Aufgewachsen und ausgebildet in den USA, Schweden und Deutschland,
prägte jedes Land Kerstin Rücker auf seine eigene Weise und brachte
ihr eine neue Sichtweise auf Arbeit, Gleichberechtigung und
Führung, die für sie dienende Verantwortung mit starkem
Wertekompass ist. Die USA lehrten sie Offenheit, Eigeninitiative
und eine positive Fehlerkultur, Schweden sensibilisierte sie für
Chancengerechtigkeit, Deutschland gibt Struktur. Für Kerstin war
klar: Frauen müssen Karriere machen und die Wirtschaft mitgestalten
können. Bei Accenture verfolge sie über 15 Jahre einen
erfolgreichen Berufsweg, leitete dort unter anderem die deutsche
„Women Initiative" für Chancengleichheit und lernte dabei, dass
strukturelle Barrieren den Aufstieg von Frauen unabhängig von ihrer
Kompetenz verhindern. Für Kerstin war klar: das System muss sich
ändern, nicht die Frauen darin. Frauen sind hochqualifiziert, haben
bessere Schulabschlüsse, doch die Beförderung kommt nicht. Die
Zugangsbarrieren sind zum Beispiel: Kinderbetreuung, fehlende
Sichtbarkeit von weiblichen Vorbildern sowie mangelndes,
anerzogenes Selbstvertrauen. Kerstin gelang es, einen
ambitionierten Karriereweg und Familie zu verbinden, da ihre Kinder
ganztägig privat betreut wurden. Doch sie stellte sich die Frage,
in welchem Leben Frauen landen, wenn das nicht möglich ist.
Frauenkarrieren möglich zu machen ist eine Schlüsselfrage für
wirtschaftliches Wachstum, und sollte kein Privatproblem sein.
Diese Erkenntnis der Chancenungleichheit und dass Leistung nicht
das Problem ist, trieb sie an, Frauenförderung durch
Systemveränderung zu ihrer Mission zu machen. Für Frauen kann der
Weg in die Selbständigkeit eine gute Karriereoption sein. Statt in
bestehenden Hierarchien zu kämpfen, erweist sich das Unternehmertum
für Frauen als echte, effektive Lösung. Kerstin gründete den
gemeinnützigen Verein „Social Business Women" für weibliches
Unternehmertum, nach dem Modell und unter der Schirmherrschaft von
Nobelpreisträger Muhammad Yunus. „Social Business Women" hat bisher
mehr als 1.000 Frauen als Gründerinnen in nur drei Jahren
unterstützt hat, eigene Unternehmungen zu starten und
wirtschaftlich profitabel zu sein. Als Gründerin einer Bewegung für
weibliches Unternehmertum sagt Kerstin: "Die Verantwortung liegt
nicht nur bei den Frauen selbst. Sie liegt bei Gesellschaft,
Wirtschaft und Unternehmen. Die Rahmenbedingungen müssen geändert
werden. Männer und Frauen müssen ihre Perspektiven konstruktiv
verbinden, um gemeinsam zukunftsfähig zu sein." Nach einer Rolle
als Direktorin für Personal, Organisationsentwicklung und soziale
Nachhaltigkeit in einer internationalen Unternehmensgruppe hat
Kerstin ihr eigenes Unternehmen Co-Strive mit dem Schwerpunkt auf
Beratung in Human Resources, Transformation, Leadership und
sozialer Nachhaltigkeit gegründet. Seit 2 Jahren ist sie zudem
zusammen mit Claudia Rankers Co-Herausgeberin der renommierten
Buchreihe "Frauen schaffen Zukunft". Diese Buchreihe macht
Unternehmerinnen, Wissenschaftlerinnen und Top-Managerinnen
sichtbar, fördert die Sichtbarkeit von Frauen und etabliert die
Perspektiven und Führungsqualitäten von Frauen in Organisationen
und Politik. Der neue Band erscheint in Kürze! Kerstin ermutigt
Frauen, größer zu träumen, traditionelle Rollen zu hinterfragen und
mutig zu handeln, um Strukturen zu verändern.
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.