Mitten in Berlin liegt eine riesige Freifläche, auf der
heute Menschen Fahrrad fahren, Inliner fahren, joggen, grillen
oder einfach im Gras liegen. Doch unter den ehemaligen Start- und
Landebahnen des Tempelhofer Feldes steckt eine Geschichte, die
mehr als 800 Jahre zurückreicht.
In dieser Folge von Mein Logbuch nehmen wir uns
die komplette Geschichte des Tempelhofer Feldes und des
Flughafens Berlin-Tempelhof vor.
Wir beginnen lange bevor hier überhaupt an Flugzeuge zu denken
war: bei den Tempelrittern, dem alten Dorf Tempelhof und der
Nutzung des Feldes als preußischer Exerzierplatz. Wir schauen auf
Pferderennen, die ersten Fußballvereine, Ballonfahrten und die
spektakulären Flugvorführungen von Orville
Wright.
Dann beginnt die eigentliche Geschichte des Flughafens
Tempelhof.
1923 wird der Flughafen eröffnet, Berlin entwickelt sich zu einem
bedeutenden Zentrum der europäischen Luftfahrt und die neu
gegründete Deutsche Luft Hansa macht Tempelhof
zu ihrem Heimatflughafen.
Doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten beginnt das
dunkelste Kapitel des Ortes. Wir sprechen über den monumentalen
Neubau von Ernst Sagebiel, die Pläne für das
nationalsozialistische Berlin, Rüstungsproduktion, das KZ
Columbia und die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter,
die während des Zweiten Weltkriegs auf und rund um das
Flughafengelände eingesetzt wurden.
Nach dem Krieg bekommt Tempelhof schließlich eine vollkommen neue
Bedeutung.
Während der Berlin-Blockade 1948/49 wird der
Flughafen zu einem der wichtigsten Drehkreuze der
Berliner Luftbrücke. Hunderttausende Flüge
versorgen West-Berlin mit Lebensmitteln, Kohle und Medikamenten –
und mit Gail Halvorsen beginnt die berühmte Geschichte der
Rosinenbomber.
Danach reisen wir durch den Kalten Krieg: Tempelhof als
amerikanischer Militärstützpunkt, Pan Am und die alliierten
Fluggesellschaften, Flüchtlinge aus der DDR, die Berliner Mauer
und der Flughafen als berühmtes „Tor zur Welt“
West-Berlins.
Doch irgendwann wird Tempelhof zu klein.
Wir verfolgen die Geschichte bis zur Schließung des
Flughafens 2008 und zur Öffnung des Tempelhofer
Feldes 2010.
Heute ist aus dem ehemaligen Flughafen einer der
außergewöhnlichsten Freiräume Europas geworden. Auf den alten
Startbahnen fahren Fahrräder, Skateboards und Inliner, auf den
Wiesen brüten Feldlerchen und im gigantischen Flughafengebäude
finden Führungen, Ausstellungen, Filmproduktionen und
Großveranstaltungen wie HYROX Berlin statt.
Aber damit endet die Geschichte nicht.
Denn mitten in einer Stadt mit Wohnraummangel liegen rund
350 Hektar weitgehend freie Fläche.
Soll das Tempelhofer Feld deshalb teilweise bebaut werden?
Oder muss dieser außergewöhnliche Ort erhalten bleiben?
Wir schauen auf den Volksentscheid von 2014, das
Tempelhofer-Feld-Gesetz, Naturschutz und Stadtklima, mögliche
Randbebauung und die politische Diskussion um die Zukunft des
Feldes – Stand August 2026.
Eine Folge über Flugzeuge und Tempelritter, Krieg und Freiheit,
Rosinenbomber und Pan-Am-Jets, Berliner Stadtgeschichte und die
Frage, wie wir eigentlich mit historischen Orten umgehen.
Vom Exerzierplatz zum Flughafen.
Vom Flughafen zur Lebensader.
Und von der Startbahn zum Freizeitpark.
Willkommen auf dem Tempelhofer Feld.
Mein Logbuch – Geschichte, Wissen und Geschichten, die
hinter den Dingen stecken.
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