Knie- oder
Rückenschmerzen spürbar reduzieren — ganz ohne offensichtlichen
anatomischen Zusammenhang

Das Vorher-Nachher-Prinzip: ein einfacher
Beweglichkeitstest vor und direkt nach einer Übung zeigt in
Sekunden, ob sie hilft, schadet oder neutral ist

Es gibt keinen universellen Trainingsplan —
jede Übung wirkt individuell, deshalb zählt Testen statt starrer
Schemata

️ Empfehlung: Übungen drei bis fünf Mal
täglich in kurzen Einheiten statt einer einzelnen langen
Trainingseinheit — Kontinuität schlägt Intensität

🩹 Narben — auch von Tätowierungen oder
Piercings — können neuronale "blinde Flecken" hinterlassen,
obwohl sie strukturell längst verheilt sind

Übungen sollten so lange fortgeführt werden, wie man das
Problem wirklich loswerden will, nicht nur bis
zur ersten Besserung

Alter allein ist selten die wahre Ursache von
Einschränkungen — es lohnt sich, mehr auszuprobieren, bevor man
aufgibt

️ Anwendungsfeld reicht von chronischem Schmerz und Schwindel
über Leistungssport bis zur unterstützend begleitenden Anwendung
in Bereichen wie Onkologie oder ADHS — als Ergänzung, nicht als
Heilversprechen

Buchtipp: "Neurozentriertes Training" (Trias
Verlag) von Andreas und Lisa Könings, mit Testkapitel für
"Loslege-Typen" und Theorieteil für "Warum-Typen"

ZUSAMMENFASSUNG:

In dieser Folge der Evolution Radio Show spricht Julia Tulipan
mit Andreas Könings, Gründer der Deutschen Neuro-Akademie und
erstem deutschen Z-Health Master Practitioner, über
neurozentriertes Training. Könings erzählt zunächst seine
persönliche Geschichte: Als Basketballspieler riss er sich im
Abstand von rund zwölf Monaten zweimal das rechte Kreuzband. Als
er nach der zweiten Verletzung in derselben Reha-Einrichtung
denselben Standardplan wie beim ersten Mal bekam, beschloss er,
selbst nach Alternativen zu suchen. Über Umwege —
Faszientraining, Dehnübungen, funktionelles Training, die alle
nicht halfen — landete er schließlich bei einem Neuro-Seminar in
Kopenhagen, nach dem er erstmals wieder schmerzfrei tief hocken
konnte.

Im Kern erklärt Könings neurozentriertes Training über die
Hardware-Software-Analogie: Klassisches Training
und klassische Therapie beschäftigen sich vor allem mit der
"Hardware" des Körpers, während neurozentriertes Training die
"Software" adressiert — das Nervensystem, das steuert, wie der
Körper auf Reize reagiert. Anhand des Beispiels Knieschmerz
erläutert er, warum eine strukturell verheilte Verletzung
trotzdem weiter schmerzen kann: Schmerz ist multifaktoriell und
entsteht im Gehirn als Reaktion auf wahrgenommene Unsicherheit
oder Bedrohung, nicht zwingend als Zeichen eines beschädigten
Gewebes. Er zitiert einen führenden Schmerzforscher: "Schmerz ist
eine Meinung des Gehirns auf eine bestimmte Situation." Am
Beispiel eines Joggers mit unzureichenden visuellen Informationen
zeigt er, wie das Gehirn über Knie-, Fuß- oder Rückenschmerz
signalisieren kann, dass etwas gestoppt werden soll — obwohl die
eigentliche Ursache in den Augen oder dem Gleichgewichtssystem
liegt.

Praktisch arbeitet Könings mit einem Vorher-Nachher-Prinzip: Ein
einfacher Beweglichkeitstest wird vor und direkt nach einer Übung
wiederholt, um in Sekunden zu erkennen, ob sie hilft, schadet
oder neutral ist — ein "Try-and-Error-Spiel mit System". Er
betont, dass es keinen universellen Trainingsplan gibt, der für
jeden funktioniert, und empfiehlt, gefundene Übungen drei bis
fünf Mal täglich in kurzen, unaufwendigen Einheiten
durchzuführen; Kontinuität sei wichtiger als Intensität. Zur
Dauer sagt er unverblümt: so lange, wie man das Problem nicht
mehr haben möchte — wer aufhört, sobald es besser wird, kehrt oft
zum Ausgangszustand zurück.

Zum Abschluss weitet Könings das Anwendungsfeld über Schmerz
hinaus: Schwindel, Verspannungen, Narben (auch von Tätowierungen
und Piercings), Leistungssport sowie die unterstützend
begleitende Anwendung bei Themen wie Onkologie, ADHS und
neurodegenerativen Erkrankungen — ausdrücklich als Ergänzung und
nicht als Heilversprechen. Narben erklärt er als mögliche "blinde
Flecken" im Nervensystem — strukturell verheilt, aber neuronal
weiterhin unzureichend informationsversorgt. Er betont, dass
Alter allein selten die wahre Ursache von Einschränkungen ist,
und gibt praktische Lesehinweise für sein gemeinsam mit Lisa
Könings verfasstes Buch "Neurozentriertes Training" (Trias
Verlag): "Loslege-Typen" sollten mit dem Testkapitel beginnen,
"Warum-Typen" mit der Theorie.

PRODUKTEMPFEHLUNGEN

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Könings, Trias Verlag) *

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MEHR VON JULIA TULIPAN:

Julia Tulipan Podcast Shownotes

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ALLES ÜBER ANDREAS KÖNINGS:

Andreas Könings ist Sportökonom, Leiter und Mit-Inhaber der
Deutschen Neuro-Akademie (Deutsche Akademie für
Neuro-Performance) und einer der führenden Experten für
neurozentriertes Training in Europa. Er ist der erste deutsche
Z-Health Master Practitioner und absolvierte zudem mehrere
Fortbildungen des Carrick Institute (u. a. Neurochemie,
Neuroimmunologie).

Nach seiner Zeit als Leistungssportler (Basketball) wandte er
sich vor rund zehn Jahren intensiv den Themen Gehirn und
Nervensystem zu. Seit 2017 war er fachlicher Leiter der Deutschen
Neuro-Akademie, seit 2021 führt er sie gemeinsam mit Lisa Könings
(Diplom-Oecotrophologin, Ernährungsberaterin/DGE,
Neuro-Trainerin). Er verfügt über mehr als 15 Jahre
internationale Erfahrung in der Arbeit mit Spitzensportlern,
Schmerzpatientinnen und -patienten sowie Trainern und Therapeuten
und bildet in Seminaren, Workshops und Vorträgen im
neurozentrierten Training aus. Zudem ist er als Experte für ARTZT
neuro tätig.

Gemeinsam mit Lisa Könings veröffentlichte er die Bücher "Medical
Training: Neurozentriertes Training" (Thieme/Trias), "Schmerz ist
Kopfsache" und "Neustart fürs Gehirn".

Links

Website

Instagram

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KAPITEL:

00:00:00 Einleitung

00:03:07 Vom Basketball zur Neuroakademie

00:09:21 Was ist neurozentriertes Training?

00:14:04 Wie eine Übung im Gehirn wirkt

00:19:05 Schmerz ist eine Meinung des Gehirns

00:27:33 Testen statt Raten: die eigene Methode finden

00:32:37 Individualisierte statt standardisierte Betreuung

00:37:36 Einsatzgebiete: von Schwindel bis Profisport

00:40:28 Narben, Tattoos und blinde Flecken

00:46:35 Dosierung: wie oft und wie lange üben

00:52:32 So startest du am besten mit dem Buch

00:54:47 Abschluss und Verabschiedung

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